Straßenverkehrsbehörde legt Bericht für 2014 und 2015 vor

Weniger Raser und Parksünder

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Freundliche Ermahnung für Raser: Wer zu schnell unterwegs ist, dem leuchtet in Rot ein warnendes „Langsam“ entgegen. Wer sich ans Tempolimit hält, wird mit einem grünen „Danke“ belohnt. Zwei dieser digitalen Gewissen stehen seit 2011 in der Friedensallee.

Neu-Isenburg - Bei den Parkverstößen in der Hugenottenstadt ist weiter ein Abwärtstrend zu verzeichnen, auch weniger Temposünder wurden erwischt. Das meldet die Straßenverkehrsbehörde in ihrem Bericht zur Verkehrsüberwachung für die Jahre 2014 und 2015.

Das illegale Entsorgen eines Autowracks im öffentlichen Raum ist kein Kavaliersdelikt. Für die Besitzer kann das richtig teuer werden. 131 nicht mehr zugelassenen Autos wurden im vergangenen Jahr auf Isenburgs Straßen und Parkplätzen entdeckt. Positiv: Nachdem ein roter Aufkleber mahnend am Fahrzeug prangte, war ein Großteil binnen kurzer Zeit verschwunden. 16 Wracks mussten aber abgeschleppt werden, da die Halter nicht reagierten. Das berichten Bürgermeister Herbert Hunkel und Erster Stadtrat Stefan Schmitt, die gestern den Bericht der Straßenverkehrsbehörde der Stadt für 2014 und 2015 vorgestellt haben. Reagiert ein Halter nicht, beginnt für die Behörde oft ein Katz-und-Maus-Spiel, „da bei diesen Fahrzeugen vielfach mehrfach der Besitzer gewechselt hat“, wie dem Bericht zu entnehmen ist. Letztendlich sei jedoch mit einem Kostenbescheid von bis zu 500 Euro zu rechnen, denn mit Abschlepp-, Verwaltungs- und Verschrottungskosten komme schnell was zusammen – plus Bußgeld und ein Punkt in Flensburg.

Das Hauptaugenmerk des gestern vorgestellten Berichts richtet sich aber natürlich auf Fahrzeuge, die noch angemeldet sind – und das (Fehl-)Verhalten von deren Haltern. „Die meisten Menschen entscheiden sich ganz bewusst dafür, trotz besseren Wissens, mal kurz im Halteverbot stehen zu bleiben oder, weil sie es eilig haben, schneller als erlaubt zu fahren“, berichtet die Stadt. Was die Verursacher oft als lässliche Verkehrssünden einstuften, könne jedoch für andere zu bedrohlichen Situationen führen. Die gute Nachricht sei aber, dass sich „90 bis 99 Prozent“ der Verkehrsteilnehmer in Isenburg an die Vorschriften halten. Überhaupt setze man auf ein gutes Miteinander. „Wenn allerdings Autos auf Behindertenparkplätzen stehen, Ausfahrten blockieren oder im Bereich vor Schulen die Geschwindigkeit deutlich überschreiten, ist das kein Kavaliersdelikt, sondern wird von den Mitarbeitern der Straßenverkehrsbehörde verfolgt“, betont Schmitt.

Durch „intensive und dauerhafte“ Kontrollen – vor allem in den Bewohner-Parkzonen im Alten Ort sowie westlich und östlich der Frankfurter Straße und am IZ – sei die Anzahl der Parkverstöße weiter gesunken: von 18.874 (2014) auf 17 995, davon wurden 1782 Bußgeldverfahren eingeleitet (2014: 1787). Die Einnahmen betrugen 223 150 Euro (2014: 241.214 Euro). Dass die intensive Überwachung einen kontinuierlichen Rückgang der erteilten Verwarnungen bewirke, werde beim Bewohnerparken im Alten Ort und in der Innenstadt deutlich: Statt 5 113 Knöllchen in 2014 sank 2015 die Zahl auf 4158 Verwarnungen (von 7421 Verwarnungen in 2012). Ein Anstieg der Verwarnung wurde hingegen wegen fehlender Parkscheiben oder Parkscheinen registriert: von 5237 (2014) auf 5694 (2015). Wegen Parkverstößen wurden 38 Fahrzeuge (2015) abgeschleppt.

Verrückte Park-Unfälle 

Auch bei den Rasern meldet die Stadt einen Rückgang. Der Schwerpunkt der 198 Messungen lag 2015 im innerstädtischen Bereich – vor allem in „schutzwürdigen Zonen“ wie in der Nähe von Kitas und Schulen. Insgesamt wurden bei mobilen Geschwindigkeitsmessungen 39.664 Fahrzeuge (2015) gezählt, 2081 (5,2 Prozent) waren zu schnell unterwegs. Die Zahl derer, die die zulässige Höchstgeschwindigkeit um mehr als 21 Stundenkilometer überschritten und gegen die ein Bußgeldverfahren eingeleitet wurde, lag bei 42 (0,1 Prozent). Die übrigen zahlten Verwarngelder zwischen 15 und 35 Euro. Am häufigsten wurde die Geschwindigkeit in Tempo-30-Zonen unter die Lupe genommen: Bei 69 Messungen 2015 wurden 4756 Fahrzeuge gezählt und 504 (10,6 Prozent) Verwarnungen erteilt. „Auch in diesem Jahr wird hier verstärkt kontrolliert“, schreibt der Magistrat.

Bewährt hat sich nach Meinung der Stadt auch die stationäre Geschwindigkeitsüberwachung an den sechs Stellen im Stadtgebiet (Neuhöfer-, Offenbacher- und Flughafenstraße). Nur in der Offenbacher Straße sei eine leichte Zunahme der Übertretungen festzustellen. Auf der bei Rasern beliebten Flughafenstraße in Zeppelinheim habe sich die Situation hingegen im Laufe der Jahre verbessert. Bei 381.508 gemessenen Fahrzeugen 2015 (stadtein- und auswärts) wurden 3315 Verwarnungen erteilt und 245 Bußgeldverfahren eingeleitet. Insgesamt wurden 2015 bei der stationären Geschwindigkeitsüberwachung 4729 Knöllchen erteilt, 234 Bußgeldverfahren eingeleitet. Die Einnahmen hieraus betrugen 81.748 Euro. hov

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