Fachbüro legt Prioritätenliste für Sanierungen vor

Neu-Isenburgs Sportanlagen unter der Lupe

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Reichlich Auswahl für Bewegungs-Fans: Der Sportpark im Westen der Stadt ist der größte Sport- und Freizeitbereich Neu-Isenburgs. Vom großen Stadion, in dem bei Veranstaltungen bis zu 15.000 Menschen Platz finden, über diverse Trainingsplätze bis hin zu Spielplatz und Halfpipe reicht dort das Angebot.

Neu-Isenburg - Von dem, was Isenburg an Sportanlagen zu bieten hat, wagt man sich in manch anderer Stadt nicht mal zu träumen. Deren Funktionsfähigkeit und Attraktivität zu erhalten ist eine Mammutaufgabe, die ins Geld geht. Von Barbara Hoven 

Auf Wunsch des Parlaments hat ein Fachbüro nun den Zustand aller Sportstätten unter die Lupe genommen und eine Prioritätenliste für Sanierungen vorgelegt. Fünf Anlagen rücken dabei in den Fokus. Gespräche mit den Vereinen hat’s schon gegeben, nun ist die Politik nach der Sommerpause am Zug. Vorneweg: Ganz oben auf der Prioritätenliste landen zwei Anlagen im Sportpark. Die stark genutzte, eingesäte Tennenfläche (Hartrasenplatz) sowie die total abgenutzte Laufbahn rund um das Rasenfeld 3. Mittlere bis hohe Priorität in Sachen Sanierung sehen die Fachleute zudem beim Rasenplatz 2 im Sportpark sowie beim Kunststoffrasenfeld der Sportanlage in Zeppelinheim.

An der fünften Problem-Anlage auf der Liste hat die Stadt indes bereits vor einigen Wochen mit der Sanierung begonnen: am Kunstrasenplatz im Buchenbusch. „Der war wirklich runtergespielt“, sagt Thomas Leber, der Leiter des Fachbereichs Sport. Wie berichtet, war schon länger bekannt, dass es bei dem von der TSG mit ihren vielen Jugendteams genutzten ältesten Kunstrasenplatz der Stadt altersbedingt und auf Grund einer starken Nutzung Probleme gibt; zahlreiche Flickstellen belegten das. Rund 400.000 Euro nimmt die Stadt nun in die Hand, um den Platz wieder fit zu machen.

Reichlich Auswahl für Bewegungs-Fans: Der Sportpark im Westen der Stadt ist der größte Sport- und Freizeitbereich Neu-Isenburgs. Vom großen Stadion, in dem bei Veranstaltungen bis zu 15.000 Menschen Platz finden, über diverse Trainingsplätze bis hin zu Spielplatz und Halfpipe reicht dort das Angebot.

Für alle weiteren Sanierungen, von denen die Rede ist, gilt: Sofort, falls überhaupt, tut sich da nix. Für dieses Jahr sind dafür keine Gelder im städtischen Haushalt vorgesehen. Die Prioritätenliste muss nämlich zuerst den Weg durch die parlamentarischen Gremien antreten – und dient der Politik als Grundlage für Diskussionen darüber, für was man wie viel Geld in die Hand nimmt. Denn das auch Isenburg sparen muss im Haushalt 2017, ist ja kein Geheimnis. Doch der Reihe nach. Insgesamt bescheinigt Andreas Lindner vom Fachbüro Schneider & Lindner aus Zeppelinheim der Stadt, dass die Isenburger Außensportanlagen „alles in allem in einem gut bis sehr gut gepflegten Zustand“ sind – mit Ausnahmen. Betrachtet hat der Fachmann auch die Auslastung und das Alter der jeweiligen Anlage. „Auch im Vergleich mit den Sportanlagen in der Region stehen wir sehr gut da“, findet Theo Wershoven. Der Sportdezernent verspricht: „Selbstverständlich werden wir uns dafür einsetzen, notwendige Sanierungen schnellstmöglich zu erledigen, um für unsere Sportler die guten Trainingsbedingungen optimal zu erhalten.“

Bei den vorne genannten fünf Anlagen empfehlen die Fachleute eine Sanierung mit „mittlerer-hoher“ und „hoher“ Priorität. Dass dabei die Laufbahn ganz oben landet, dürfte niemanden überraschen: Schon seit fast einem Jahrzehnt wird deren Zustand diskutiert. Die Oberfläche ist stark abgenutzt, es gibt Bodenwellen, die Randsteine sind hinüber, bei Regen steht die öffentliche Anlage oft unter Wasser. „Da muss was passieren“, sagt Leber. Und so haben sich laut Magistrat auch Vertreter der Sportvereine und der IG Vereine dafür ausgesprochen, dass die Sanierung der Laufbahn und der Leichtathletikanlage am Rasen 3 ganz oben auf der Liste landen soll. Die „Ideallösung“, also die Sanierung der Anlage mit zusätzlichen Trainingsverbesserungen für die Leichtathleten – zum Beispiel durch den Bau von Speeranlaufbahn, Tartanfläche und Weitsprungsegment – würde allerdings rund 850.000 Euro kosten. Fraglich also, ob das Parlament da mitspielt. Die an zweiter Stelle gelistete Umwandlung des Hartplatzes in Kunstrasen würde mit 620.000 Euro zu Buche schlagen.

Das Bild zeigt die arg in die Jahre gekommene Laufbahn am Rasenfeld 3, die bei Regen auch schnell mal unter Wasser steht. Auf der Prioritätenliste für Sanierungen ist sie ganz oben gelandet.

Das Gespräch mit den Vereinen hatten die Stadtoberen bereits Ende Juni gesucht und die Untersuchungsergebnisse gemeinsam erörtert. Dem Protokoll dieser Zusammenkunft ist zu entnehmen, was den einzelnen Vereinen unter den Nägeln brennt. Vertreter des TV 1861 beispielsweise machten ihrem Ärger über die ständige Verschiebung der Laufbahn-Erneuerung Luft. Und hoben hervor, dass diese Anlage von vielen Isenburgern genutzt wird: „Außer der Leichtathletikabteilung nutzen unter anderem die Fußballer, das Radteam, die Schulen und Hobbyläufer die Laufbahn“, ist im Protokoll zu lesen. Auch die Spielvereinigung 03 unterstützt laut Protokoll die Priorität der Laufbahnsanierung, „da auch die Fußballer profitieren, wenn die Leichtathleten auch außerhalb des Stadions trainieren können“.

Der städtische Fachbereich Hochbau hat zudem die fünf stadteigenen Sporthallen begutachtet und die Sanierungskosten für die nächsten zwei bis zehn Jahre geschätzt. Für die neue Halle im Sportpark (Baujahr 2013) steht nichts an. Auch die Geschwister-Scholl-Sporthalle, gebaut 1983, befinde sich im guten baulichen Zustand. Altersbedingt sehen die Experten in den kommenden Jahren Sanierungsbedarf bei den Sanitäranlagen und Umkleiden, dem Hallenboden und beim Flachdach. Geplant ist auch die Erneuerung der Beleuchtung, um den Stromverbrauch zu reduzieren. Investitionsbedarf für die kommenden zehn Jahre: geschätzte 650.000 Euro.

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Ebenfalls in gutem Zustand sind die Sporthalle Zeppelinheim, Baujahr 1978, und die Halle im Buchenbusch, Baujahr 1976. Bei beiden wird in den nächsten Jahren die Sanierung der Sanitärbereiche anstehen. In Zeppelinheim müsste zusätzlich die Heizung erneuert werden, im Buchenbusch Oberlichter und Dach. Bei diesen Hallen rechnet die Stadt mit Kosten von 150.000 beziehungsweise 200.000 Euro innerhalb der nächsten zehn Jahre. Die älteste Sporthalle, diejenige am Sportpark, befinde sich auch in einem guten Zustand, lasse allerdings in den nächsten Jahren verschiedene Sanierungsarbeiten insbesondere bezüglich der technischen Anlagen und des Energiebedarfs erwarten: Die Fachleute kalkulieren mit 550.000 bis 800.000 Euro.

Klar, all das sind Arbeiten, die ins Geld gehen – wie überhaupt die großen Sportanlagen. Thomas Leber wählt ein so einfaches wie eindrucksvolles Beispiel dafür, was er meint mit dem vorsichtig formulierten Satz: „Ich vermisse insgesamt manchmal eine gewisse Wertschätzung für all das.“ Zumal die Stadt den Vereinen für die verschiedensten Sportarten Anlagen und Hallen kostenlos zur Verfügung stellt.

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Lebers Beispiel handelt von der Müllentsorgung: 88 Papierkörbe gibt es im Sportpark. Trotzdem sind vor allem an Schön-Wetter-Wochenenden, wenn die Leute das weitläufige Areal auch als Erholungsraum nutzen, Probleme mit Müllsündern, die ihre Hinterlassenschaften arglos liegen lassen, nicht zu übersehen. Zwar habe die Stadt es auch schon mit Deckeln auf den Tonnen für mehr Sauberkeit versucht. Das habe dazu geführt, dass viele Leute ihren Abfall nebendran abstellen.

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