Jeder ist für sie ein Star

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Miruna Costa inmitten der begeisterten Kinderschar.

Neu-Isenburg - Obwohl Miruna Costa gerade eine „böse Hexe“ ist, wird sie von den Kindern geliebt. „Miru, nimm mich mal in den Arm, ich will mal von einer Hexe getragen werden“, überfordert die Kinderschar geradezu ihre physischen Möglichkeiten. Von Leo F. Postl

Aber die einstige Country-Sängerin aus Rumänien will keine Schwäche zeigen, nimmt jeden Wunsch ernst. Auch als „Wolf“ ist sie umschwärmt. „Miru ist die beste Tante, die ich kenne“, meint eine junge Theaterspielerin.

„Man muss jedes Kind ernst nehmen, alle haben Talente, man muss sie nur fördern“, beschreibt Costa ihr Erfolgsrezept. Die Isenburgerin ist selbst Mutter einer Tochter, kennt Ansprüche und Bedürfnisse der Kinder. Mit ihren Theaterprojekten will sie dem Nachwuchs Entfaltungsmöglichkeiten in alle Richtungen bieten. „Wer in Pantomime besser ist, bekommt ebenso seine große Rolle wie jene, die besser im Gesang sind“, erklärt die Sängerin der Band Silverwood ihr Konzept. Mittlerweile sind es sechs Gruppen geworden, die Costa aufgebaut hat und betreut. So arbeitet sie in Kooperationsprojekten mit den Theater-AGs in Schulen und Kitas, hat nun zudem selbst eine Gruppe.

Theater, Gesang und Tanzen

Um Ängste abzubauen, wendet sie das Prinzip der „Lachstraße“ an. „Hier durchläuft jeder das Spalier der Mitwirkenden und alle dürfen faxen machen so viel sie wollen – es soll möglichst viel gelacht werden“, erklärt Costa. Sie will damit erreichen, dass nicht nur andere zum Lachen gebracht werden sollen, sondern man auch über sich selbst lachen kann. Wichtig ist ihr, dass es in der Gruppe keine Berührungsängste gibt. „Es ist teils für mich erschreckend, wer nicht mit wem in Kontakt kommen will – das darf es in einer Gruppe, die erfolgreich sein will, nicht geben“, so Costa. Paarweise, Rücken an Rücken laufend oder umgekehrt, sich in die Augen sehend, werden solche Hemmschwellen abgebaut.

Das Konzept von Miruna Costa ist auf den Säulen Theater, Gesang und Tanzen aufgebaut. Dabei geht sie gezielt auf die Wünsche ihrer Gruppenmitglieder ein. „Wenn jemand als Gesangsstar auf der Bühne stehen möchte, wird er genau so gefördert wie andere, die sich besser beim Tanzen ausdrücken können“, erklärt die Theatermacherin. „Es ist für mich immer wieder überraschend, wie begeistert die Kinder sind und dies auch ernst nehmen“, betont Costa. Nachdem sich die Gruppe für ein Projekt oder ein Thema entschieden hat, schreibt Costa genau passend für die Akteure ein Drehbuch. Niemals lässt sie die Gruppe allein auf der Bühne, immer ist sie als Akteurin mit dabei. „Nicht die Hauptrolle spielen, aber dennoch Sicherheit geben“, so ihre Devise.

Die Bühne hat Costa bisher viel gegeben und daran will sie „ihre“ Kinder teilhaben lassen. Jeder ist ein kleiner Star für sie. So entstand das Kindertheater Miruly. Derzeit gibt es aber ein Problem: Der Übungsraum für die Mittwochsgruppe wurde gekündigt. Wer einen Raum weiß oder gar anbieten kann, meldet sich über

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