Ortsbeirat Zeppelinheim

Sebastian Stern bleibt an der Spitze

Zeppelinheim - Im Stadtteil ist die politische Situation nach der Wahl am Boden ruhiger als am Himmel: Dies kann man als Fazit der konstituierenden Sitzung des Ortsbeirats ziehen. Einstimmig kürte das Gremium den SPD-Politiker Sebastian Stern erneut zum Ortsvorsteher. Von Leo F. Postl 

Sebastian Stern, dessen Partei bei der Kommunalwahl in Zeppelinheim stärkste Fraktion geworden ist, war der einzige Kandidat für den Ortsbeiratsvorsitz. Ebenfalls als einzige Kandidatin bewarb sich Bettina Blüchardt (CDU) als Stellvertreterin – und ebenso einstimmig fiel ihre Wahl aus. „Wir sind zwar nur ein Beirat, wollen aber dennoch das Beste – jenseits aller Politideologie – für unseren schönen Stadtteil erreichen“, beschrieb der wiedergewählte Vorsitzende Stern seine Zielsetzung.

Zu Beginn der Sitzung begrüßte Walter Winter als Alterspräsident die in den Ortsbeirat gewählten Mitglieder sowie zahlreiche Gäste. „Auch Ortsbeiräte brauchen öffentliche Achtung und Beachtung, zumal Ortsbeiräte meiner Einschätzung nach, trotz Nähe zur Basis, im öffentlichen Bewusstsein nicht so wahrgenommen werden, wie es ihrer Bedeutung entspricht“, sagte der 80-jährige CDU-Politiker. „Berichten Sie viel aus Zeppelinheim, berichten Sie fair, begleiten Sie uns kritisch und konstruktiv bei unserer Arbeit“, gab der Alterspräsident den Mitgliedern des Gremiums mit auf den Weg.

Winter hieß die neuen Mitglieder, Margot Chelius (FDP) und Roger Fink (SPD), im Kreis der Ortsbeiräte willkommen – und dankte den scheidenden Mitgliedern Eva Anton (Grüne) sowie Michael Eberhard (CDU) für ihre geleistete Arbeit. Einen besonderen Dank richtete Winter auch an den Magistrat sowie Bürgermeister Herbert Hunkel und den anwesenden Ersten Stadtrat Stefan Schmitt „für das stets offene Ohr“ für die Zeppelinheimer Belange.

Zur Wahl selbst hatte Winter aber auch kritische Bemerkungen vorgetragen. „Die Wähler haben durch ihre Stimmabgabe die politische Zusammensetzung des Ortsbeirates neu bestimmt: Das Ergebnis steht fest – es mag dem Einen gefallen, dem Anderen weniger. Die Wahlbeteiligung war schlecht, und das macht mir Sorgen – obwohl der Ortsbeirat das Gremium ist, das mit seinem Ohr am nächsten beim Bürger ist“, so Winter.

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Obwohl die Wahlbeteiligung mit 50,05 Prozent in Zeppelinheim noch vergleichsweise hoch war, zeigte sich Winter nicht zufrieden. „Es scheint so, dass Gleichgültigkeit, um nicht zu sagen, Verweigerung dort entstanden ist, wo Bürgerverantwortung gefordert ist“, so der Alterspräsident. Er forderte die gewählten Volksvertreter dennoch dazu auf, sich dadurch nicht hindern zu lassen, die Arbeit zu machen und mutige Entscheidungen zu treffen und diese auch umzusetzen. „Miteinander erreichen wir mehr als gegeneinander und gewinnen zudem an Glaubhaftigkeit, Respekt und Vertrauen“, so Winter. Erste Gratulanten für den wiedergewählten Ortsvorsteher waren neben dem Wahlleiter Winter auch Stadtverordnetenvorsteherin Christine Wagner und der Erste Stadtrat.

Zwar hatte es die weitere Tagesordnung nicht so sehr in sich wie eine Woche zuvor im Gravenbrucher Ortsbeirat, doch auch die Zeppelinheimer hatten bereits einiges zu besprechen. Zum Sachstand zum Flughafenausbau und der Situation in Sachen Fluglärm verwies Stern darauf, dass das bisherige „Probemodell“ nun umgesetzt werde, obwohl Bürgermeister Herbert Hunkel in der Kommission dagegen gestimmt habe – denn es bringt für Teile von Isenburg eine höhere Lärmbelastung als bisher.

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Inge Manus (SPD) wollte wissen, wie es mit dem Ausbau der Flughafenstraße weitergeht und ob es eine „öffentliche Gastronomie“ durch den bekannten Catering-Betrieb geben wird. Hierzu bezog Stefan Schmitt Stellung und meinte, dass dies eine rein firmeneigene Entscheidung sei, worauf man als Stadt keinen Einfluss habe.

Positives konnte Schmitt bezüglich der Lärmbeschwerden von Anwohnern berichten. Auf dem Dach eines Betriebs im Stadtteil waren recht laute Klimaeinrichtungen installiert worden. „Hier konnten wir über das Regierungspräsidium eine Verbesserung erreichen, jedoch gelten in Gewerbegebieten andere Höchstwerte als in Wohnbereichen“, erklärte Schmitt.

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