Reiches Angebot an Handwerk und Leckereien

Der Martinsmarkt sorgt für Leben im alten Ort

Gemütlich ist’s auf dem Martinsmarkt. (c) Archivfoto: M.

Obertshausen - Der Martinsmarkt zieht nun schon zum fünften Mal Tausende in die Fressgasse. Sein Erfolg liegt im Detail: Ausgesuchte Einzelhändler und ein ungewöhnliches Engagement der Anwohner sorgen für heimelige Atmosphäre. Von Rebecca Röhrich

Wenn die Tage dunkler und grauer werden und kalter Wind die Menschen in die Häuser treibt, geschieht es: Dann erleuchtet die Wilhelmstraße für einen Tag im Glanz alter Zeiten, dieses Jahr am Sonntag, 6. November von 14 bis 20 Uhr im alten Ort.

Wie ein schöner Spuk tummeln sich dann die Obertshausener wieder im alten Ortskern zwischen Wilhelmsstraße, Fünfhäusergasse und Kirchstraße. Dann gibt es dort nicht nur jede Menge Essen und Trinken, sondern auch Schönes aus Stoff und Edelmetall. Geschäfte aus Obertshausen und der ganzen Region ziehen in die kleinen Hütten, die dann entlang der Straße aufgebaut werden. Die Idee entsprang aus einem schlichten Wunsch: „Wir wollten einfach mal wieder den Ortskern beleben“, sagt Jürgen Krapp, Vorsitzender der Weinfreunde Obertshausen. Sein Elternhaus steht in der Wilhelmsstraße. Er erlebte also eine Zeit, in der der kleine Ortskern pulsierte, viele Geschäfte die verkehrsberuhigte Straße säumten. Über 30 Jahre sei das nun schon her, sagt der 53-Jährige. „Ich habe mir gewünscht, dass dort nicht nur gewohnt, sondern auch wieder gelebt wird“, so der Vorsitzende.

Seit 2012 organisiert der Verein den Zauber zwischen den letzten Sommerfesten und dem ersten Weihnachtsmarkt. Und jedes Jahr kommen mehrere Tausend Besucher. „Der Martinsmarkt ist einfach zu einer Zeit, wo nicht viel los ist“, sagt Krapp und vermutet darin einen Teil des Erfolgs. Aber es sei auch die besondere Atmosphäre. Die komme auch dadurch zustande, dass es sich bei den Ständen hauptsächlich um tatsächliche Geschäfte handelt, die für einen Tag auf den Martinsmarkt verlegt werden. Und die Anwohner tragen auch einen wichtigen Teil zum Gelingen bei.

Bilder aus dem vergangenen Jahr:

Bilder: Martinsmarkt in Obertshausen

Sie spendieren den insgesamt 42 Ständen, der Bühne und dem Karussell an der Ecke Kirchstraße/Wilhelmstraße den Strom. Eine enorme Erleichterung für den Verein. Jürgen Krapp freut sich dieses Jahr über zwei Neuzugänge auf dem Markt. Die Flüchtlingshilfe Obertshausen und die Betreute Mädchengruppe des Theresien Kinder- und Jugendhilfezentrums werden Waffeln, Kaffee und Kuchen verkaufen. Sankt Martin wird gegen 16 Uhr seine Wecken verteilen. Und dann, um 20 Uhr, ist alles schon wieder vorbei, und die Ruhe kehrt zurück in die Fressgasse. Bis zum nächsten Jahr, an einem Tag im November.

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