Am 24. Juni ist endgültig Schluss

Cap-Markt macht dicht

Obertshausen - Aus und vorbei: Am Freitag, 24. Juni, schließt der Cap-Markt und damit eine weitere Einkaufsmöglichkeit in der Innenstadt. An einer Mieterhöhung soll es nicht gelegen haben. Von Rebecca Röhrich 

Die meisten Obertshausener hätten nur über das schlichte Blatt Papier an der Eingangstür des Cap-Marktes erfahren, dass der Supermarkt nun endgültig schließt. Das finden Bürgermeister Roger Winter und die Vermieterin des Gebäudes, Janine Roth, bedauerlich. Sie haben sich eine gemeinsame Bekanntmachung mit dem Betreiber des inklusiven Supermarktes gewünscht. Aber das wäre vonseiten der Hainbachtal-Werkstätten erst Mitte Juni möglich gewesen. Zu spät, findet der Bürgermeister, wenn das Geschäft eine Woche später schließt.

Winter hätte gerne die Einkaufsmöglichkeit und das soziale Projekt erhalten. Zwei Gesprächsrunden zwischen Mieter und Vermieter habe er begleitet – ohne Erfolg. Die Gründe fürs Scheitern des Projektes sind vielfältig. Eine Erhöhung der Miete gehört laut Winter und Roth nicht dazu. Im Gegenteil: „Wir wollten gemeinsam mit den Werkstätten ein neues Konzept entwickeln“, erklärt die Eigentümerin. Denn was Sortiment und Preis anginge, habe der Cap-Markt mit der Konkurrenz nicht mithalten können. Laut Roth war eine Verlängerung des Vertrages aus Budgetgründen vonseiten der Hainbachtal-Werkstätten nicht zustande gekommen.

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Unterschrift für den CAP-Markt

Thomas Ruff, Geschäftsführer der Werkstätten, hält sich über die Gründe des Scheiterns indes bedeckt. „Wir wollten nicht weniger Miete zahlen“, sagt er lediglich und fügt diplomatisch hinzu: „Vermieter und Mieter sind nach fairen Verhandlungen nicht auf einen gemeinsamen Nenner gekommen.“ Sie wären gerne am Standort Seligenstädter Straße geblieben. „Für uns war der Cap-Markt sehr wichtig“, sagt Ruff. Für die behinderten Menschen sei der Lebensmittelmarkt der „perfekte Arbeitsplatz“ gewesen. Und den Werkstätten gehe es in erster Linie um ihre Mitarbeiter. Deshalb trage sich der Betrieb des Supermarktes, so wie alle Einrichtungen, die die Werkstätten in dieser Art betreiben, durch eine Mischkalkulation – also nicht zwangsläufig gewinnorientiert. Dass die Stadt jetzt einen Nahversorger weniger in der Innenstadt hat, sieht der Geschäftsführer nicht in seiner Verantwortung.

Aber er räumt auch ein, dass sich der Einzelhandel in einer schwierigen Marktsituation befände. Man habe sich vergeblich nach einem neuen Standort umgesehen. Die Entscheidung, den Cap-Markt in Obertshausen aufzugeben, sei aber nicht aus inhaltlichen Gründen erfolgt, betont er.

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Von den vielen tausend Unterschriften, die von den Bürgern für Obertshausen (BfO) Ende 2015 für die Rettung des Marktes gesammelt wurden, habe man nichts gemerkt. Im Gegenteil: Seit Dezember seien die Umsätze sogar noch mehr zurückgegangen. Die Kunden hätten sich schnell umorientiert, sagt Ruff. Die Mitarbeiter seien in anderen Arbeitsstellen innerhalb der Werkstätten Hainbachtal untergebracht. Deshalb würde der Markt bereits eine Woche früher, am Freitag, 24. Juni, schließen. Dann hätten die Angestellten eine Woche Zeit, sich umzugewöhnen.

Was die künftigen Mieter betrifft, hat sich Janine Roth noch nicht entschieden. Aber es stehe fest, dass das Gebäude jetzt erst mal modernisiert wird.

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