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Familienzentrum an der Vogelsbergstraße in Obertshausen geplant

Obertshausen - Die Stadtverordneten stimmen in ihrer jüngsten Sitzung für die Planung eines Familienzentrums. Doch BfO und Grünen geht das Vorgehen der Großen Koalition nicht schnell genug. Von Rebecca Röhrich 

Von einer „gemeinsamen Identität“ aller Fraktionen im Bezug auf ein Mehrzweckgebäude in der Vogelsbergstraße träumte CDU-Abgeordnete Hildegard Ott im November, damals noch in der Opposition. Nun scheint dieser Traum – zumindest auf dem Papier – Wirklichkeit zu werden. Aus dem Antrag von Schwarz-Rot, der erneut die Planung einer Herberge für den Familienverein Tausendfüßler, die Mensa der Sonnentauschule und für neue U3-Betreuungsplätze in Angriff nimmt, schlossen sich alle Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung an. In einem gemeinsamen Antrag wurden die Formulierungen von Schwarz-Rot lediglich konkretisiert und um die Idee eines möglichen Festplatzes auf dem Gelände ergänzt. Die Grünen brachten zudem den Vorschlag ein, dass eventuell der Basketballplatz auf dem Gelände erhalten bleibt.

Neben der Größe des Baus soll der Magistrat nun auch weitere Nutzungsmöglichkeiten prüfen. „Es muss die Möglichkeit bestehen, das Gebäude wachsen zu lassen“, sagte Martina Biehrer, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU. Davon habe man auch die SPD überzeugen können, die im gemeinsamen Bündnis mit den Bürgern für Obertshausen (BfO) und Grünen vergangenes Jahr vor allem eine schnelle Lösung für Sonnentauschule und Tausendfüßler im Sinn hatten. Der neue Antrag beinhaltet nun, dass die Bedürfnisse weiterer gemeinnütziger Vereine und Träger, wie beispielsweise des Sozialverbandes VdK, mit in die Planung einbezogen und allen Bauplänen vorangestellt werden. Es soll geprüft werden, ob eine schrittweise Errichtung und Erweiterung in Modulbauweise möglich ist. FDP-Fraktionsvorsitzende Elke Kunde lobt den gemeinsamen Antrag. Man habe bei der Entscheidung „den gesunden Menschenverstand walten lassen.“

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Zwar hatten Grüne und BfO dem gemeinsamen Antrag zugestimmt, beide Parteien machten aber keinen Hehl daraus, dass sie mit den erweiterten Plänen, die vor allem durch das Zutun der Christdemokraten entwickelt wurden, nicht einverstanden sind. „Wir müssen Visionen haben, die machbar sind“, sagte Rudolf Schulz, Fraktionschef der BfO. Alle Aspekte zum geplanten Mehrzweckgebäude seien bereits im November „ausführlich diskutiert worden“, ärgerte er sich. Oliver Bode, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen, fand noch deutlichere Worte: „Wir machen uns doch lächerlich!“, schimpfte er. Die Mensa und ein neuer Standort für den Familienverein sei den Bürgern schon „ewig versprochen“. Die erneute Prüfung von Größe und Umfang sei eine unnötige Verzögerung. Die Große Koalition würde die Pläne nun „unnötig aufblähen“. Man solle endlich mit der Umsetzung beginnen. Auch der Fraktionschef der Grünen, Klaus Uwe Gerhardt, plädierte für eine „zeitnahe, machbare Lösung“.

Wie teuer der Bau des Familienzentrums wird, hängt von der Größe ab, die mit dem neuen Antrag geprüft werden muss. Biehrer sprach allerdings von einer „Investition in Millionenhöhe.“ Die Stadtverordneten hoffen auf Zuschüsse aus dem Kommunalen Investitionsprogramm der Hessischen Landesregierung. Im Idealfall wird mit dem Bau 2017 begonnen.

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