Deutsches Chorfest in Stuttgart

Chor ‘84 der Sängerlust 1883 feiert bisher größten Erfolg

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Die 45 Männer und Frauen konnten ihren Erfolg kaum glauben.

Obertshausen - 15.000 Stimmen sangen beim Deutschen Chorfest in Stuttgart. 45 von ihnen kamen aus Obertshausen. Der Chor ‘84 der Sängerlust 1883 stellte sich dort einem bundesdeutschen Wettbewerb und gewann einen 1. Preis. Von Rebecca Röhrich

Wenn sich viele Stimmen wohlklingend für ein gemeinsames Lied erheben, ist das für Manfred Keller ein magischer Moment. Gemeinsam mit dem Chor ‘84 der Hausener Sängerlust 1883 trat der 54-Jährige bei einem internationalen Wettbewerb im Rahmen des Deutschen Chorfestes in Stuttgart an – und gewann! In der Kategorie Romantik machten sie den ersten Platz. Sie setzten sich gegen vier weitere Chöre aus dem gesamten Bundesgebiet durch. Über den Erfolg war Keller selbst überrascht: „Unser Ziel war es, in der großen Konkurrenz nicht unterzugehen“, erzähl er und lacht. Dass sie in der Kategorie Romantik gewannen, freut Keller sehr. „Das ist eine ganz besondere Epoche und Musik innerhalb Europas“, sagt er.

Im Wettbewerb sangen sie Stücke der deutschen Komponisten Robert Schumann und Johannes Brahms aber auch ein Stück des schwedischen Komponisten Wilhelm Peterson-Berger. Um die Intention des Liedes möglichst authentisch wiederzugeben, sangen die 45 Männer und Frauen auf Schwedisch. Eine echte Herausforderung sind doch Präzision und Klangsicherheit wichtige Kriterien in der Jurybewertung. Es ist nicht der erste Wettbewerb, den der Obertshausener Chor gewonnen hat, aber wohl sein größter Erfolg. Und der kommt, bei aller Bescheidenheit seines Sprechers Manfred Keller, nicht von ungefähr.

Ein halbes Jahr habe der Chor intensiv geprobt. Die anspruchsvollen Stücke, vor allem das Schwedische, hätten von den Sängern verlangt, auch außerhalb der Proben, allein zu Hause zu üben. Und der Chor ging ohne Notenblätter auf die Bühne, um einen engeren Kontakt zu seinem Dirigenten Martin Trageser herstellen zu können. Ein engagierter und strenger Chorleiter, der durchaus Ansprüche an seine Gruppe habe, berichtet Keller.

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Die Sänger selbst sind auch nicht ohne Ehrgeiz. So suchen sie immer wieder Herausforderungen, setzen sich neue Ziele. „Wir möchten nicht in Beliebigkeit versinken“, erklärt Keller. Auch ein Grund, regelmäßig zu Wettbewerben zu fahren. Aber den Männern und Frauen, die sich höchst vielfältig aus Handwerkern, Beamten, Akademikern und Sozialarbeitern zusammensetzen, mache es vor allem Spaß zu singen. Es sei ein wahres „Wohlgefühl“ und befreie von Stress und Alltag, schwärmt Keller. Ein Aspekt, dem der Chor vielleicht auch seine besondere Klangfarbe zu verdanken hat.

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