Wie sieht’s mit der Mobilität in Neu-Isenburg aus?

Montagsrunde: Neuer Schwung für Verkehrswende

Neu-Isenburg - Die Montagsrunde nimmt die „Woche der Mobilität“ zum Anlass für eine Bestandsaufnahme über „Fortschritte zur regionalen Verkehrswende, zu der sich auch die Stadt Neu-Isenburg in verschiedenen Gremien verpflichtet hat“.

Es sind optimistischere Töne als sonst, die der den Grünen nahestehende regionalpolitische Arbeitskreis anschlägt. Die gute Auslastung der neuen Tramlinie 17 und die intensive Nutzung der Fahrradabstellanlage zeigen aus Sicht von Sprecher Werner Geiß und seinen Mitstreitern, „dass viele Bürger bereit sind, ihre Mobilitätsgewohnheiten zu ändern“.

Endlich, so lobt die Runde, sei in die Isenburger Mobilität investiert worden – wenn auch „nicht primär in Neu-Isenburg, sondern am Südrand des Frankfurter Stadtwaldes, konkret: in die Straßenbahnendhaltestelle“. Nach deren Sanierung sei die Akzeptanz groß, vor allem auch für die neue Fahrradabstellanlage: „Werktags findet sich für Fahrräder kaum noch ein freier Platz, erst recht nicht für Autos auf dem Park-and-Ride-Platz, so dass an der Isenburger Schneise Fußweg und Straßenrand zugestellt werden“, schreibt die Montagsrunde. „Zweifellos würden die meisten Fahrgäste lieber nahe am Wohnort oder Arbeitsplatz ein- oder aussteigen. Dies wurde nun auch im Rathaus erkannt.“ Nachdem prominente Stadtplaner und Wissenschaftler für eine Verlängerung der Tramlinie durch Isenburg nach Sprendlingen plädiert hätten, „schwindet endlich der politische, mitunter ideologische Widerstand gegen dieses seit Jahrzehnten geplante Projekt“, stichelt der Arbeitskreis.

Lange sei der Regiotramlinie Westtangente (RTW), die das Isenburg-Zentrum mit dem Isenburger Bahnhof und dem Flughafen verbinden wird, Priorität vor der verlängerten Tramlinie 17 eingeräumt worden. Trotz fortgeschrittener Planung werde jedoch die baulich sehr aufwändige, den Eisenbahn-Normen folgende RTW kaum vor 2030 rollen. „Lobenswert ist die geplante Verlängerung der Strecke bis zum Gewerbegebiet Ost, womit zugleich auch das künftige Wohnquartier Birkengewann angebunden wäre“, findet Geiß. Die Westtangente werde aber nicht jene Fahrgäste bedienen, die von der kreuzenden Tramlinie 17 erfasst würden. Daher finden die Arbeitskreisler, es wäre doch angebracht, „zügig die viel preisgünstigere und simplere Straßenbahnstrecke zu realisieren“.

Auch auf den Radverkehr richtet die Runde den Blick. Wenngleich dieser durch Schutzstreifen und punktuelle weitere Maßnahmen begünstigt worden sei, „wird er aber weiterhin massiv vom Autoverkehr bedrängt“. Dies liegt aus Sicht der Runde nicht nur an der Gestaltung der Wege, sondern auch an den Mobilitätsgewohnheiten: „Manchen Autofahrern fehlt die Geduld, Radfahrer nicht sofort überholen zu können. Auch deshalb flüchten ängstliche Radler auf den Gehweg.“

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Die Runde hofft daher, dass die derzeit laufende Aktion „Stadtradeln“ auch „auf die gegenseitige Akzeptanz der Verkehrsteilnehmer“ setzt. Denn Neu-Isenburg sei „wie kaum eine andere Stadt fürs Radeln geeignet“. Solange aber der rollende und ruhende Autoverkehr die Mobilität und das Stadtbild derart prägten, sei das Potenzial der Stadtentwicklung begrenzt, kritisiert die Runde seit Jahren immer wieder. Und: Entsprechende Einnahmen, so Geiß weiter, fließen der Stadt dadurch auch nicht zu. Er schlägt daher vor: „Wie bereits in anderen Kommunen praktiziert, sollten die Kosten des Verkehrs ermittelt werden. Auf dieser Grundlage könnte auch in Neu-Isenburg eine Parkraumbewirtschaftung umgesetzt werden.“

Fazit der Montagsrunde: „Nach der Kommunalwahl wurde auch die Verantwortung für Umwelt und Verkehr neu geordnet. Wir sind zuversichtlich, dass damit nun die Voraussetzungen für die Verkehrswende in Isenburg geschaffen wurden.“ (hov)

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