1. Startseite
  2. Region
  3. Neu-Isenburg

Interkommunale Zusammenarbeit: Startschuss für das „Leuchtturm-Projekt“

Erstellt:

Kommentare

Bürgermeister Dieter Zimmer, Erster Stadtrat Stefan Schmitt, DLB-Betriebsleiterin Petra Klink und Bürgermeister Herbert Hunkel (von links) überreichen den Förderantrag an Matthias Graf (Mitte) vom Hessischen Innenministerium. Foto: Stassig
Bürgermeister Dieter Zimmer, Erster Stadtrat Stefan Schmitt, DLB-Betriebsleiterin Petra Klink und Bürgermeister Herbert Hunkel (von links) überreichen den Förderantrag an Matthias Graf (Mitte) vom Hessischen Innenministerium. © Strassig

Neu-Isenburg/Dreieich - Was genau am Ende dabei herauskommt, darauf möchte sich zum jetzigen Zeitpunkt niemand so recht festlegen. Möglichkeiten gibt es viele. Von Katrin Stassig

Vielleicht gibt es in Dreieich in Zukunft überhaupt keinen Bauhof mehr und sämtliche Mitarbeiter wechseln zum Standort des Dienstleistungsbetriebs (DLB) in Neu-Isenburg. Vielleicht, wahrscheinlich sogar, liegt die Müllabfuhr beider Städte irgendwann in einer Hand. Vielleicht wird das Projekt auch wieder aufgegeben, weil der wirtschaftliche Nutzen zu gering ist.

Letztere Möglichkeit ist die einzige, die alle Beteiligten mit ziemlicher Sicherheit ausschließen. Nachdem das Projekt bereits mehrfach öffentlich vorgestellt wurde, sehen sich die beiden Städte zum Erfolg verpflichtet. Neu-Isenburg und Dreieich planen bekanntlich eine größere interkommunale Zusammenarbeit ihrer Betriebshöfe. Gestern haben die Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) und Dieter Zimmer (SPD) einen Förderantrag an das Land Hessen gestellt.

Zusammenarbeit von Neu-Isenburg und Dreieich kann zum „Leuchtturm-Projekt“ für Hessen werden

Mit mindestens 50.000 Euro können die beiden Städte rechnen. Das Land würde damit eine größere Summe zahlen, als bisher bei solchen Projekten üblich war. Matthias Graf, Leiter der Kommunalabteilung im Hessischen Innenministerium, und Claus Spandau, Leiter des Kompetenzzentrums für Interkommunale Zusammenarbeit, waren gestern im Rahmen einer Pressekonferenz zu Gast beim DLB.

Die Zusammenarbeit von Neu-Isenburg und Dreieich könne zum „Leuchtturm-Projekt“ für Hessen und darüber hinaus werden, meint Spandau – mit beispielhaften Charakter für andere Städte. Hessen sei mit seinem Kompetenzzentrum Vorreiter gegenüber anderen Bundesländern, erklärt Graf. Ein Projekt in dieser Größe habe das Land aber bisher noch nicht unterstützen können, hob er die Signalwirkung hervor. Ursprünglich war die Förderung für Gemeinden im ländlichen Raum mit bis zu 30.000 Einwohnern gedacht. „Wir haben aber dann gemerkt, dass es größere Potenziale gibt.“ Das hiesige Projekt bezeichnet Graf als „Schritt in eine neue Richtung“.

Mindestens 15 Prozent der Kosten sollen eingespart werden

Ziel der Zusammenarbeit beider Kommunen ist es, dass die Bauhöfe wirtschaftlicher arbeiten, Kräfte bündeln und auch die Qualität steigern. Mindestens 15 Prozent der Kosten beider Betriebshöfe, so die Hoffnung, sollen eingespart werden. „Aber wenn es nur zehn oder zwölf Prozent werden, heißt das nicht das Aus für dieses Projekt“, betont Dieter Zimmer.

Konkrete Zahlen können und wollen beide Bürgermeister noch nicht nennen. Zunächst soll es eine umfassende Studie über die Möglichkeiten der Zusammenarbeit geben. Die beiden Städte haben die Firma Gecon aus Mannheim beauftragt, bis Mitte 2012 die möglichen Organisationsformen mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen zu untersuchen. Dabei wird es unter anderem um die Frage nach den Standorten, Festlegung der Aufgaben und Ermittlung des Personalbedarfs gehen.

Mitarbeiter sollen nicht entlassen werden

Dieter Zimmer stellt aber klar: „Wir haben von vornherein betont, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen gibt.“ Die Zusammenarbeit der Betriebshöfe soll also nicht dazu führen, dass Mitarbeiter entlassen werden. Das ist nach Ansicht des Dreieicher Bürgermeisters mit ein Grund, warum die Idee von den Mitarbeitern durchaus positiv aufgenommen werde.

Ihren Anfang hat die Zusammenarbeit längst genommen. Bereits seit Frühjahr 2010 nutzen drei Bedienstete des Dreieicher Betriebshofs die Werkstatt des DLB mit. Im nächsten Mai werden 27 weitere Mitarbeiter nach Neu-Isenburg kommen.

Hintergrund ist, dass Dreieich zunächst eine Übergangslösung für seinen Bauhof anstrebt, bis der Umfang der Kooperation mit Neu-Isenburg feststeht. Die restlichen etwa 50 Mitarbeiter kommen am Standort der Stadtwerke unter.

Egal, wie das Ergebnis der Studie aussieht, den Wertstoffhof in der Rostädter Straße in Spendlingen inklusive eines Stützpunktes für den Winterdienst wird es weiterhin geben. Es fließt also kein Kundenverkehr von Dreieich nach Neu-Isenburg.

Nichtsdestotrotz müsste, falls die Betriebshöfe komplett zusammengelegt werden, beim DLB in der Offenbacher Straße erst mal angebaut werden. Um dem Verkehr – auch mit Blick auf das benachbarte Neubaugebiet Birkengewann – Herr zu werden, ist nach Angaben von Bürgermeister Hunkel ein Kreisel angedacht.

Mit der Zusammenlegung von Standorten hat Neu-Isenburg Erfahrung. Mitte 2009 war der DLB in den 6,5-Millionen-Euro teuren Neubau gezogen.

Auch interessant

Kommentare