Hauptamtlicher Stadtrat

Michael Möser: Gewählt ohne Gegenstimme

+
Bürgermeister Roger Winter (links) und Stadtverordnetenvorsteherin Julia Koerlin gratulierten Michael Möser unmittelbar nach der Vereidigung als Erster Stadtrat. Sein Amt wird der 45-Jährige am 1. August antreten.

Obertshausen - Hubert Gerhards geht, Michael Möser kommt. Vom 1. August an wird der 45-Jährige seine neuen Aufgaben als Erster Stadtrat übernehmen. Von Claudia Bechthold 

Ohne Gegenstimme beI sechs Enthaltung der Bürger für Obertshausen hatten ihn die Stadtverordneten am Donnerstagabend in dieses Amt gewählt. Michael Möser ist nicht nur ein Parteikandidat, er wird wahrgenommen als kommunaler Verwaltungsbeamter, ist Obertshausener, kennt die Stadt, lebt in ihr und hat Kontakte in die Vereinswelt. Damit und mit den eindeutigen Mehrheiten begründete Rudolf Schulz, Fraktionschef der Bürger für Obertshausen, warum er und seine Mitstreiter als Opposition auf einen Gegenkandidaten für das Amt des Ersten Stadtrats verzichtet haben. Als Vertrauensvorschuss wollte Schulz verstanden wissen, dass seine Fraktion nicht gegen den einzigen Kandidaten stimmt. Die Erwartungen an den Kandidaten der Großen Koalition sind hoch. Denn mit Ausnahme der Bürger, die sich der Stimme enthielten, stimmten bei der Wahl alle anderen Stadtverordneten für das CDU-Mitglied.

Zwei Bewerbungen seien eingegangen, hatte CDU-Fraktionschef Anthony Giordano als Vorsitzender des Wahlvorbereitungsausschusses berichtet. Ein auswärtiger Bewerber habe die in der Ausschreibung benannten Kriterien mit einer Ausnahme nicht erfüllen können. Auch Grünen-Chef Dr. Klaus-Uwe Gerhardt betonte, man habe bei einem Gespräch mit Michael Möser den Eindruck gewonnen, mit ihm gut zusammenarbeiten zu können. Zudem bringe dieser bereits Erfahrungen in der Kommunalarbeit mit.

Möser ist seit Oktober 2012 Leiter des Fachbereichs Soziales bei der Stadt Obertshausen, zuvor hat er acht Jahre lang den Fachdienst Kindertagesbetreuung geleitet. Möser wird sein Amt am 1. August antreten. Stadtverordnetenvorsteherin Julia Koerlin und Bürgermeister Roger Winter hatten ihn zuvor vereidigt und verpflichtet. Amtsinhaber Hubert Gerhards (CDU) stand nach 24 Jahren nicht mehr zur Wahl.

Alles zur Kommunalpolitik in Obertshausen

Die Kommunalpolitiker würden von der Kommunalaufsicht geknebelt, schimpfte während der Sitzung des Stadtparlaments Rudolf Schulz von den Bürgern. Und auch Klaus-Uwe Gerhardt hätte sich mehr Beratungszeit gewünscht. Grund dafür war ein Dringlichkeitsantrag zum Haushalt, den Bürgermeister Roger Winter eingebracht hatte. Dieser wurde später mit 30 Ja-Stimmen angenommen. Die Bürger beteiligten sich nicht an der Abstimmung.

Es ging um die nur drei Tage zuvor eingegangene Genehmigung des städtischen Haushalts für das laufende Jahr. Diese hatte Landrat Oliver Quilling, der als Kommunalaufsicht fungiert, mit Auflagen verbunden: Die Rücklagen, die die Kommune zur Finanzierung der Kreis- und der Schulumlage gebildet hat, dürfen nicht in kleinen Teilen, sondern nur komplett aufgelöst werden. Eigentlich sollten diese etwa 20 Millionen Euro nach und nach zurück in den Etat fließen, um ab 2017 eine „schwarze Null“ zu erreichen, Das akzeptiert der Landrat nicht. Stattdessen muss Obertshausen sein Konsolidierungs-Konzept wieder aufleben lassen und die Einnahmen um 124,58 Euro je Einwohner erhöhen. Um eine Steuererhöhung werde man da vermutlich nicht herum kommen, meinte Winter. Obertshausen liegt bei der Grundsteuer B und bei der Gewerbesteuer etwa im Mittelfeld der 13 Kommunen im Kreis Offenbach.

Versprochen - gebrochen: Die bekanntesten Wahllügen

Kommentare