Fraport zu Gast in Zeppelinheim

Terminal 3: Angst vor mehr Lärm und Verkehr

Zeppelinheim - Angst vor mehr Lärm und Verkehr: Die befürchteten Auswirkungen des im Bau befindlichen Terminal 3 am Flughafen beschäftigen bereits seit geraumer Zeit die Gemüter in Zeppelinheim.

Der Grundrissplan zeigt das Terminal 3 (C) mit den beiden zunächst geplanten „Fingern“. Die Fundamente für die Zufahrtsrampe (A) sind derzeit im Bau, danach erfolgt der Bau der Brückenbauwerke für die Anbindung der Zufahrten des T3 zur bereits bestehenden Anschlussstelle Zeppelinheim (B). Erst danach geht es an den Bau der Teilanschlussstelle Zeppelinheim-Süd (E).

Darum hatte der Ortsbeirat nun Horst Amann, Technischer Leiter für das Projekt Ausbau Süd der Fraport AG, zu Gast, um im Gespräch das heikle Thema zu beackern. Es gibt gute Nachrichten, doch einige Fragen bleiben offen. Auch ein für den Stadtteil heute schon relevantes Thema wurde dabei angesprochen: Nämlich dass jedes Wochenende Dutzende Ausflügler auf der vergrößerten Aussichtsplattform am Rande des Flughafens im Zeppelinheimer Wald Ausschau nach Flugzeugen halten – und dabei Zeppelinheims Straßen bis zum Bahnhof vollparken. Diese Probleme sind Amann jedoch neu. „Die Schranke zur Zufahrt zu der Aussichtsplattform ist geschlossen und die Autos stehen jetzt von der Umgehungsstraße bis zum Bahnhof. Dieser Zustand ist nicht haltbar“, erklärte Walter Winter (CDU). Amann versprach, das Problem innerhalb von Fraport zu besprechen und möglichst auch eine Lösung anzubieten.

Doch zurück zum eigentlichen Thema, der Anbindung des neuen Terminals an die Verkehrswege. Insbesondere die einst angedachte Zuführung jener Passagiere und Mitarbeiter, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln das T3 erreichen wollen, per Bus-Shuttle-Service vom Zeppelinheimer Bahnhof zum Terminal 3 hatte die Bürger in Aufregung versetzt; eine Bus-Taktung von 20 Minuten in den Spitzenzeiten war gar im Gespräch gewesen. Daher sind Bürgermeister Herbert Hunkel und Ortsvorsteher Sebastian Stern erleichtert, als der Fraport-Mann die gute Nachricht vermeldet: Das angekündigte Passagier-Transfer-System (PTS), welches das neue Terminal mit den beiden schon vorhandenen Abflughallen verbindet und Koffer wie Passagiere transportieren soll, wird gebaut. „Noch bevor das Terminal 3 in Betrieb geht, wird das PTS 2 fertiggestellt sein“, nahm Amann den Zeppelinheimern schon mal die größten Bedenken.

Somit werde es auch keinen einst angedachten Bus-Shuttle geben. Es sei bereits ausgeschrieben und mit rund 600 Millionen Euro veranschlagt. Im kommenden Jahr soll mit dem Bau begonnen werden. „Dieses System ist mit Geschwindigkeiten bis zu 70 Stundenkilometern unterwegs und ermöglicht uns, die Terminals so zu verbinden, dass die maximale Fahrtzeit acht Minuten beträgt“, erläuterte Amann.

Flughafen: Fakten rund um das neue Terminal 3

Hunkel kommentierte dies zufrieden: „Das bleibt also wie zugesagt und bedeutet, dass den Zeppelinheimern nicht unnötig mehr Verkehr aufgelastet wird, wenn die Gebäude innerhalb des Flughafens miteinander verbunden sind.“ Wie Amann ausführte, finden seit Oktober riesige Erdbewegungen statt, diese sind für den Bau der Regenwassersammel- und Versickerungsanlage notwendig. „Wir haben rund 400.000 Kubikmeter Erdreich bewegt, davon lagern wir rund 100.000 Kubikmeter auf unserem Gelände, um es später insbesondere für den Straßenbau zu verwenden.“ Bereits seit 2014 sind die Abstellflächen für Flugzeuge fertiggestellt, hier gebe es jedoch weiteren Bedarf. Derzeit wird mit dem Bau der Brückenbauwerke für die „Vorfahrt“, also die An- und Abfahrt des Individual- und Bedarfsverkehrs an das T3, begonnen. Danach werden die Straßen hergestellt und schließlich das Gebäude des T3 in Angriff genommen.

„Wir haben eine sehr genau Taktung des Bauvorhabens“, erläuterte Amann. Er verwies auch auf die aufwendige Anbindung des Terminals 3 an die A5. „Von Norden kommend nutzen wir die bereits bestehende Abfahrt Zeppelinheim und im Süden bauen wir eine zusätzliche neue Anschlussstelle.“

Bilder: Spatenstich für Terminal 3 am Flughafen Frankfurt

Hierzu kamen denn auch die meisten Fragen aus dem Ortsbeirat. Erster Stadtrat Stefan Schmitt äußerte Bedenken, ob sich im Anschlussbereich Zeppelinheim auf der A5 entsprechende Staus einstellen und die nahe B44 als „Umleitung“ genutzt werden könnte. Ähnliche Sorgen hatten auch Bettina Blüchardt und Inge Manus, die gar die L3262 gen Buchschlag „verstopft“ sahen.

Am Ende blieb für einige Besucher der Sitzung der Eindruck, dass der Fraport-Mann zwar an diesem Abend viele Details erläutern konnte, aber die konkreten Zahlen der zu erwartenden Mehrbelastung für die Zeppelinheimer jedoch nicht parat hatte. „Wir bleiben im Gespräch, wenn ich beim nächsten Mal hier bin, lege ich genaue Zahlen vor“, versprach Amann. Die Mitglieder des Ortsbeirats verabredeten ein weiteres Gespräch mit ihm in der ersten Jahreshälfte 2017.

Zeppelinheim: Protest gegen Terminal 3

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