Schutz von Kindern fördern

Charity-Aktion des Open Doors-Festivals für medizinische Ambulanz

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Michael Kercher überreichte gestern den Scheck an Bruno Seibert und Peter Horn (Mitte und Zweiter von rechts) von der Kinderhilfestiftung. Mit auf dem Foto sind Kulturdezernent Theo Wershoven (links) und Walter Metzger (Sparkasse Langen-Seligenstadt).

Neu-Isenburg - Musikfans weit über die Grenzen der Stadt hinaus kommen beim Festival Open Doors immer voll auf ihre Kosten. Dabei bereitet der dreitägige Konzertreigen nicht nur Spaß, sondern dient auch einem guten Zweck. Von Holger Klemm 

In diesem Jahr sind 13.400 Euro für die Kinderhilfestiftung bestimmt. Für die Charity-Aktion rühren Freiwillige jedes Mal mit Aktionen und Attraktionen kräftig die Werbetrommel. Zudem kommt Unterstützung von Unternehmen. Auch vom 1. bis 3. Juli haben sich wieder viele mächtig ins Zeug gelegt, damit sich die Spendendosen füllen. Allerdings blieb das Ergebnis hinter dem von 2015 zurück, als die 20.000-uro-Marke geknackt wurde. Das lag nicht zuletzt am EM-Viertelfinal-Knaller Deutschland gegen Italien am Samstagabend, als der Besuch spürbar nachließ. Trotzdem zeigt sich Organisator Michael Kercher nicht unzufrieden. „Wir hatten in den Anfangsjahren viel weniger.“

Seit Jahren geht der Erlös an die Kinderhilfestiftung. Die Mitglieder betreuten beim Festival eine riesige Rollenrutsche. Daneben stellte das Unternehmen Amicus ein Bungee-Trampolin, das Tattoo-Studio Inky-und-Stretchy beteiligte sich mit mit einer großen Tätowier-Aktion. Andere Unternehmen wie die Sparkasse Langen-Seligenstadt, die RMK Nurflug.de und das Autohaus Heinrich Göbel spendeten direkt aufs Treuhandkonto.

Mit dem Erlös unterstützt der Verein die von ihm 2010 ins Leben gerufene medizinische Kinderschutzambulanz an der Uniklinik in Frankfurt. „Ziel ist es, den Kinderschutz zu stärken“, betont Bruno Seibert, Geschäftsführer der Kinderhilfestiftung. Damit soll die Professionalisierung im Umgang mit Verdachtsfällen auf Kindesmissbrauch vorangebracht werden. Die Ambulanz versteht sich als Anlaufstelle und Ansprechpartner im Rhein-Main-Gebiet für die Institutionen im Kinderschutz. Ein zweites Aktionsfeld ist die Untersuchung von Kindern, bei denen der Verdacht auf Misshandlung und Missbrauch besteht. Nach Angaben von Seibert wurden bisher an die 1 000 Mädchen und Jungen behandelt. Bei 80 Prozent habe sich der Verdacht bestätigt.

Bilder: Open Doors in Neu-Isenburg

Die Kinderhilfestiftung engagiert sich auch im Familienzentrum Westend in Neu-Isenburg und hat dort die bislang vom Kinderschutzbund angebotene Schrei- und Schlafsprechstunde für Familien mit Babys übernommen. Auch beim 25. Open Doors vom 21. bis 23. Juli 2017 wird wieder für die Kinderhilfestiftung gesammelt. „Dann wollen wir einen neuen Rekord“, versichert Kercher. Er macht aber deutlich, dass das Festival und die Charity-Aktion keine Selbstverständlichkeit seien. So sei es immer schwieriger, Unterstützer zu finden. „Ich habe noch keinen Sponsor für die Hugenottenhalle und weiß nicht, ob dort ein Programm stattfinden kann.“

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