Mensa für Brüder-Grimm-Schule

Zehn neue Klassenräume für die Goetheschule

+
Das Bild zeigt den Hof der Brüder-Grimm-Schule. Irgendwo dort, wahrscheinlich hinten rechts, soll die neue Mensa entstehen.

Neu-Isenburg - Die Goetheschule platzt bald aus allen Nähten, es fehlen bis zu zehn Klassenzimmer. Doch nicht nur für die massive Raumnot des Gymnasiums, sondern auch für die an der Brüder-Grimm-Schule fehlende Mensa rückt nun eine Lösung näher. Der Kreis will Abhilfe schaffen und nimmt dafür Millionen in die Hand. Wo genau die Neubauten hinkommen, steht noch nicht fest.  Von Leo F. Postl 

„Am 8. Juni 2016 hat der Kreistag beschlossen, dass die Goetheschule einen Erweiterungsbau mit zehn Klassenräumen erhält. Genehmigtes Finanzvolumen ist drei Millionen Euro. Die Fertigstellung ist für den Oktober 2018 geplant.“ Soweit die kurze Meldung aus dem Kreishaus an die Leitung des Isenburger Gymnasiums. Dass Schüler in ihre favorisierte Schule nicht aufgenommen werden können, kommt immer wieder mal vor – doch was passiert, wenn es keine offenen Plätze mehr in einem vertretbaren Umkreis gibt? „Soweit sollte es nicht kommen, dafür gibt es einen Schulentwicklungsplan, doch es scheint, dass derzeit die Bevölkerung, insbesondere die junge, schneller wächst als erwartet“, verweist Ralph Hartung, Leiter der Goetheschule, auf das Problem. Die Gründe sind für den Schulträger nachrangig; er muss zusehen, dass er entsprechende Kapazitäten bereitstellt – und zwar rechtzeitig. Da Schulen nicht von heute auf morgen aus dem Boden wachsen und zudem die finanziellen Mittel nicht einfach aus dem Ärmel geschüttelt werden können, ist Planung vonnöten.

„Wir haben mal für unsere Schule eine Prognose für die nächsten zehn Jahre erstellt, ich glaube, da sind die im Kreis richtig aufgeschreckt“, zeigt Hartung auf eine Kurve steil nach oben. „Die Kinder, die in zehn Jahren zu uns in die Schule kommen, sind ja jetzt schon geboren, also hat man schon mal einen Anhaltspunkt“, so der Schulleiter. Kommen dann noch besondere Faktoren, wie Flüchtlingsströme und vermehrter Zuzug in die Metropolregion Rhein-Main hinzu, dann wird die Situation der fehlenden Unterrichtsräume noch prekärer. „Derzeit ist der Druck aus Dreieich besonders groß, für Schüler aus anderen Schulträger-Kreisen, wie der Stadt Frankfurt, habe ich leider keinen Platz mehr“, bestätigt Hartung.

Wo der Neubau hinkommt, steht noch nicht fest, der Leiter der Goetheschule wünscht sich aber ein Gebäude entlang der Offenbacher Straße – denn dadurch würde sich eine Art automatischer Schallschutz für den Schulhof und die derzeitigen Schulgebäude ergeben. Der Schulhof würde sich dann in einen „geschlossenen Campus“ verwandeln.Postl

Dabei gibt es durchaus großes Interesse beispielsweise bei Schülern in Sachsenhausen – von wo aus es mit Rad oder Bus näher nach Neu-Isenburg ist als in manches Frankfurter Gymnasium. Doch trotz zahlreicher Bewerbungen musste Hartung ablehnen – es fehlt schlicht der Platz. Schon jetzt behilft man sich an der Goetheschule damit, dass die Oberstufen ständig „wandern“, also gerade nicht belegte Räume nutzen. „Wir haben derzeit 28 Klassen und kommen gerade noch klar, was die Nutzung der Räume betrifft“, schildert Oberstudiendirektor Ralph Hartung die Situation. „Nächstes Schuljahr brauchen wir aber unbedingt schon ein oder zwei Räume mehr, danach wird es einen Bedarfssprung auf 31 und im Jahr 2022 auf 36 Räume geben – die haben wir definitiv nicht.“ Für 2025 sind gar 45 Klassenräume prognostiziert.

Der Bedarf nach mehr Raum ist aber mittlerweile als dringend erkannt, der Kreis Offenbach hat reagiert und eine Finanzierungszusage erteilt für Erweiterungsbau samt der Investitionssumme von 3 Millionen Euro. „Jetzt liegt es an uns, diese Summe möglichst optimal einzusetzen“, erklärt Hartung den nächsten Schritt. Ideen seitens der Schulleitung gibt es freilich schon. „Wir haben uns in der Ferienzeit nochmal zusammengesetzt und unsere Wunschvorstellung verfasst.“

Abiball der Neu-Isenburger Goetheschule: Fotos

So wäre aus Sicht der Schulleitung ein weiterer Gebäuderiegel entlang der Offenbacher Straße die beste Lösung. „Dieser könnte vom bereits bestehenden Parkhaus weiter gen Osten angebaut werden“, so Hartung. Dadurch bekäme der Innenhof dann einen Campus-Charakter, was eine weitere Aufwertung des Schulareals wäre. Im Neubau sollten nicht nur „normale“ Unterrichtsräume entstehen. „Einer sollte musik-fähig sein und ein weiterer für den Kunstunterricht“, nennt der Schulleiter die Mindestanforderungen. Eine „Brücke“ über den Schulhof könnte den Lehrerbereich mit dem neuen Gebäude verbinden.

Da Träumen ja beflügelt, steht eine Mensa und „irgendwann vielleicht“, Hartung traut es sich kaum auszusprechen, eine schöne Aula noch auf der Wunschliste. „Jetzt wird erst einmal ein Architektenbüro beauftragt, das soll klären, ob und wie unsere Wünsche realisiert werden können.“ Auch in der Brüder-Grimm-Schule traf unlängst eine frohe Botschaft ein: Der Schulhof soll eine Umgestaltung erfahren und eine Mensa soll dort entstehen. „Dass ich das noch erleben darf, das war wirklich eine schöne und längst fällige Botschaft“, freut sich Regine Barth. Die Leiterin der Grimm-Schule hatte schon viele Jahre um eine solche Mensa gekämpft.

Jetzt, da sie bald vor ihrer Pensionierung steht, soll sie tatsächlich kommen. „Wir freuen uns alle für die Schüler, die dann auch ein zeitgemäßes Angebot für den Mittagstisch und die weitere Nachmittagsbetreuung erhalten“, sagt Barth. Über Details kann auch sie noch nicht sprechen. „Das entscheiden ja letztendlich doch die Architekten, Hauptsache ist, dass sich jetzt endlich was in dieser Hinsicht tut“, betont die Schulleiterin. Für das Projekt an der Grimm-Schule sind beim Kreis etwa 1,4 Millionen Euro veranschlagt.

Klassisch und modern: Die besten Spick-Methoden

Mehr zum Thema

Kommentare