Helfen – so oder so

Kinder engagieren sich für Beregovo

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Die beiden Kundinnen Carmen Gillenberger und Silke Steinweg werden von den Kindern bedient, links Gisela Völker.

Neu-Isenburg - Hilfe für Beregovo hat in Neu-Isenburg Tradition. Auch die Kita-Kinder von St. Josef lernen schon früh, wie wichtig es ist, sich für Andere zu engagieren. Nun haben die Jungs und Mädchen ihre Zimmer geräumt, um ärmere Kinder in der West-Ukraine zu unterstützen.

Jedes Jahr beteiligen sich die Kinder der Kindertagesstätte St. Josef an einem Sozialprojekt – drei stehen zur Auswahl: Die Wohngruppen für Menschen mit Demenz im benachbarten Haus an der Königsheide, die Speisekammer St. Josef und das ökumenische Hilfsprojekt „...täglich Brot für Beregovo“ der evangelisch-reformierten Marktplatzgemeinde. „Einmal im Monat besucht eine Gruppe unserer Kinder das Haus Königsheide, um gemeinsam dort zu singen, zu basteln und zu spielen. Oder die Altersheim-Bewohner kommen in den Kindergarten und werden dann mit Kuchen und Kaffee verköstigt“, erzählt Erzieherin Gisela Völker. Und auch, wenn die Speisekammer von St. Josef freitags in den Jugendräumen der Gemeinde Bedürftigen Lebensmittel und Getränke zur Verfügung stellt, helfen die Kleinen gerne mit. „Unsere Kinder unterstützen dies, indem sie beispielsweise Brötchen belegen oder Plätzchen backen“, so Erzieherin Lydia Hopp. „Für das Projekt Beregovo haben wir schon seit einigen Jahren regelmäßig Kleider- und Spielzeugspenden gesammelt und über die Marktplatzgemeinde dorthin verschickt“, berichtet ihre Kollegin Stefanie Schenck vom dritten Projekt.

Mit dem Bollerwagen brachten die Kinder die gesammelten Kleider zur Marktplatzgemeinde, was für sie stets ein besonderes Erlebnis war. „Es kam immer sehr viel zusammen und die Kinder waren mächtig stolz. Wir haben dann aus Beregovo einige Fotos zugeschickt bekommen, wie dort der Lkw entladen wurde, und auf denen zu sehen war, wie sehr sich die Kinder gefreut haben“, schildert Schenck die Verbindung.

Da es derzeit keinen Lkw-Transport dorthin mehr gibt, haben die Kinder überlegt, wie sie dennoch helfen können. Geld, mit dem sie sich dort kaufen können, was sie brauchen, könnten die Menschen doch bestimmt gebrauchen, so die Idee aus der Gemeinschaft der Kita-Kinder. Bereits zum Lichtermarkt im Dezember sind die Kids deshalb mit Spendendosen auf „Betteltour“ gegangen. „Ihnen hat es besonders die Situation in einer Schule in Beregovo angetan. Als sie Bilder gesehen haben, wollte sie unbedingt helfen“, sagt Völker. So kamen die Kleinen auf die Idee, nicht mehr gebrauchte Spielsachen oder Kleidung mitzubringen und bei einem Flohmarkt zu verkaufen.

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Die Erzieherinnen Lydia Hopp, Gisela Völker und Stefanie Schenck nahmen sich der Sache an und organisierten einen solchen – die Kinder wollten freilich dabei sein, wenn „Kundschaft“ kommt. „Ja, die waren alle richtig begeistert und wollten gute Geschäfte machen“, beschreibt Schenck. Von Montag bis zum gestrigen Freitag war vor und in den Räumen der Kita eine große Auswahl von Kinderkleidung, Spielsachen und anderen nützlichen Dingen aufgebaut – und der Verkauf lief ganz gut. „Ich denke, so an die 200 Euro sind da zusammengekommen“, zieht Völker eine erste Bilanz.

Das Geld wird nun über Jutta Loesch, Projektleiterin der Beregovo-Hilfe, an die dortige Schule übermittelt. „Die Kinder sind ganz stolz über den Erfolg der Aktion und warten nun mit Spannung auf die Bilder, die bestimmt wieder aus Beregovo geschickt werden“, erzählt Völker. (lfp)

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