DHL in Obertshausen

Chaos durch Paketzentrum befürchtet

Obertshausen - Was lange währt, endet heute mit der Eröffnung des DHL-Zentrums im Gewerbegebiet Obertshausen. In den Herbäckern thront der größte Verteilkomplex Deutschlands.

Rund 50.000 Pakete sollen dort stündlich über Förderbänder fließen, 600 Arbeitsplätze entstehen. „Das Zentrum ist eine Chance für die Region“, sagt Obertshausens Bürgermeister Roger Winter. Er weiß aber auch um die Furcht von Stadt und Anwohnern vor drohendem Verkehrschaos. Schon bei Baubeschluss im September 2012 forderten Stimmen eine „kompetente Lösung“ für das Nadelöhr Autobahn 3 und Landesstraße 3117. Die DHL-Sprinter starten zwar hauptsächlich außerhalb der Stoßzeiten, allerdings brauchen Autofahrer schon jetzt bisweilen Drahtseilnerven. Schuld daran sind unter anderem gleich drei Ampelanlagen auf kurzer Strecke, Platz für Lkw und Sprinter-Kolonnen fehlt.

Entlastung verspricht der Plan, die Autobahn A3 zwischen dem Offenbacher Kreuz und der Anschlussstelle Hanau von derzeit insgesamt sechs auf acht Spuren auszubauen. Das Problem: Im Entwurf des Bundesverkehrswegeplans für die Jahre bis 2030, wurde der A3-Ausbau kürzlich zurückgestuft – von „vordringlich“ auf „weiterer Bedarf mit Planungsrecht“.

Autos & Rekorde: Spitzenwert oder Schlusslicht

Die Städte Heusenstamm und Obertshausen sowie der Landkreis Offenbach haben Stellungnahmen zum Hessischen Verkehrsministerium geschickt und fordern eine höhere Priorität des Ausbaus. Eine Antwort steht noch aus. Die Verkehrsbehörde Hessen Mobil bringt derweil noch eine weitere Lösung ins Spiel: „Ganglinien.“ „Sie zeigen auf, wann in welcher Richtung welche Verkehrsstärken auf der A3 auftreten“, erklärt Sprecherin Monica Bielesch gegenüber hr-online. Auf dieser Grundlage könnten Fahrpläne angepasst werden. (eml)

DHL-Zentrum in Obertshausen eröffnet: Bilder

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