25 Jahre Kita St. Franziskus im Westend

Ein Ort, um das Leben zu lernen

+
Seit der Grundsteinlegung am 17. Februar 1991 (oben) ist in der katholischen Kita an der Kurt-Tucholsky-Straße viel passiert...

Neu-Isenburg - Man schrieb den 17. Februar 1991, als der damalige Pfarrer Dietmar Giebelmann vor der Grundsteinlegungsgesellschaft betonte, die neue Kita St. Franziskus solle „ein Ort, um das Leben zu lernen“ sein, „ein Ort der Lebensfreude“.

Das ist inzwischen ein Vierteljahrhundert her, vieles hat sich seit damals verändert. Jüngstes Beispiel: Um trotz des leergefegten Arbeitsmarkts qualifiziertes Personal zu finden, hat man zwei spanische Erzieherinnen nach Isenburg geholt. Die Kita zelebriert ihren 25. Geburtstag am 18. Juni mit Gottesdienst und Fest. Erinnerungen dürften aufkommen, wenn Claudia Sturm (kleines Bild) in anderthalb Wochen die Gäste zum Geburtstagsfest begrüßt. Denn 25 Jahre Kita St. Franziskus, das sind 25 Jahre, in denen sich vieles verändert hat. „1991 waren berufstätige Mütter noch in der Minderzahl, heute sind sie Normalität“, nennt Antonia von Alten, die sich um die Öffentlichkeitsarbeit kümmert, ein Beispiel. Das spiegele sich auch in der Zahl der „Essenskinder“ wieder: 25 waren es im ersten Jahr, 87 sind es heute. Eine Sache hat sich jedoch nicht verändert: „Die große Konstante in der Kita ist die Leiterin Claudia Sturm“, sagt Von Alten. „Sie war 1991 mit 25 Jahren eine der jüngsten Kita-Leiterinnen Hessens und kommt immer noch jeden Tag mit Freude her.“

Die Plätze in der katholischen Kita im Westend seien stets begehrt, schildert die Sprecherin. „Die Eltern schätzen den liebevollen Umgang mit den Kindern, die christlichen Werte, die hier vermittelt werden und nicht zuletzt die lichtdurchfluteten Räume und den schönen Außenbereich mit vielen Bäumen.“ Die Kinder liebten vor allem den Hasen und die beiden Meerschweinchen, die im Innenhof der Kita frei laufen. Am Wochenende und in den Ferien kümmern sich Eltern um die Tiere. In der blauen, gelben und roten Gruppe spielen und lernen 75 Kinder zwischen drei und sechs Jahren. Seit den Anfängen werden auch Kinder mit Behinderungen integriert, zurzeit sind es drei.

...so erhielt sie etwa 2004 eine Außenanlage als Kinderparadies unter Bäumen.

Als Weichenstellung für die Zukunft gab es nach der Jahrtausendwende bauliche Erweiterungen: 2004 weihten Giebelmann, mittlerweile Generalvikar, und der 2009 verstorbene Pfarrer Heribert Kronenberger die neue Außenanlage ein. Das 1 200 Quadratmeter große Gelände war vom Landschaftsarchitekten Meinrad Schneider in einer Bauzeit von drei Monaten gestaltet worden. Herbert Hunkel, damals Erster Stadtrat, bezeichnete das Projekt als „gelungenes Beispiel für die Zusammenarbeit von Kirche, Stadt und Elternschaft“. Im Jahr 2008 richtete die Kita eine U3-Gruppe im benachbarten Gemeindezentrum ein. Zwölf Kinder im Alter von einem bis drei finden dort ihren Platz. 2013 segnete Giebelmann mit Pfarrer Berker den Erweiterungsbau der Kita.

Nicht Platz-, sondern Personalmangel bereitete Claudia Sturm in der jüngsten Vergangenheit Sorgen. Die Personalnot war vergangenes Jahr so groß geworden, dass die Einrichtung freitags bis auf eine Notgruppe um 14 Uhr schließen musste.

Doch die Kita-Leiterin hat zusammen mit der Kirchengemeinde St. Josef einen Weg gefunden, trotz des bundesweit bekannten Mangels an pädagogischen Fachkräften neue Mitarbeiter zu finden. Zwei Erzieherinnen aus Spanien haben ihre sonnige Heimat verlassen – und so hat das Team von St. Franziskus seit Mitte November Zuwachs bekommen. Virgina Alcázar García (30), Erzieherin und Grundschullehrerin, und María José Zamora Lorente (33), Erzieherin und Psychologin, stammen aus Südspanien und haben dort nach ihrem Studium nur Jobs als Kellnerin und Verkäuferin gefunden. Deshalb haben sie Deutsch gelernt und sind über eine Agentur in St. Franziskus gelandet. Die beiden, so berichtet Antonia von Alten, seien begeistert von den hilfsbereiten Kolleginnen, den selbstständigen Kindern und der ansprechenden Architektur der Kita. „Positiv überrascht sind sie auch davon, dass Pfarrgemeinde und Pfarrer sich stark mit der Kita identifizieren, das kennen sie aus Spanien nicht.“ Schwierig sei für die Südländerinnen, die gerne viel und schnell sprechen, dass ihr Deutsch noch holperig ist. „Aber es wird von Tag zu Tag besser, dafür sorgen schon die Kinder, die ständig mit ihnen sprechen.“ (hov)

Am Samstag, 18. Juni, feiert die Kita Geburtstag. Los geht’s um 14 Uhr mit einem Wortgottesdienst im Garten der Kita mit Prälat Giebelmann, der von 1983 bis 1996 Pfarrer von St. Josef und damit auch zuständig für St. Franziskus war. An den Gottesdienst schließt sich ein bunter Nachmittag an, der zur Begegnung und Gespräch einlädt.

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

Kommentare