Vorerst bleibt’s bei der Einbahnstraße

Streit um Verkehrssituation an der Schule im Buchenbusch

+
Hier, also über die Einfahrt zum Gelände der Naturfreunde, könnte ein Fußweg-Zugang zur Schule im Buchenbusch geschaffen werden – von der Neuhöfer Straße aus.

Neu-Isenburg - Es rumort immer noch im Buchenbusch – besonders im Eschenweg und seit Einrichtung der Einbahnstraßenregelung nun auch im Kiefernweg. Der verkehrssichere Weg zur Schule beschäftigt dort alle Beteiligten bekanntlich schon seit längerer Zeit.

Die Stadt hatte den Vorschlag der Schule und des Elternbeirats aufgenommen und probeweise nach den Winterferien (ab dem 11. Januar) eine Einbahnstraße zwischen dem Birkenweg und dem Pappelweg eingerichtet – zunächst probeweise für ein halbes Jahr. Diese Regelung wird jedoch von den Beteiligten unterschiedlich bewertet, insbesondere die Anwohner sind unzufrieden. Es wurde eine zusätzliche Andienung über die Neuhöfer Straße ins Gespräch gebracht. In einem gemeinsamen Informationsaustausch sollten nun die Stellungnahmen der Schule, der Fachleute von Polizei und Ordnungsamt, der Anlieger und des Kreises Offenbach zu diesem Vorschlag gehört werden. Professor Volker Blees vom Frankfurter Büro Verkehrslösungen war zusätzlich als Fachmann zum Infoabend in die Aula der Dependance der Albert-Schweitzer-Schule im Buchenbusch eingeladen.

Vielsagend: Gekommen waren nur fünf Eltern, aber nahezu 40 Anwohner. Daraus leiteten schon viele Anwohner einen Interessenkonflikt zur Problemlösung ab. „Die kommen immer noch wie früher, fahren sogar in die Einbahnstraße, halten irgendwo, laden ihre Kinder ab oder halten gar noch ein Schwätzchen und hauen dann wieder ab“, so die Klagen der am meisten betroffenen Anwohner im Eschenweg. Diese Darstellung der Situation konnte selbst Susanne Wendt, stellvertretende Leiterin der Isenburger Polizeistation, bestätigen. „Wir standen einmal mit dem Streifenwagen da und dennoch sind welche in die Einbahnstraße gefahren, die haben wir dann aber gleich zur Kasse gebeten“, so Wendt.

Manche Kinder kommen zu Fuß, viele werden jedoch mit dem Auto gebracht. Für den Verkehrsexperten Blees reicht es nicht, nur den Finger zu heben und auf die Einhaltung der Ordnung hinzuweisen. Er plädiert vielmehr für Argumente, die Eltern überzeugen müssten. So berichtete er von einer Studie eines Schweizer Kollegen, der Kinder ihren Schulweg malen ließ. Ein Schüler, der zu Fuß kam, malte ein Bild mit allem, was er auf seinem Weg sah – einen schönen Park, Rathaus, Kirche. Ein anderer Schüler, der immer mit dem Auto vor das Tor der Schule gefahren wurde, sah hingegen nur die Straßenführung. „Der gemeinsame Schulweg ist ein wichtiges kommunikatives Erlebnis, das sollten sich Eltern bewusst machen“, so Blees.

Mittlerweile sind die Ideen so weit gediegen, dass man wieder „alte Verhältnisse“ herstellen, also einen Zugang über die Neuhöfer Straße, einrichten will. „Das Gelände gehört zwar der Stadt, ist aber von den Naturfreunden gepachtet. „Wir haben erste Gespräche geführt und es könnte eine Lösung geben“, so Landrat Oliver Quilling. Der Schuldezernent des Kreises wies jedoch darauf hin, dass dies kein „öffentlicher Zugang“ sein könne, sondern nur für Schüler und auch nur während den Schulzeiten.

Einer Forderung der Anwohner nach Aufhebung der Einbahnstraßenregelung nach der Schule oder an Wochenenden widersprach Susanne Wendt. Das verursache nur noch mehr Unsicherheit. „Unser aller Ziel muss es sein, einen möglichst sicheren Schulweg für die Kinder zu erreichen“, appellierte Bürgermeister Herbert Hunkel an alle Parteien. Nun soll ein „ganzheitliches Konzept“ entwickelt werden mit dem Ziel, möglichst viele „Andiener“ aus dem Eschenweg heraus zu halten. Sobald erste Ergebnisse vorliegen, sollen Eltern und Anwohner erneut zu einer Veranstaltung eingeladen werden.

lfp

Kommentare