Tag der Nationen

Tanzen, reden und essen

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Wie das duftet: Kulinarische Genüsse brutzeln am Stand des Klub Srbija auf dem Grill.

Neu-Isenburg -   Zwar litt der Tag der Nationen unter Regen. Obwohl dies die Stimmung bei den Teilnehmern trübte – gefeiert, getanzt und geredet wurde trotzdem bei diesem Fest, das den Auftakt der Woche der Toleranz und Mitmenschlichkeit in der Hugenottenstadt markiert.

Die Traditionsveranstaltung erweist sich am Sonntagnachmittag als eine reichlich nasse Angelegenheit. Schon beim Aufbau am Morgen seien alle patschnass gewesen, blickt Sarantis Biscas in die dunklen Wolken, die über der Fußgängerzone hängen. Für die Eröffnungsworte von Bürgermeister Herbert Hunkel reicht es gerade noch, doch als Biscas als Vorsitzender des Ausländerbeirats und der Generalkonsul der Republik Kroatien, Vladimir Duvnjak, sich an die Besucher richten, beginnt es schon wieder zu regnen.

„Wir kommen gerade aus Weida, unserer Partnerstadt in Thüringen, dort haben wir mit unseren Freunden an der Brücke der Begegnung über den Fluss Weida, die mit Hilfe der Stadt Neu-Isenburg errichtete wurde, gefeiert“, erzählt Hunkel. Auch solche Partnerschaften seien ein wichtiger Beitrag zum Miteinander, findet das Stadtoberhaupt. „Das friedliche Zusammenleben von 122 Nationen wird bei uns hier in Neu-Isenburg in beispielhafter Weise praktiziert“, betont Hunkel. Er verweist aber auch auf Fälle, in denen radikale Gruppen versuchten, die Gesellschaftsordnung zu zerstören. „Wir dürfen die jüngsten Anschläge nicht kleinreden, aber wir dürfen sie nicht zum Anlass nehmen, fremde Mitbürger pauschal zu verurteilen“, sagt Hunkel. Er dankt allen Beteiligten, die sich am Tag der Nationen einbringen, um ihre Kultur, ihre Tradition, aber auch den Wunsch nach einem guten Miteinander offen zu zeigen. „In Neu-Isenburg dauert die Woche der Toleranz 52 Wochen – nämlich das ganze Jahr“, so Hunkel.

Die Worte der Integrationsbeauftragten Paola Fabbri Lipsch gehen schon wieder im Regen unter, ebenso die von Vladimir Duvnjak. Lipsch will die Gelegenheit nicht versäumen, auf das vielfältige Programm der „Woche der Toleranz und Mitmenschlichkeit“ hinzuweisen. Wie berichtet, bietet die Reihe den ganzen Monat über Veranstaltungen – von Musik und Film bis hin zu Ausstellungen und Lesungen.

Tag der Nationen

Die Kinder der Kita im Familienzentrum Gartenstraße lassen sich nicht abschrecken vom Regen, sie zeigen ihren Sing-Reigen und einen Hip-Hop-Tanz. Jedoch können aufgrund des wechselhaften Wetters nicht alle geplanten Auftritte stattfinden – denn für die Akteure gibt es kein Zelt. Besonders bedauert Sarantis Biscas die Absage der brasilianischen Freunde wegen Krankheit.

Üppig ist die Auswahl an internationalen Speisen. Besonders präsent sind in dieser Hinsicht die Kroatische Gemeinschaft und der Klub Srbija. An gleich zwei Grillspießen drehen sich Spanferkel und es dampft verlockend aus vielen Pfannen. Auch der Vereine Cape to Cairo, die Flüchtlingshilfe, die Griechische Gemeinde, der Pakistanische Verein sowie – erstmals – die Buddhistische Gemeinde stellen sich vor. „Das Wichtigste ist, dass wir mit den Menschen ins Gespräch kommen“, betont Biscas. (lfp)

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