Ausstellung von Jens Taube

Räder in Schwarz-Weiß

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Seine Motive lehnen an Hauswänden oder an Laternenpfählen, stehen in Metropolen oder am Strand: Jens Taube hat zur Vernissage seiner Ausstellung mit Fahrrad-Motiven aus aller Welt natürlich auch seine Kamera, die gute alte Rolleiflex, mitgebracht.

Neu-Isenburg - In der Treppengalerie der Stadtbibliothek ist nun eine im besten Sinne altmodische Fotoausstellung zu sehen: Jens Taube zeigt stimmungsvolle Schwarz-Weiß-Aufnahmen von unterschiedlichsten Fahrradmodellen in aller Welt.

Der Sprendlinger war mit seinem besonderen „Werkzeug“, einer „zweiäugigen“ Rolleiflex aus dem Jahr 1956, auf vielen Reisen und hat für die „Velocipedes“-Schau Aufnahmen aus Stockholm und Istanbul, Riga, Paris, Berlin und natürlich der Fahrradstadt Amsterdam zusammengestellt. Mit seinem Oldtimer-Fotoapparat sei er allerdings selbst oft zur kleinen Attraktion geworden, ist bei der Vernissage zu erfahren: Was das für eine schöne alte Kamera sei und ob es dafür noch Filme gäbe, wurde er von wildfremden Menschen gefragt.

Das Besondere an Taubes Arbeiten: Es ist die Kombination der verschiedenen „Leidenschaften“ Radfahren und Fotografieren, die ihn antreibt. Viele Leute radeln durch die Landschaft und wollen nur Kilometer machen, für sie steht der Tacho im Mittelpunkt. Taube hingegen sieht, genießt – und fotografiert besondere Augenblicke. „Erst mit diesem Ding um den Hals fühle ich mich so, dass ich auch genießen kann“, betont der 1969 geborene Dreieicher. Mit „Ding“ meint er natürlich seine alte Kamera – die Rolleiflex ist gar älter als er selbst.

„Mit der kann man nicht knipsen, bevor man ein Bild macht, muss man sich mit dem Motiv und mit ihr auseinandersetzen“, betont auch Dieter Fröhlich vom ADFC, der bei der Vernissage passenderweise die Laudatio hält. Fröhlich ist ebenfalls nicht nur Radler, sondern kennt als ehemaliger Marketingchef der einst erfolgreichen Film-Marke Ilford auch den analogen Werdegang eines Fotos. „Fotografie, wie sie Jens Taube betreibt, ist die entschleunigte Form der heutigen digitalen Knipserei, bei der die Technik nahezu alles erledigt“, zielt Fröhlich auf viele technische Kenntnisse, die nötig sind, um in Taubes Art von Fotografie zum Erfolg zu kommen. Retro und Minimalismus – dies sei der Reiz.

Die Ausstellung ist bis zum 17. Februar in der Hauptstelle der Stadtbibliothek zu sehen.

Seine Filme entwickelt Taube übrigens am liebsten selbst daheim in der Küche. „Den heutigen Digital-Fotografen fehlt der Geruch von Entwickler und Fixiermittel – jenes Elixier bevor ein Bild entsteht“, schwärmt Taube von seiner Art der Fotografie. (lfp)

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