Café Omega am Bahnhof

Noch keine neue Kaffeetränke in Sicht

Obertshausen - Unbeirrt hängt das Banner an der alten Backsteinmauer des Bahnhofs. Es verspricht Gewerbefläche und ein Café. Und der Ort hat sogar schon einen Namen: Café Omega soll es heißen. Von Rebecca Röhrich

Im alten Bahnhof soll Kaffee getrunken werden.

Doch ob und wann dort die Obertshausener im Bahnhof Kaffee trinken können, steht noch nicht fest. Klaus-Uwe Gerhardt, Fraktionsvorsitzender der Grünen, fürchtet, dass das länger dauern wird als gehofft. Er hat den Eindruck, dass dort seit Monaten nicht viel passiert. Auf Anfrage der Grünen habe der Magistrat nun bestätigt, dass es Probleme mit dem Grundwasser im Keller des Gebäudes gebe und sich deshalb die Sanierung durch den Investor WIBU verzögere. Ursprünglich war geplant, im Keller die Toiletten unterzubringen. Es werde nun überlegt, diese an einer anderen Stelle zu installieren, heißt es vonseiten des Magistrats. Da es sich um ein denkmalgeschütztes Gebäude handelt, bringt diese Planänderung bürokratischen Aufwand mit sich. Bevor die Handwerker loslegen, müsse diese bauliche Änderung mit der Bauaufsicht und der Unteren Denkmalschutzbehörde abgesprochen werden. Die ersten Gespräche seien bereits geführt. Außerdem heißt es weiter im Bericht, dass mit der Auskernung des Gebäudes begonnen wurde. Auch die Ausschreibung für die geplanten Büroflächen im ersten Stock und für die Gastronomie seien bereits veröffentlicht.

Für Fraktionschef Gerhardt sind die Ausführungen des Magistrats keine Argumente für den langsamen Fortschritt im Gebäude. Für ihn bestätige die Situation vielmehr, was die Grünen von Anfang an befürchtet hatten: „Für WIBU ist unser Bahnhof ein Abschreibungsobjekt“, sagt er. Schließlich könne kein Gewinn erwartet werden. Und der neue Eigentümer habe auch noch jede Menge Zeit, seine Bauvorhaben umzusetzen oder auch nicht.

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Entgegen der Gerüchte in den sozialen Netzwerken sei WIBU nicht verpflichtet, den Bahnhof innerhalb einer Jahresfrist zu sanieren. Dies bestätigt – wenn auch indirekt – das Schreiben des Magistrats. „Wann mit der Eröffnung des Café Omega zu rechnen ist, entzieht sich der Kenntnis des Magistrats.“ Es handele sich um ein privates Bauvorhaben und beim Bahnhof um ein etwa 120 Jahre altes Gebäude. Deshalb sei „beim Umbau stets mit Unwägbarkeiten zu rechnen“. Trotzdem geht die Stadt davon aus, dass es ein Café in dem Gebäude geben wird. Gerhardt wünscht sich ein Bürgerbüro mit angeschlossenem Café. „Dann könnte man auf dem Weg zur Arbeit mal eben am Bahnhof halten und seinen Pass verlängern lassen“, sagt er. Mit einem angeschlossenen Café wäre auch noch die Möglichkeit für einen Kaffee gegeben. „Es wäre gut, wenn sich die Vertreter von Stadt und WIBU bald noch mal zusammensetzen und über die Zukunft des Gebäudes sprechen“, sagt Gerhardt.

Bilder: Bahnhof des Jahres 2015 in Marburg

Rubriklistenbild: © M.

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