Ärger über rücksichtslose Fahrer

Nase voll vom Hupkonzert

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Weil manchem Autofahrer die Geduld fehlt, sieht sich die Stadt dazu veranlasst, auf die Sinnhaftigkeit des „Bei Rot hier halten“-Schildes an der Ecke Karlstraße hinzuweisen.

Neu-Isenburg - Wer von der Karlstraße aus auf die Frankfurter abbiegen will, hat vor allem im Berufsverkehr ein Problem: Er braucht oft viel Geduld. Gerade im Berufsverkehr kommt es an der Ampel Friedensallee/Ecke Frankfurter Straße stadtauswärts oft zu Rückstaus.

Die Straßenverkehrsbehörde der Stadt sieht sich nun veranlasst, darauf hinzuweisen, „dass auf jeden Fall die Einmündung zur Karlstraße freizuhalten ist“. Darauf weise nicht ohne Grund auch ein Verkehrsschild mit der Aufschrift „Bei Rot hier halten“ hin. Allein: An Geduld fehlt es offenbar immer wieder Autofahrern. So hat sich beispielsweise jüngst ein Isenburger ans Rathaus gewandt, weil er es satt hat, mit einem „Hupkonzert“ dafür bestraft zu werden, dass er dort ordnungsgemäß eine Lücke lässt. Immer wieder, so schildert nicht nur dieser Mann, gebe es dort vor allem morgens Ärger, „wenn ungeduldige Autofahrer versuchen, vorausschauende und aufmerksame Autofahrer dazu zu bewegen, die straßenbreite Lücke zu schließen“. Diese, das betont die Behörde ausdrücklich, handeln jedoch im Sinne der Straßenverkehrsordnung – „denn trotz Vorfahrt oder grüner Ampel darf niemand in eine Kreuzung oder Einmündung einfahren, wenn er auf dieser warten müsste“.

Auch im Sinne der von Rückstaus betroffenen Anwohner in der Karlstraße sei die Freihaltung der Einmündung auf der Frankfurter von großer Bedeutung, betont Stefan Schmitt. Immer wieder, so erzählt der Erste Stadtrat, werde er auch von Bürgern gefragt, warum die Stadt dort keine Ampel hinsetze. Das habe man geprüft, es gehe jedoch nicht. Und zwar deshalb, weil die nächste Ampel nur einen Steinwurf entfernt steht – „da müssen gewisse Abstände eingehalten werden“. Schmitt und Bürgermeister Herbert Hunkel bitten die Autofahrer, aufeinander Rücksicht zu nehmen: „Wir appellieren dringend an alle Verkehrsteilnehmer, die Kreuzungen und Einmündungen frei zu halten und somit einen bestmöglichen Verkehrsfluss zu unterstützen.“

Apropos Verkehrsfluss: Auch an einer anderen Stelle in der Stadt werden Autofahrer demnächst Einschränkungen hinnehmen müssen, dort allerdings wegen einer Baustelle und – wenn alles nach Plan läuft – nur bis zum Jahresende: Der DLB, Stadt und Stadtwerke kündigen gestern „umfangreiche Tiefbauarbeiten“ in der Brunnenstraße zwischen der Carl-Ulrich- und der Jahnstraße an. Der Grund sind Kanal- und Straßenbauarbeiten, los gehen soll es am 19. September. „Der Regenwasserkanal wird erneuert und unter dem Gehweg in den Straßenbereich verlegt sowie eine Wasserleitung erneuert“, berichtet der DLB. Im Anschluss werde die Straße grundhaft erneuert. Die Gehwege bleiben beidseits erhalten und werden nur bei Bedarf repariert. Die Bauarbeiten sollen bis Ende Dezember abgeschlossen sein.

Die irrsten Autofahrer der Welt

Im Frühjahr 2017 schließt sich ein weiterer Abschnitt an, der von der Jahn- bis zur Alicestraße reicht. Für die Straßenbaumaßnahme rechnet die Stadt mit Kosten von 600.000 Euro. Die Bauarbeiten zwischen der Carl-Ulrich- und der Jahnstraße werden abschnittsweise angegangen. Der erste Abschnitt erstreckt sich vom Kreuzungsbereich mit der Carl-Ulrich-Straße bis zur Zufahrt zu den Parkplätzen hinter dem Anwesen Brunnenstraße 114. Der Abschnitt ist voll gesperrt, eine Zufahrt in die Brunnenstraße von der Carl-Ulrich-Straße aus nicht möglich.

Der zweite Bauabschnitt reicht dann ab Ende Oktober von der Parkplatzzufahrt bis zur Jahnstraße. Auch dieser Abschnitt wird voll gesperrt, eine Zufahrt in die Brunnenstraße von der Jahnstraße aus ist nicht möglich. Insbesondere tagsüber ist in der gesamten Brunnenstraße mit Behinderungen durch Bagger- und Lkw-Verkehr zu rechnen, auch Parken ist im Baustellenbereich nicht möglich. Man habe, so betont die Stadt, mit dem Beginn der Arbeiten extra bis zum Ende der Freibadsaison gewartet, da ja vor allem der Bereich unmittelbar rund ums Schwimmbad betroffen sei. Der DLB betont sein Bemühen, „Beeinträchtigungen auf ein Mindestmaß zu reduzieren“. Die Abfuhrtage der Müllabfuhr bleiben von der Baustelle unbeeinflusst. (hov)

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