„Tag der Hilfsorganisationen“: 3000 Besucher informieren sich

Retten darf auch mal unterhaltsam sein

+
Kinder- und Jugendfeuerwehr (im Bild) zeigten während verschiedener Übungen, was sie gelernt haben – unter anderem wurde eine brennende Holzhütte gelöscht.

Neu-Isenburg - Rund 3000 Besucher haben sich am Samstag bei sonnigem Wetter in der Sankt-Florian-Straße über die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks informiert.

Allein der Fuhrpark und die technische Ausrüstung beider Organisationen, deren Schlagkraft auf dem Engagement von Freiwilligen basiert, war für die Besucher beeindruckend. Besonderes Highlight für viele: Mit schwerem Rettungsgerät an einem „Unfallauto“ arbeiten und so selbst in die Rolle eines Feuerwehrmanns zu schlüpfen.

„Oh Papa, guck mal wie stark der ist“, zeigt ein aufgeweckter Junge auf Feuerwehrmann Ralph Schrod, der mit einem Rettungsspreizer den Holm der Autotüre auseinanderbiegt, um zu zeigen, wie verletzte Personen im Ernstfall aus einem zertrümmerten Auto herausgeholt werden. Als Karsten Schempp mit der akkubetriebenen Rettungsschere das „Dachgebälk“ wie Butter durchtrennt, ist nicht nur der junge Besucher ziemlich erstaunt. Was jedoch niemand den beiden Floriansjüngern ansieht: Beide Teile wiegen jeweils rund 25 Kilo. Dass man ordentliche Muckis braucht, will man Rettungsschere und Rettungsspreizer gekonnt handhaben, das können die Besucher dann selbst am „Unfallauto“ ausprobieren. „Wir hatten kürzlich fast drei Stunden gebraucht, um einen verletzten Fahrer aus seinem Laster zu bergen, da sind einem bald die Arme abgefallen“, schildert Schrod einen realen Einsatz.

Er führt am Samstag auch vor, welche Kräfte wirken, wenn während eines Unfalls die Airbags in einem Auto ausgelöst werden. Nach dem ohrenbetäubenden Knall ist klar, warum ein eingeschalteter Airbag vor allem einem auf dem Beifahrersitz in Babyschale transportierten Kleinkind sehr gefährlich werden kann: Mit riesiger Wucht wird die Schale von dem sich aufblasenden Airbag gegen die Rückenlehne des Beifahrersitzes gedrückt. Direkt zu Beginn der Veranstaltung zeigt die Kinderfeuerwehr, dass die Wehr nicht nur zum Löschen von Bränden da ist. In einem Theaterstück machen die Sechs- bis Zehnjährigen deutlich, dass man auch die Feuerwehr rufen kann, wenn beispielsweise nach einem Sturm ein Baum aufs eigene Haus gestürzt ist.

Brand in Einfamilienhaus in Neu-Isenburg: Bilder

Wie gut die bereits ausgebildeten Jugendfeuerwehrleute ihr Handwerk beherrschen, zeigt sich bei zwei Einsatzszenarien. Marius Seeger, der sich mit zahlreichen weiteren Ausbildern um den Feuerwehrnachwuchs im Alter von 10 bis 16 kümmert, ist zufrieden: „Das lief genau so, wie wir es geübt haben.“ Zuvor haben acht der jüngeren Jugendfeuerwehrleute innerhalb weniger Minuten eine brennende Holzhütte gelöscht. Einmal pro Woche treffen sich die Jugendlichen, um während vieler Übungen auf den Dienst in der Einsatzabteilung vorbereitet zu werden. „Momentan sind es insgesamt 24 Mädchen und Jungen aus Isenburg und vier Jugendliche aus Zeppelinheim – weiterer Nachwuchs ist jederzeit willkommen“, betont die Wehr.

Ein Hingucker im wahrsten Sinne des Wortes ist die beim Tag der offen Tür fast schon obligatorische Vorführung einer Fettexplosion. Und auch nebenan beim Technischen Hilfswerks ist einiges los: Viele interessierte Besucher sind zur Vorführung eines so genannten „Leiterhebels“ gekommen – dabei können zum Beispiel Menschen mit Hilfe von Leitern aus den Obergeschossen von Wohngebäuden liegend sicher zu Boden gebracht werden. Gerade wegen der hohen Temperaturen und dem sonnigen Wetter ist auch die Surfanlage des THW sehr gut besucht. Musikalischer Schwung kommt vom Blasorchester Dreieich unter Leitung von Rolf Wurtinger. (lfp)

Brand in Neu-Isenburg

Kommentare