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Protest gegen Anti-Euro-Partei

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Neu-Isenburg - Wo er sich ankündigt, da regt sich Protest: Das ist auch gestern am Nachmittag nicht anders, als Bernd Lucke, Spitzenkandidat der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) bei der Europawahl, auf seiner Wahlkampftour durch Deutschland in der Isenburger Hugenottenhalle Station macht. Von Barbara Hoven

Ein Großaufgebot der Polizei steht schon zwei Stunden vorher rund um die Halle. Die neu gegründete Isenburger „Initiative gegen Rechtspopulismus“ hat angekündigt, diesen hessischen Wahlkampfauftakt der AfD zu stören. Etwa 70 Demonstranten formieren sich vor Veranstaltungsbeginn. Ausschreitungen bleiben laut Isenburgs Polizeichef Volkmar Meyer aus. Flugblätter („Die AfD ist keine Alternative“) machen die Runde, 15 Jugendliche von der Goetheschule halten Transparente hoch, pfeifen. .

Wahlkämpfer für die AfD: Arno Groß (links) aus Gravenbruch mit dem Bundesvorsitzenden Bernd Lucke. Alice Blum von der „Initiative gegen Rechtspopulismus“ hätte ihnen gern den „Goldenen Gartenzwerg für Deutschtümelei“ verliehen - wurde ihn jedoch nicht los. Fotos: Postl
Wahlkämpfer für die AfD: Arno Groß (links) aus Gravenbruch mit dem Bundesvorsitzenden Bernd Lucke. Alice Blum von der „Initiative gegen Rechtspopulismus“ hätte ihnen gern den „Goldenen Gartenzwerg für Deutschtümelei“ verliehen - wurde ihn jedoch nicht los. © Postl, Leo F.

Und Alice Blum versucht als Sprecherin der „Initiative gegen Rechtspopulismus“, Lucke den „Goldenen Gartenzwerg für Deutschtümelei“ zu verleihen. Ohne Erfolg. Sicher gehöre es doch auch zum Wesen der Demokratie, verschiedene Meinungen zuzulassen, sagt Parteichef Lucke, als er drinnen auf die Demonstranten angesprochen wird. Er fühle sich missverstanden und habe den Eindruck, „dass diese Leute völlig fehlinformiert sind“. Der Gartenzwerg schafft es nicht bis zu Lucke. „Kein Interesse, ich brauche keinen goldenen Zwerg“, sagt er nur. Die Demonstranten müssen draußen bleiben; die Ordnungshüter verteidigen das Hausrecht des Veranstalters. In die Halle kommt nur, wer sich von Sicherheitsleuten durchsuchen lässt. Zu den Beweggründen des Protests sagt Blum, es sei unabdingbar, sich jederzeit und überall dem ihrer Ansicht nach von der AfD verbreiteten Gedankengut „von Nationalismus, Sexismus und Rassismus“ entgegenzustellen.

Demo bei AfD-Wahlkampfveranstaltung

Im Saal hören rund 300 Menschen, wie Lucke Schlaglichter auf die Euro-Rettung, Griechenland, Euro-Zentralismus wirft. Auch der lokale AfD-Mann Arno Groß, 63, aus Gravenbruch ist da. Er berichtet, dass sich im Anschluss an Luckes Auftritt ein AfD-Ortsverein Neu-Isenburg gründen werde. Und: Er spiele mit dem Gedanken, in zwei Jahren für das Amt des Isenburger Bürgermeisters zu kandidieren. Im Kreis Offenbach hat die AfD eigenen Angaben zufolge derzeit 136 Mitglieder, in der Stadt Offenbach knapp 30. Zur Mitgliederentwicklung sagt Lucke: „Es geht sanft nach oben.“

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