Mitmachgarten-Projekt sucht Mitstreiter

Essbares Isenburg

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Begeistert vom Mitmachgarten sind (von links) Claudia Lack, Jutta Endres, Sabine Salzmann, Angelika Werner und Atsuko Kato.

Neu-Isenburg - Mitstreiter für den neu angelegten Mitmachgarten sucht eine rührige Damengruppe.

Beim „bunten Tag der offenen Tür“ zum Tag der Städtebauförderung wird dieses Projekt als Initialzündung für die Idee einer essbaren Stadt vorgestellt – und es gibt noch viel mehr zu entdecken rund um das Stadtteilzentrum West. In den hellen, mit viel frischer Muttererde ausgefüllten Holzkisten zeigen sich schon die ersten duftenden Sprösslinge. Im eher kleinen Garten des Stadtteilzentrums West haben sich Jutta Endres, Anngret Hoffmann, Atsuko Kato, Sabine Salzmann und Angelika Werner ein Kleinod geschaffen. Schon bald wollen sie an dem Idyll in der Stadt essbare Blüten, kleine Tomaten, Johannisbeeren, Peperoni, Rosmarin, Basilikum und andere Köstlichkeiten ernten. „Urban Gardening“ nennt sich dieses Gärtnern auf kleinem Raum auf Neudeutsch.

Seit einigen Wochen gibt es im Stadtteilzentrum West diesen Mitmachgarten. „Geboren wurde die Gruppe aus den derzeit sieben Gärtnerinnen aus dem Lesekreis der Gartenfreunde. Dort haben wir noch im Quartier IV Gedichte und Geschichten unter freiem Himmel gelesen“, erzählt Angelika Werner. Mit dem Wechsel von Claudia Lack – nun Leiterin des Stadtteilzentrums West – habe es sich angeboten, neben dem gemeinsamen Lesen am neuen Standort das gemeinsame Gärtnern zu beginnen. Inspiriert wurden die Frauen übrigens von dem Projekt „Essbare Stadt“, das in einigen bundesdeutschen Städten bereits gelebt wird. Vorreiter war die Stadt Andernach. Auch ganz in der Nähe, in Hattersheim, wird das Konzept mit dem Projekt „Auf gute Nachbarschaft: Die essbare Siedlung Hattersheim“ verwirklicht.

Foto-Wettbewerb für Gartenfreunde in der Region

Die Pflanzkisten für den Isenburger Mitmachgarten hat der DLB zur Verfügung gestellt, die Arbeit haben die engagierten Damen verrichtet. „Wir haben in den vergangenen Wochen schon einiges über das Gärtnern gelernt und es macht richtig Spaß, hier zusammen an den Beeten zu arbeiten“, sagt Atsuko Kato. Der Garten solle ein Ort der Begegnung werden und jeder ist eingeladen, sich das eine oder andere Kraut zu pflücken oder selbst mitzumachen – sei es beim Pflanzen, Gießen oder Genießen der Ernte. „Garten und Gartenarbeit ist ja wieder schwer im Trend. Die Kleingartenvereine haben riesige Wartelisten“, weiß auch Bürgermeister Herbert Hunkel. Er hofft, dass sich das Urban Gardening noch weiter ausdehnen lässt. „Sollten sich weitere Interessierte finden, wäre es zu überlegen, eine Freifläche vor einem der Wohnhäuser zu einem Gemeinschaftsgarten umzufunktionieren. Wir sind offen für die Vorschläge der Bürger“, hat der Rathauschef schon neue Ideen.

Die Gruppe will darüber hinaus auch weiterhin der Literatur verbunden bleiben und so sind für den Sommer im Mitmachgarten bereits Lesungen zu Themen rund um den Garten geplant. Wer jetzt Lust hat, selbst zu gießen und zu ernten, kann sich bei Claudia Lack unter s 06102/241456 melden.

Alle Teilnehmer des Gartenwettbewerbs im Überblick

Wer erstmal einen Blick auf den Garten oder die vielen weiteren Angebote im Stadtteilzentrum West werfen möchte, hat dazu am kommenden Samstag, 21. Mai, Gelegenheit: Dann findet zum zweiten Mal in Deutschland der Tag der Städtebauförderung statt – mit bundesweit über 750 angemeldeten Veranstaltungen. Isenburg ist dieses Jahr mit einer eigenen Offerte dabei: Gefeiert wird ein „Bunter Tag der offenen Tür“ im Familienzentrum Kurt-Schumacher Straße und dem Stadtteilzentrum West. „Im Rahmen des Städtebauförderprogramms Soziale Stadt wurde in den letzten Jahren viel umgesetzt und das Quartier West sichtbar aufgewertet“, sagt Hunkel. „Zur Feier dieser Entwicklung haben die beiden für den Stadtteil wichtigen Einrichtungen zusammen mit dem Quartiersmanagement der NH ProjektStadt ein vielfältiges Programm auf die Beine gestellt.“ Von 14 bis 17 Uhr sind alle Isenburger eingeladen, in der Kurt-Schumacher-Straße 6 und 8 vorbeizuschauen. Im Familienzentrum steigt ein Kinder- und Familienfest mit kleinen Vorführungen der Kinder und Spielstationen „rund um den Ball“, auch Hausführungen werden angeboten.

Im angrenzenden Stadtteilzentrum ist für das leibliche Wohl gesorgt. Eine Ausstellung „Soziale Stadt Stadtquartier West“ dokumentiert die vielen umgesetzten Projekte. Der Jugendraum bietet einen Ort zum Chillen, der Tisch-Kicker im von Jugendlichen in Eigeninitiative neu bepflanzten Atrium steht für spannende Fußball-Wettkämpfe bereit. (col / hov)

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