Einnahmen: Neu-Isenburg schafft den Sprung in die Top Ten

Gewerbesteuer: Kurs auf ein neues Rekordniveau

Neu-Isenburg - Es ist ein Rekord – schon wieder: Wenn es keine Einbrüche gibt, werden am Jahresende satte 67 Millionen Gewerbesteuer aufs Konto der Stadt geflossen sein. Das sind noch sieben mehr als die prognostizierten 60 Millionen.

Das Statistische Landesamt sieht Isenburg derzeit in den Top Ten aller hessischen Kommunen. Kämmerer anderer Städte dürften ohnehin regelmäßig neidvoll nach Neu-Isenburg gucken, das ist nicht neu. Dieser Tage hat man im Rathaus jedoch einen besonderen Anlass, sich stolz über die Steuereinnahmen zu äußern. Denn das Statistische Landesamt hat in seiner Halbjahresbilanz 2016 nicht nur berichtet, dass die Gewerbesteuer hessischen Kommunen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres so viel Geld in die Kassen gespült habe wie nie zuvor (wir haben berichtet). Die Statistiker sehen Isenburg gar unter den Top Ten aller 426 hessischen Kommunen.

Vor der Hugenottenstadt landen im Ranking der Gewerbesteueraufkommen im ersten Halbjahr 2016 nach Spitzenreiter Frankfurt (973,4 Millionen Euro) mit großem Abstand Wiesbaden (169,6 Millionen), Kassel (87,8 Millionen) und Eschborn (85,7 Millionen), Darmstadt (81,5 Millionen) und Marburg (52,4 Millionen) sowie auf den Plätzen sieben bis neun Schwalbach am Taunus, Bad Homburg und Offenbach. Neu-Isenburg schafft in der Bilanz mit seinen 40,8 Millionen Euro im ersten Halbjahr den Sprung auf Platz zehn.

Diese Nachricht freue ihn natürlich, sagt der Bürgermeister im Gespräch mit unserer Zeitung. Bereits Anfang Juni, als Herbert Hunkel die Aufgaben im Rathaus neu verteilt und die Kämmerei an den Ersten Stadtrat Stefan Schmitt (CDU) übergeben hatte, hatte der Rathauschef auf die guten Einnahmen hingewiesen. Gestern konkretisiert er: „Wir haben im ersten Halbjahr 2016 eine gute Entwicklung der Gewerbesteuereinnahmen zu verzeichnen. Derzeit liegen wir mit 67 Millionen Euro 7 Millionen über dem Haushaltsansatz 2016 und 10 Millionen über dem Jahresergebnis 2015.“ Dies ist selbst fürs erfolgsverwöhnte Isenburg mal wieder Rekord: „Es ist der bisher höchste Stand in der Geschichte der Stadt“, sagt Hunkel. Ob dieser bis zum Jahresende so bleibe, müsse man abwarten; „die bisherige überaus positive Entwicklung ist aber seit Monaten sehr stabil“.

Steuersenkungen: Wer davon profitiert

Hunkel betont aber auch: „Leider verbleiben der Stadt von einem Euro Gewerbesteuer nur 33 Cent, der Rest wird in Form von Umlagen wie Gewerbesteuerumlage, Kreis-, Schul- und Solidaritätsumlage, von Dritten, also Land und Kreis, regelrecht abgesaugt.“ 18 Jahre lang war Hunkel für die Finanzen verantwortlich, bevor er die Kämmerei im Juni an Stefan Schmitt (CDU), der derzeit im Urlaub weilt, abgab. Seine Kämmerer-Bilanz müsse sich nach 18 Jahren nicht verstecken, hatte der Bürgermeister im Juni aufgezeigt: Die Gewerbesteuereinnahmen hätten sich im Zeitraum von 1998 (19 Millionen) bis 2016 mehr als verdreifacht, das Vermögen der Stadt sei von 104 Millionen im Jahr 1998 auf 261 Millionen in 2015 angewachsen, „bei gleichzeitiger Begrenzung der Schulden der Stadt von 35 Millionen in 1998 auf 45 Millionen in 2016, denen 41 Millionen Forderungen der Stadt an Dritte gegenüberstehen.

Ergebnisse für alle 426 hessischen Gemeinden können unter https://statistik.hessen.de im Bereich „Zahlen & Fakten“ abgerufen werden.

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