Ungewöhnliche Einsätze für die Feuerwehr

Im Watschelgang durch die Innenstadt

Neu-Isenburg - Brände löschen, Ölspuren beseitigen – das ist das tägliche Geschäft der Feuerwehr. Manchmal aber gibt es Einsätze, die aus dem Rahmen fallen. Davon hat die Isenburger Wehr nun gleich zwei erlebt.

Der Blick in die Einsatzberichte im Internet lässt aufhorchen: „Kleintier in Not“, lautete eine Alarmierung, „Entenküken in Gulli gefangen“ eine Meldung nur zwei Tage später. Einmal hatte sich eine Entenmama mit acht Küken in die Stadt verirrt und watschelte durch die Wilhelmstraße, beim zweiten Mal waren elf Küken in einen Regenwassereinlauf an der Bahnhofstraße gefallen. In beiden Fällen ist von einem glücklichen Ausgang zu lesen: „Passanten hatten die Tiere bereits befreit“, heißt es in der Gulli-Meldung. „In Begleitung der Entenmutter wurden sie in den Tannenwald gebracht und dort wieder in die Freiheit entlassen.“ Auch die anderen acht Küken konnten eingefangen und in Sicherheit gebracht werden.

Das späte Frühjahr ist die Zeit der schlüpfenden Jungvögel – wozu auch Wildenten gehören. Diese Kulturfolger haben die Scheu vor dem Menschen verloren und nisten, auch weitab von Gewässern, an für sie als ruhig empfundenen Orten. Dazu können stille Ecken in Gärten gehören, aber auch wenig genutzte Terrassen. Dies alles ist im Prinzip kein Problem – ein solches taucht aber spätestens dann auf, wenn die „Nestflüchter“ ihr Element, ein Gewässer, erreichen wollen und so mitten in der Stadt auftauchen.

Wenn Fälle wie jüngst eintreten, kann die Feuerwehr sich auf die Beratung des renommierten Naturschützers und Nabu-Vorsitzenden Heinz Kapp verlassen. „Ich selbst habe aus Kenntnis des Verhaltens der Entenmutter ein recht erfolgreiche Methode entwickelt, die ich der Feuerwehr weiter gegeben habe“, berichtet Kapp auf Nachfrage. Er rät, ein größere Behältnis, etwa eine Plastikwanne, mit etwas Wasser zu befüllen. „Gerade so viel, dass die kleinen Entchen darin Plantschen, aber nicht über den Rand heraushüpfen können“, nennt Kapp die Voraussetzung für ein Gelingen der Aktion. Zuerst werden die Jungküken eingesammelt und in den Kübel gesetzt, die aufgeregt herum flatternde Entenmutter wird dabei erst einmal außer Acht gelassen. Sind alle Küken eingefangen, versucht die Mutter, ihre piepsende Jungschar zu erreichen. „Damit auch die Entenmutter zu ihren Kindern kommen kann, baue ich ihr eine Rampe, beispielsweise ein Brett“, beschreibt Kapp sein Vorgehen. Ist diese Rampe angebracht, dauere es meist nicht lange, bis die Entenmutter ebenfalls zwischen ihren Küken sitze. Nun gelte es, mit etwas Geschick ein Netz über den Kübel oder die Wanne zu werfen. „Wenn das alles geklappt hat, dann kann man die Tiere zu einem Gewässer bringen und dort frei lassen.“ (lfp)

Kurios: So tierisch kann ein Stau sein

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