Auszeichnung für „AG Licht und Ton“

Sie sorgen für den guten Sound

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Sie haben Licht und Ton bei Konzerten und Theateraufführungen an ihrer Schule im Griff.

Obertshausen - Ohne Licht wäre so manche Theateraufführung eine dunkle Angelegenheit. Trotzdem bekommen Licht- und Tontechniker selten Ruhm und Ehre. Die Licht-und-Ton-AG an der Hermann-Hesse-Schule hat nun bei den Hessischen Schultheatertagen einen Preis erhalten. Von Michael Prochnow

Eine Theatergruppe gibt’s fast an jeder Schule, auch Chor oder Orchester sind oft zu belauschen. Häuser mit wohlklingenden Namen bieten Physik- und Chemie-AGs an. Doch welche Einrichtung kann schon ein Team für Licht- und Tontechnik vorweisen? In der Hermann-Hesse-Schule gibt’s nicht nur entsprechende Experten aus Klasse 9, sie sind für ihren Job sogar ausgezeichnet worden. Bei den Hessischen Schultheatertagen in der Landesmusikakademie in Schlitz setzten die jungen Obertshausener alle zehn teilnehmenden Gruppen ins rechte Licht und sorgten für den guten Ton.

Über Pfingsten, von Donnerstag bis Dienstag, übernachteten sie in Schlafsack und auf Isomatten im Technikraum der Akademie – sofern sie überhaupt zum Schlafen kamen. Denn sie hatten einen komplett leeren Saal vorgefunden, mussten Zuschauertribüne und Bühne herrichten, Scheinwerfer an den Traversen in acht Meter Höhe installieren, weil der Hausmeister krank war. „Das war ein Knochenjob“, erzählt AG-Mitglied Alex. Trotzdem seien sie pünktlich fertig geworden. Am Samstag reisten dann die ersten Spielleiter an – viele hatten ihre Scripte zum Glück schon vorher eingereicht, damit die Techniker schon einzelne Szenen programmieren konnten.

„Twailait“, „(Un)Schuld“ und „Unbekanntes Land – unbedingt Schutzbrillen tragen“, hießen einige der Stücke, viele sind selbst erarbeitete Werke. „Manche waren sehr aufwändig inszeniert“, erzählt Andreas, „und die Regisseure hatten besondere Wünsche. Da brauchten wir schon zwei, drei Stunden mehr, um es ihnen recht zu machen.“ Während der Aufführungen bedienten sie ein professionelles Mischpult mit 512 Kanälen, berichtet Niklas nicht ohne Stolz. In der eigenen Aula arbeiten sie mit einem Mixer mit 22 Kanälen.

„Wir haben uns neben zwei anderen Gruppen beworben, ein Vertreter des Festivals hat unsere Kompetenzen beurteilt und erklärt, was wir zu tun haben“, erinnert sich Tobias. Die Hesse-Schüler bekamen die Zusage – und zwei kurze Workshops am Licht-Programm Sunlight Suite 2. Seit drei Jahren sind sie es, die alle Veranstaltungen an der Hermann-Hesse-Schule begleiten.

Die Acht- und ein Neuntklässler verlegen Kabel für bis zu zehn Kondensatormikrofone, vier Funkmikros und zehn dynamische, steuern zwei große Bassboxen, zwei Lautsprecher für die höheren Töne, vier Monitorboxen und vier an der Decke. 35 Scheinwerfer werden über das Lichtpult „Strandlighting 200“ gesteuert, hinzu kommen noch zehn mobile LED-Scheinwerfer und ein Verfolger. Musiklehrerin Esen Icingir, Gitarristin einer Rock- und Metal-Band, leitet die Schulband und seit 2013 auch die AG Licht und Ton. Für sie ist es wichtig, die jungen Musiker und Schauspieler ins rechte Licht zu setzen und die Töne optimal abzumischen. Und das schaffen Tobias Fitzke, Niklas Klein, David Gross, Nils Zeferer, Alexander Reiss, Andreas Lichter, Maximilian Grembowski und Tim Demand mittlerweile aus dem Eff-eff. Ob daraus ein Beruf wird – da sind sich die Künstler noch nicht so sicher. Aber mal den Profis in einem Fernsehstudio, in Wacken oder bei Rock am Ring über die Schulter zu schauen, das wäre schon so ein Traum für die Jungs. (M.)

Berufsinfobörse an der HHS

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