Sonderaktionen werten Ausstellung auf

Rund um den Apfel

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Drechselspezialist Wilfried van den Woldenberg (links) erfüllt die Wünsche von Michael Stöhr (Mitte) und Karl-Heinz Müller.

Neu-Isenburg - Das Thema ist natürlich nicht neu – doch der Sonderausstellung im Stadtmuseum Haus zum Löwen mit dem Titel „Äbbelsche - Bembelsche: Wie kommt der Apfel ins Glas“ gelingt es, originelle Aspekte in den Vordergrund zu rücken.

Zudem machen Sonderaktionen die Schau sehenswert. Auf Plakaten sind viele wissenswerte Fakten rund um den Apfel, Apfelsorten, Baumpflege, Streuobstwiesen und vieles mehr zusammengestellt. Im ersten Stock des Stadtmuseums lässt sich auf den farbenfrohen Bildern des Neu-Isenburger Malers Adolf Riefer nachvollziehen, wie Ebbelwoi hergestellt wird. Dazu gibt es zahlreiche Sonderaktionen. Bei einer drehte sich alles um das „Deggelsche“, die traditionelle Abdeckung für das Apfelweinglas. Dazu hatte der neue Museumsleiter Christian Kunz, für den die Schau seine Neu-Isenburger Premiere ist, den Hobbydrechsler Wilfried van den Woldenberg aus Zemmer eingeladen.

Wo gehobelt wird, fallen bekanntlich Späne - und Drechseln ist eine besondere Form des Hobelns. Im Hof des Hauses zum Löwen zeigte der Experte nicht nur seine Drechselvorrichtung, sondern viele so entstandene Kunstwerke. Zu sehen gab es kleine Behältnisse aus Holz, Schalen sowie verschiedene Abdeckungen. „Bei uns ist der Apfelweinkult zwar nicht so wie hier in Neu-Isenburg, aber Gläser haben wir freilich auch, für die ich entsprechende Deckel mache“, erklärte er.

Mit dem Isenburger Karl-Heinz Müller und Michael Stöhr aus Frankfurt waren zwei Spezialisten gekommen, die ganz besondere Wünsche für ihr „Deggelsche“ hatten. Beide wollten, dass eine Medaille auf beiden Seiten sichtbar ist. „Nicht ganz einfach, aber das bekomme ich hin“, meinte der Drechselspezialist und spannte einen „rohen Klotz“ in seine Maschine.

Nachdem die ersten Späne flogen und aus dem eckigen Klötzchen eine runde Scheibe wurde, wurden auch die Zweifel geringer, ob das Vorhaben gelingen kann. „Jetzt brauche ich noch den Durchmesser der Medaille“, meinte van den Woldenberg und fräste eine entsprechende Vertiefung aus. Nach ein paar gekonnten Handgriffen war auch dies geschafft und Karl-Heinz Müller konnte seine Medaille genau platzieren. „Nun habe ich wieder etwas dazugelernt“, zeigte sich der ehemalige Metallbauer über die vielen Möglichkeiten, mit Holz zu arbeiten, überrascht. Ganz glücklich war auch Michael Stöhr, der eine historische Medaille, die er auf einem Flohmarkt erworben hatte, in sein „Deggelsche“ einpassen ließ.

Die nächste Aktion steht bereits an. Die Schau ist bis zum Sonntag, 27. November, freitags von 14 bis 17 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr zu sehen. (lfp)

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