Theatergruppe Lachmal probt für neues Stück

Ein Kühlschrank ist kein Ponyhof

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Lach mal, Theatergruppe! Die Schauspieler des gleichnamigen Ensembles haben bei den Proben für ihr neues Stück viel Spaß.

Obertshausen - Seit 21 Jahren reißt der Theaterclub gestresste Zeitgenossen aus ihrem Alltag und fordert sie auf, „Lach mal!“ Mit diesem Namen feiern die talentierten und engagierten Darsteller einschlägige Erfolge.

Ende des Monats starten sie eine große Schweinerei: „Wir lassen die Sau raus - oder: Jetzt sind wir tierisch vegetarisch.“ Vor der Bühne steht der verlassene Souffleur-Kasten, sauber verarbeitet mit ehrwürdiger Schreinerkunst, ausgestattet mit Kabel, Lampen, Polster und Teppich. Mitspieler hieven einen schweren Holztisch mit einer gedrechselten Mittelsäule und einer ausziehbaren, ovalen Platze auf die Spielfläche. Die Wände haben noch keine Tapeten, der Treppenabsatz besteht aus nackten Press-Spanplatten. „Das wird alles noch“, winkt „Theaterdirektor“ Thomas Zeiger ab. Mit jahrzehntelanger Bühnenerfahrung sieht man die Dinge gelassen. In der Komödie von Andreas Wening geht’s in drei Akten um Folgendes: Karin Heppner reicht es. Die immer neuen Schreckensmeldungen über Skandalfunde in Nahrungsmitteln lassen sie und ihre Nachbarinnen Selma und Lotte aktiv werden. Unter dem Motto „Mein Kühlschrank ist kein Ponyhof!“ rufen sie mit Flugblättern zum Boykott der regionalen Wurst- und Fleischtheken auf. Um ihren Protest zu verstärken, verkünden sie allerdings auch in ihren eigenen Familien, dass von nun an lediglich Vegetarisches auf den Tisch kommt.

Vor allem die Begeisterung von Karins Ehemann Norbert und Sohn Mirco hält sich da aber sehr in Grenzen. Um des lieben Friedens Willen stimmt Karin Norberts Idee zu, im alten Stall selbst eine Sau zu halten, wovon die naive Lotte und die militante Selma natürlich nichts wissen sollen. Als die beiden jedoch einen Streit zwischen den Heppners belauschen, vermuten sie fälschlicherweise, die Sau „Anita“ sei Norberts Geliebte.

Währenddessen versuchen die Heppners zu vertuschen, dass ihr Bernardiner Josef Selmas Riesenrammler Rüdiger auf dem Gewissen hat. Da jeder falsche Schlüsse zieht, überschlagen sich die Ereignisse: Metzger Hannes wird für einen Auftragskiller gehalten, die Psychologin Amaryl für Norberts Geliebte und Opa Erwin wird für tot erklärt.

In dem neuen Stück wirken neun Aktive plus Souffleuse mit, informiert Zeiger. Seit dem Start hat „Lach mal“ die stolze Summe von rund 150 000 Euro eingespielt, jeder Cent ging an einen guten Zweck. „Das Geld bleibt in Obertshausen oder geht an Organisationen, die wir kennen“, betont der Leiter. Dazu zählen die Rheuma-Liga, das Clementinen-Kinderhospital, der Verein „Hilfe für krebskranke Kinder“, der Kinder-Palliativdienst Hessen, die Igel-Initiative für gemeinsames Lernen und die Clown-Doktoren. Die Laien-Schauspieler halfen auch bei akuter Not vor Ort.

Die „Sau“ wird am Wochenende, 21. und 22. sowie 28. und 29. Oktober, in der Mehrzweckhalle der Joseph-von-Eichendorff-Schule rausgelassen. Die Vorstellungen beginnen jeweils um 19.30 Uhr. Der Eintritt kostet acht und zehn Euro. Der Vorverkauf läuft bereits, es gibt nur noch wenige Karten in den Vorverkaufsstellen Büchertreff und Hoffmann schreiben, spielen, schenken.

Wer ohne Karte rein möchte: Fürs Catering werden noch Helfer gesucht. Nähere Infos dazu gibt’s auf lachmal-theater.de. J M .

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