Leuchttürme des Ehrenamts

Auszeichnung vom Land für Burkhard Ammon und Nikolaos Michos

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Nikolaos Michos (Mitte), hier mit Gattin Rena und Bürgermeister Herbert Hunkel, engagiert sich seit über zwanzig Jahren in verschiedenen Vereinen.

Neu-Isenburg - Besondere Anerkennung für zwei besonders engagierte Isenburger: Burkhard Ammon und Nikolaos Michos sind mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet worden. Erster Gratulant war Landrat Oliver Quilling.

„Ehrenamtliches Engagement ist eine bedeutsame Säule unserer Gesellschaft – und mit Geld nicht aufzuwiegen.“ Dies hob Quilling bei der Auszeichnung von Burkhard Ammon (79) und Nikolaos Michos (50) am Mittwochabend im Rathaus hervor. Beide Geehrten darf man wohl als eine Art Vereinsmeier im besten Sinne bezeichnen. „Burkard Ammon ist dort anzutreffen, wo es gilt anzupacken – hier möchte ich den Freundeskreis Afghanistan, den Förderverein Städtepartnerschaften und insbesondere den Lauftreff nennen“, so Bürgermeister Herbert Hunkel. Nikolaos Michos kennt man seit vielen Jahren durch sein Engagement in der Freiwilligen Feuerwehr, auch als Vorsitzenden der Griechischen Gemeinde sowie für seine Bemühungen, in Deutschland ausrangierte Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge in sein Heimatland Griechenland zu schaffen.

Landrat Oliver Quilling gratulierte Burkhard Ammon zur Auszeichnung – Inge Ammon durfte sich über einen Blumenstrauß freuen.

Quilling sah in Ammon einen langjährigen Wegbegleiter, schon aus seiner Zeit als Isenburger Bürgermeister. „Wer sich in Neu-Isenburg durch Joggen, Walken oder Nordic-Walken fit halten möchte, der orientiert sich am Lauftreff – und dort ist Burkhard Ammon zu finden“, so der Landrat. Lange war Ammon Betreuer des Lauftreffs im Tennisclub. Seit Anfang 2015 ist der Lauftreff ein eigenständiger Verein, dessen Vorsitz nun Ammon innehat. Zudem bringt sich der pensionierte Betriebswirt als Organisator ein, beispielhaft sei hier sein „Baby“, der Hugenottenduathlon, genannt, der gemeinsam mit dem Radteam nun bereits zum neunten Mal über die Bühne ging und bei dem mittlerweile rund 500 Teilnehmer starten. Auch für den TV ist Ammon tätig. Er nimmt seit vielen Jahren das Sportabzeichen ab und bereitet die Interessenten im wöchentlichen Training darauf vor. „Er selbst geht mit gutem Beispiel voran und hat im letzten Jahr das 35. Abzeichen erworben“, hob Quilling hervor.

Den studierten Informatiker Michos kennen ebenfalls die meisten Isenburger. Nicht nur von der Feuerwehr, wo er sich seit 1992 ehrenamtlich engagiert, sondern auch aus der Lokalpolitik: Für die CDU saß er von 2001 bis jüngst in der Stadtverordnetenversammlung. Seit fast 30 Jahren lebt Michos in Deutschland; zunächst zwei Jahre in München, bevor er 1989 nach Frankfurt zog. Ein halbes Jahr später wählte er Isenburg als seine Heimatstadt aus.

Bereits 1991 trat Nikolaos Michos der griechischen Gemeinde Neu-Isenburg bei und wurde ein Jahr später in den Vorstand gewählt. Von 1994 bis 2014 übernahm er das Amt des Vorsitzenden und leitete den Verein mit großer Freude. „Sein Ziel war und ist die erfolgreiche Integration der in Isenburg lebenden Griechen“, so Quilling. Um dies zu erreichen, organisierte Michos diverse kulturelle Veranstaltungen – beispielsweise „80 Jahre Mikis Theodorakis“ oder die „kleine Olympiade des Kreises Offenbach“ anlässlich der olympischen Spiele in Griechenland 2004.

Bei so viel Sinn fürs Ehrenamtliche ist es kein, Wunder, dass der Landesehrenbrief nicht die erste Würdigung für Michos ist: „Im Rahmen der Integrationswoche 2013, durchgeführt vom Land Hessen in Zusammenarbeit mit dem Landesfeuerwehrverband, wurde Michos für seine gelungene Integration vorgestellt“, erinnerte Quilling. Michos setzt sich sehr dafür ein, in Griechenland Freiwillige Feuerwehren zu gründen. „In Deutschland ausgemusterte Löschfahrzeuge können in Griechenland noch gute Dienste verrichten und so ist Michos maßgeblich daran beteiligt, diese nach Griechenland zu bringen.“

Gemeinsam mit anderen Kollegen aus ganz Deutschland versucht Michos zurzeit, vier weitere Feuerwehren in Nordgriechenland zu gründen. Um die Rettungskräfte auf der Insel Lesbos bei der Flüchtlingshilfe zu unterstützen, werden aktuell sieben Krankenwagen aus Deutschland gespendet. „Ich wünschte mir in unseren Wehren mehr Mitglieder mit Migrationshintergrund, so wie Nikolaos Michos“, betonte Quilling. Denn für die hessischen Feuerwehren sind Migranten wie Michos unbezahlbar; nicht nur, weil sie Einsätze bei Notfällen leisten, sondern auch, weil sie neben Deutsch mindestens noch eine Sprache sprechen und zwei Kulturen kennen. Ein weiterer wichtiger Meilenstein in seinem Engagement war der Vorsitz im Ausländerbeirat, den er von 1998 bis 2015 innehatte. Seit 1999 ist er Mitglied im Vorstand des Verbandes griechischer Gemeinden Deutschlands, ebenso ist er Vorstandsmitglied des Netzwerkes griechischer Kommunalpolitiker in Europa.

lfp

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