Ein Ständchen für den Glauben

Band Laetitia verbreitet seit 35 Jahren gute Laune in Gottes Namen

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Wenn der Gitarre Engelsflügel wachsen: Die Obertshausener Band Laetitia singt christliche Lieder – und ist damit weit über die Stadtgrenze bekannt.

Obertshausen - Es ist ein kleines Jubiläum für eine Lokalgröße wie Laetitita. Seit 1981 tragen die Musiker um Gründer, Leiter, Komponist und Texter Uwe Zahn Gottesliebe von Obertshausen aus in die Welt. Das Erfolgsrezept der christlichen Liedermacher-Band: Freude am Glauben, Freude an der Kunst. Von Michael Prochnow

Großes wächst aus bescheidenen Anfängen. Eine Weisheit, die auch Laetitia beschreibt. In den 70er Jahren gründeten Gruppenleiter aus den Reihen der katholischen Jugend Obertshausen eine Tanzkapelle, spielten bis in die 80er hinein als Big Family Band auf Maskenbällen und Familienfeiern. Keyboarder Uwe Zahn war auch als Messdiener engagiert, leitete später die „Mini-Runde“ im Dekanat. Zum Ministrantentreffen im Mainzer Dom wurde er angesprochen, den Tag musikalisch mitzugestalten – und gründete Laetitia. Das war vor 35 Jahren.

Anfangs spielte die Formation moderne christliche Werke von in Kirchenkreisen bekannten Autoren. Ab 1986 begannen die Obertshausener, eigene Lieder zu schreiben. Sie veröffentlichten vier CDs und beteiligten sich mit beachtlichem Erfolg an Wettbewerben. So schrieben sie eines der Lieder für den Weltjugendtag 2005 in Köln und gewannen den bundesweiten Wettbewerb, um eine Melodie fürs Sternsingen, „Damit Kinder Leben Können“ zu verfassen. Für das erste Album „Unterwegs“ verarbeitete Zahn die Leichtigkeit schöner Erinnerungen wie an „Griechenland“, „Urlaub“ und „Mittsommernacht“, aber auch schmerzhafte Erfahrungen wie den Tod eines Freundes.

Daneben vertonte er Texte seiner Frau Brigitte, des Offenbachers Andreas Emmelheinz, von Schriftsteller Lothar Zenetti und dem verstorbenen Pfarrer Thomas Groß. Die Melodien sind popig bis balladesk, flott und verträumt. Trotz des Zuspruchs beschränkt Laetitia ihre Auftritte auf zwölf im Jahr. Schließlich gehen alle ihren Jobs nach als Mathematiker, Informatiker, Ingenieur, Kauffrau und Student. Uwe Zahn und Dominic Mann spielen Keyboard und singen, Brigitte begleitet am Bass und singt, dazu wirken Schlagzeuger Uli Griesenbruch und Sängerin Regina Lubezük. In dieser Besetzung gestalten sie Festgottesdienste und Katholikentage. Bei Bedarf machen Christian Sporn (Saxophon, Klarinette), Michael Grolig (Schlagzeug), Martin Delto (Gitarre) und Stefan Becker (Querflöte) mit.

So wirkt Musik auf unseren Körper

Auch beim 100. Katholikentag in Leipzig waren die Musiker dabei. Laetitia gab insgesamt drei Konzerte. Unter dem Titel „Mensch Gott – Musik gemalt“ schuf die Obertshausener Künstlerin Anita Jäger jeweils ein Acrylbild, dessen Gestaltung sich an der Musik und der Stimmung im Raum orientierte. Die so entstandenen Werke wurden entweder verkauft oder demnächst versteigert. Der Erlös kommt sozialen Zwecken zugute.

Den Aufenthalt in Leipzig nahm Laetitia zum Anlass, alte Kontakte im nahe Krostitz wieder aufleben zu lassen. Hier ist die Band bereits 1990 – noch zu DDR-Zeiten – aufgetreten und später oft zu Gemeindefesten und Gottesdiensten zurückgekehrt. In dem kleinen Ort gab die elfköpfige Gruppe in der Laurentiuskirche ein viel umjubeltes Konzert und vertiefte im griechischen Restaurant alte Freundschaften. Auf der Katholikentags-Meile verfasste der Schriftsteller Peter Schott aus Stichworten Wunschtexte. Einen solchen hat Laetitia-Leiter Zahn nach seiner Rückkehr aus Leipzig spontan vertont und an den Autor geschickt. „Was für eine kraftvolle Melodie“, freute sich Schott, „einfach bestärkend!“ Infos: www.laetitia.de.

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