Das Wann und Wie überdenken

Prioritäten für Sanierung der Sportanlagen

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Ihr Zustand ist bereits seit neun Jahren Thema in der Stadt: Das Bild zeigt die arg in die Jahre gekommene Laufbahn am Rasenfeld 3, die bei Regen auch schnell mal unter Wasser steht. Auf der Prioritätenliste für Sanierungen ist sie ganz oben gelandet.

Neu-Isenburg - Ein Gutachten bescheinigt den Sportanlagen in Isenburg einen gepflegten Zustand. Dennoch müssen einige erneuert werden.

Bei einer gemeinsamen Sondersitzung der Ausschüsse hat die Politik nun über die nächsten Schritte beraten und ein weiteres Mal die Meinung der Vereine eingeholt. Entschieden wurde – auch mit Blick auf die anstehenden, schwierigen Haushaltsberatungen – nichts. Es war eher ein Rantasten. Dass jetzt etwas getan werden muss, ist weitgehend unstrittig. Nun läuft eine Suche nach Kompromissen beim Wann und Wie. Wie berichtet, hatten sich die Vereine und die Interessengemeinschaft schon bei einem ersten Austausch dafür ausgesprochen, die Leichtathletikanlage am Rasenfeld 3 im Sportpark, dort wo das Lauftreff-Schild steht, an die erste Stelle der Prioritätenliste zu setzen. Die Vereine wollen nun endlich Klarheit: Wann tut sich was – und was genau wird in welchem Umfang umgesetzt? Vor allem um den stark genutzten, eingesäten Hartrasenplatz sowie die total abgenutzte Tennen-Laufbahn rund ums besagte Rasenfeld 3 dreht sich auch in der Sondersitzung von Haupt- und Finanzausschuss und Ausschuss für Kultur, Sport und Weiterbildung das Gespräch. Beiden Plätzen hatten die Fachleute hohe Priorität bei der Sanierung zugeschrieben.

Die in die Jahre gekommene Laufbahn ist seit fast einem Jahrzehnt auf der politischen Agenda. Doch der Bau einer neuen Sporthalle kam dazwischen, dann die Sanierung des Hallenbads. Nun zeige sich jedoch, „dass das Wasser auf der Bahn steht – die Laufbahn ist fix und fertig“, so Walter Bechtold von der IG Vereine. Acht Jahre habe man das Projekt immer wieder verschoben, „wir können es uns jetzt nicht mehr leisten zu sagen: Wir machen gar nichts“, macht auch Sport- und Kulturdezernent Theo Wershoven deutlich. „Ich denke, die Prioritäten sind ja auch unstrittig.“ Was aber diskutiert werden müsse, sei die Frage, ob die Stadt sich die ins Gespräch gebrachte Ideallösung (also die Sanierung der Anlage mit zusätzlichen Trainingsverbesserungen für die Leichtathleten – zum Beispiel durch den Bau einer Speeranlaufbahn – für rund 800.000 Euro) werde leisten können und wollen.

Wershoven spricht in der Ausschuss-Runde zudem ein Gerücht an, das durch die Stadt getrieben werde – nämlich, dass hinter der ganzen Diskussion auch das Problem stecke, „dass sich zwei Vereine nicht vertragen“. Gemeint sind die Leichtathleten des TV und die Fußballer der Spielvereinigung 03. Vertreter beider Clubs sind anwesend – und widersprechen. „Die Gerüchte, dass wir uns nicht grün wären, kann man klar von sich weisen“, betont Klaus Schuder vom TV. „Wir nehmen Rücksicht aufeinander.“ Das Problem für die Leichtathleten seien vielmehr die Rasenrenovationszeiten: Immer in den Hauptwettkampfzeiten sei das Stadion für sechs Wochen geschlossen, „da können wir gar nichts machen“.

Auch Günther Marx betont als Vorsitzender der Nulldreier: „Die Vereinsvertreter gehen sehr ordentlich und solidarisch miteinander um.“ Das Problem seien vielmehr ganz unterschiedliche Bedingungen: Während die Saison der Fußballer Ende Mai aufhöre, trainierten die Leichtathleten bis zu den Ferien weiter. Zeiten für das Ausruhen des Rasens seien da schwer zu platzieren. „Es ist nicht so, dass die Vereine sich streiten, aber sie haben unterschiedliche Interessen – und beides muss angemessen berücksichtigt werden“, so Marx.

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Klaus Schuder stellt zudem klar, dass die Laufbahn mitnichten nur von den Leichtathleten genutzt werde, sondern auch von den Fußballern, dem Radteam, dem ASC, Schulen und Hobbyläufern, „da findet ganz viel statt“. In dem Wissen, dass auch die Hugenottenstadt sparen muss, bringt Schuder eine Art Sparversion für die Sanierung ins Gespräch, mit der man von dem 800.000-Euro-Batzen ein Stück wegkäme: „Wir vom TV haben ja gesagt, dass es nicht zwingend sechs Bahnen sein müssen.“ Auch eine kleinere Lösung mit vier Bahnen sei ein guter Weg.

Insgesamt hebt Andreas Lindner vom Fachbüro Schneider & Lindner aus Zeppelinheim erneut den guten Zustand der Außensportanlagen hervor. Was die sanierungsbedürftigen Ausnahmen betrifft, stellt der Planer klar: Kosten könne man erst genau beziffern, wenn raus sei, was genau gewollt ist. Was die Laufbahn betrifft, sei aber klar: „Je länger wir warten, desto teurer wird es, denn da schwimmt alles weg.“ Und nun? Kunstrasen statt Hartrasen? Ein neuer Leichtathletikplatz? Entschieden wurde in der Sitzung nix, die Politiker wollen weiter diskutieren – das nächste Mal bei der Klausur zum Haushaltsentwurf für 2017. Sie werden viel zu reden haben. (hov)

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