Am Freitag geht's los

Ältestes Weinfest der Region feiert 25. Geburtstag

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Mit charmanter Unterstützung von Weinhoheiten aus Groß-Umstadt wird übermorgen das Fest eröffnet. Jeden Abend sorgt eine andere Band für Unterhaltung, darunter am 16. August Smiley Garfield.

Neu-Isenburg - Die Hugenottenstadt liegt zwar nicht in einem Weinbaugebiet, ihr Weinfest hat trotzdem Tradition. In diesem Jahr gibt es ein kleines Jubiläum zu feiern: Für die 25. Auflage ist alles angerichtet, zehn Tage im Zeichen edler Tropfen können kommen. Dazu gibt’s ab Freitag täglich Live-Musik.

„Es war das erste Weinfest im ganzen Kreis Offenbach“, erinnert sich Thomas Leber. Der Leiter der Hugenottenhalle ist von Anfang an rund ums Fest mit von der Partie. Wie sich die Sommer-Sause seit der Premiere 1992 entwickelt hat, davon gibt der „kleine Rückblick“ einen Eindruck, den Organisator Rolf Daffner vom Kulturbüro aus Zeitungsartikeln zusammengestellt hat. Dieses Heft gibt’s zu sehen, wenn ab Freitag, 12. August, die Hugenottenstadt zum 25. Mal ihr Weinfest feiert. Täglich ab 17 Uhr fließt auf dem Rosenauplatz hoffentlich nur der Rebensaft in Strömen – und nicht der Regen. Anfang der 90er, als der Journalist Dieter Staak, von dem die Idee fürs Fest stammte, sowie Leber und Co. die Premiere vorbereiteten, da war es nicht Regen, sondern Wind, der den Machern ein unvergessenes Erlebnis bescherte. Um fürs Weinfest zu werben, so erzählt Leber, wollten sie ein Transparent von einem Mast vor der Hugenottenhalle aus über die Frankfurter Straße aufhängen. Allein: Die Windlast sei zu groß gewesen, das Banner kam gleich vier Mal wieder runter. Darauf wurden auch die Zeitungen aufmerksam – und das Blatt mit den vier Großbuchstaben habe groß getitelt: „Eine Stadt versucht, ein Transparent aufzuhängen.“

Ob die Isenburger das damals lustig fanden? Fraglich. Heute jedoch blickt Leber mit einem Grinsen zurück: „Das war natürlich ‘ne tolle Werbung, der Wind hat uns überregionale Aufmerksamkeit beschert, es kamen viele Besucher.“ Dabei, ergänzt er, habe es in der Anfangszeit durchaus kritische Stimmen gegeben. Einige unkten, was Isenburg denn mit Wein zu tun habe; und auch Probleme mit den Anwohnern habe es in den Anfangsjahren durchaus gegeben, auch weil das musikalische Angebot damals deutlich üppiger und lauter dahergekommen sei, „da hat auch mal ne 13-Mann-Band gespielt“. Nach drei oder vier Jahren habe es gar eine Krisensitzung mit den Stadtoberen gegeben. Doch mit der Zeit seien dann doch die meisten Leute begeistert gewesen vom Fest.

Das wartet in seinem 25. Jahr mit allem auf, was Weinfest-Fans schätzen: Die Gäste können sich auf dem Rosenauplatz zwischen Hugenottenhalle und Isenburg-Zentrum bis einschließlich Sonntag, 21. August, täglich an 22 Winzer- und Gastronomieständen laben. „Sieben oder acht sind von Anfang an dabei“, erzählt Organisator Rolf Dafffner vom Kulturbüro. Und viele Isenburger haben längst einen Lieblingswinzer, bei dem sie Jahr für Jahr ihren Grauburgunder, Dornfelder oder Chardonnay schlürfen. Während die Winzer aus Bad Vöslau, Neu-Isenburgs österreichischer Partnerstadt, von Beginn an zu den Stammanbietern gehören, waren die andereren Partnerstädte bisher nur über den Stand des Fördervereins Städtepartnerschaften vertreten. Zum Jubiläum hat die Stadt auch alle anderen Partnerstädte eingeladen, sich aktiv zu beteiligen.

Bilder aus dem vergangenen Jahr

Bilder: Weinfest in Neu-Isenburg

Zugesagt hat die französische Partnerstadt Veauche. Die liegt im Departement Loire. Gemeinsam mit dem Ehepaar Martine und Claude Dufrane, das sich auf französischer Seite seit vielen Jahren für die Städtepartnerschaft engagiert, kommt Winzer Guido D’Antonio vom Weingut Jean-Baptiste Clair mit seiner Familie nach Isenburg. Am letzten Weinfestwochenende (19. bis 21. August) wird er seine Weine präsentieren. Der Franzose hat Cremant von der Loire aus Renaison aus der Gegend von Roanne im Gepäck. Überwiegend werden auf dem Granitboden des Gebiets Rotwein und einige Roséweine angebaut. Außerdem findet man Weißweine (Chardonnay) mit der Herkunftsbezeichnung „Vins de pays d’Urfé“. Der Winzer hat sich auf Sekt aus Chardonnay-Trauben spezialisiert, der nach der Champagner-Methode gekeltert wird. Und damit dieser Stand an den anderen Tagen nicht leer bleibt, hat sich ein Mitstreiter gefunden, der auch ein Werbe-Trumpf sein dürfte: In den ersten Tagen wird der bekannte Feinkostexperte Hans Kümmerle an dem Stand Käsespezialitäten anbieten. 

 Viel Musik zum Wein

Was wäre das Weinfest ohne den musikalischen Rahmen? Jeden Abend sorgt eine andere Band ab 18 Uhr für Unterhaltung. Nachfolgend eine Übersicht: 

  • Freitag, 12. August: Unterhaltungsmusik mit Trio T-K-K; 19.30 Uhr  offizielle Eröffnung durch Kulturdezernent Theodor Wershoven
  • Samstag, 13. August: Top Sound Band 
  • Sonntag, 14. August: Stereo Coffee
  • Montag, 15. August: Duo Angela & Susi
  • Dienstag, 16. August: Smiley Garfield 
  • Mittwoch, 17. August: „Tom´s Jet Set & best of Crazy Cats” 
  • Donnerstag, 18. August: Wonderfrolleins 
  • Freitag, 19. August: Duo ChiC 
  • Samstag, 20. August: The Five Strangers 
  • Sonntag, 21. August: Golden Age Swingtett

Parallel zum Fest findet wie in den Vorjahren eine Ausstellung im „blauen Salon“ der Hugenottenhalle statt. Zu sehen sind unter dem Titel „Raices“ (Wurzeln) Grafiken von Sissi Gutiez. hov

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