„Stadtumbau in Hessen“

Isenburg bewirbt sich um Geld aus Förderprogramm

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Als mögliches Fördergebiet hat der Magistrat das Areal „Vom Alten Ort zur Neuen Welt“ (im inneren der blauen Linie) ausgeguckt. Schwerpunkte für Handlungsbedarf sehen die Fachleute beispielsweise im Alten Ort (1), an der Frankfurter Straße (2), an der Brache zwischen einstigem Kunstbahnhof und Ex-Branntweinmonopol (3) oder bei der großen Brachfläche, für die die Stadt bekanntlich bereits die Entwicklung des Stadtquartiers Süd aufs Gleis gesetzt hat (4). Die gesamte City soll nach den Vorstellungen von Politik und Verwaltung durch das Förderprogramm aufgewertet werden, „das alte und das neue Isenburg“ sollen zusammenwachsen.

Neu-Isenburg - Das Bund-Länder-Förderprogramm „Stadtumbau in Hessen“ klingt wie ein verlockender Kuchen – von dessen Süße die Stadt etwas abhaben möchte: Isenburg hat sich um eine Aufnahme beworben.

Wenn die eingereichten Vorschläge überzeugen, könnten ab 2017 über zehn Jahre verteilt Millionen an Zuschüssen in die Entwicklung der Innenstadt fließen. Die Konkurrenz ist aber groß. „Wenn es uns gelingt, in das Programm aufgenommen zu werden, bietet sich die einmalige Chance, ein großes Rad zu drehen und die Stadtentwicklung für die nächsten Jahrzehnte voranzutreiben“, sagt Bürgermeister Herbert Hunkel. Ein wichtiges Ziel soll sein, „das alte und neue Isenburg zusammenzuführen“. Auf der Basis einer Studie zu den Entwicklungsgebieten Isenburgs, die von der NH Projektstadt erstellt wurde, hat sich der Magistrat deshalb für das „Entwicklungsgebiet Mitte“ entschieden, das im Norden an den Frankfurter Stadtwald und im Süden an den Bannwald Dreieich grenzt. Es setzt sich zusammen aus dem Alten Ort, dem Bereich entlang der Frankfurter Straße und dem künftigen Stadtquartier Süd mit dem Gebiet Am Kalbskopf im Süden. „Oder, wie die Isenburger sagen würden, es reicht vom Alten Ort bis zur neuen Welt, wie das Gebiet südlich vom Güterbahnhof früher genannt wurde“, so Hunkel.

Die Stadtspitze träumt davon, dieses Areal „nachhaltig gestalten und die bauliche Anpassung der Stadt- und Siedlungsstrukturen an die Herausforderungen des demografischen und wirtschaftsstrukturellen Wandels anpassen“ zu können – und dafür auch Fördertöpfe anzuzapfen. Und wie stehen die Chancen für Isenburg, aufgenommen zu werden? Die Konkurrenz sei groß, „es gibt über 50 Anträge, etwa zehn werden aufgenommen“, sagt Marion Schmitz-Stadtfeld. Sie ist die Leiterin des Fachbereichs Integrierte Stadtentwicklung bei der NH Projektstadt – und in Isenburg bekannt, weil sie die Stadt beim Projekt „Soziale Stadt“ zur Aufwertung des Westends begleitet.

Die Fachfrau betont, sie glaube, „dass Isenburg gute Chancen hat, weil man sich hier intensiv damit beschäftigt hat.“ Für eine Beteiligung am „Stadtumbau“ spricht aus ihrer Sicht auch, dass Isenburg sich dem Thema Klimaschutz stelle. Denn das Programm hat eine inhaltliche Neuausrichtung erfahren: Nun werden Projekte gefördert, die Brachen revitalisieren oder Klimaschutz fördern. Die Kohle gibt’s aber natürlich nicht ohne Bedingungen. So wird im Falle einer Zusage erwartet, dass sich die Akteure vor Ort mit einbringen. Einen festen Kreis – bestehend etwa aus Privatleuten, Vertretern von Wirtschaft, Vereinen, Politik und Verwaltung – will die Stadt bilden: Diese Lenkungsgruppe „Lokale Partnerschaft“ soll den Entwicklungsprozess begleiten.

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Hauptziele sind die Stärkung des Stadtzentrums, mehr „Durchgrünung“, Reaktivierung von Brachflächen, Förderung von innovativen Wohnformen und die verbesserte Nutzung der städtebaulichen Potenziale der RTW. Bereits mit Aufnahme ins Programm würde Isenburg Fördermittel für die Erstellung eines Entwicklungskonzepts und für die Kosten des Stadtumbaumanagements für die ersten vier Jahre bekommen. Alle weiteren Maßnahmen müssten einzeln beantragt und bewilligt werden. Die Höhe des staatlichen Förderanteils liege bei bis zu zwei Dritteln der Kosten.

Allein: Derzeit sind alle Hoffnungen blanke Theorie – und werden es noch eine Weile bleiben. Erst für Herbst, sagt Schmitz-Stadtfeld, habe das Land die Entscheidung in Aussicht gestellt, welche Städte zum Zug kommen.

hov

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