Neuer Schutz für Gräbenwäldchesfeld

Mutwillig zerstörter Zaun am Naturschutzgebiet ist ersetzt

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Ein nagelneuer Zaun schützt nun das Naturschutzgebiet.

Obertshausen - Als klein, aber fein kann man das Naturschutzgebiet Gräbenwäldchesfeld bezeichnen. Eingebettet zwischen Bürgermeister-Mahr-Straße, Bauerbach und Bundesstraße haben seltene Orchideen Raum zu wachsen. An der Westgrenze wurde der im Februar zerstörte Zaun durch einen neuen ersetzt. Von Rebecca Röhrich 

Morsch und ein bisschen wackelig war der Zaun, der in Richtung Osten das Naturschutzgebiet Gräbenwäldchesfeld von Hausen begrenzt. Im Februar gaben Vandalen der alten Holzkonstruktion, die vor allem seltene Pflanzen schützen soll, den Rest. Wie berichtet, waren die Riegel eines morgens abgetreten, die Pfähle umgerissen. „Das sah schon drastisch aus“, erinnert sich Peter Erlemann, Vorsitzender des Naturschutzverbands (Nabu) der Ortsgruppe Obertshausen. Über die Hälfte des gut 100 Meter langen Zaunes war komplett demoliert.

Der Naturschützer hatte den Vandalismus Ordnungsamt und Forstamt gemeldet. Bis heute wurden die Täter nicht gefunden. Nur Motorradspuren am Tatort lassen Rückschlüsse auf die Täter zu. Auch ein Aufruf in unserer Zeitung blieb ohne Erfolg. Im Juli schließlich hatte das zuständig Forstamt Langen einen neuen Zaun gebaut. Die Kosten von 2000 Euro seien ohnehin im Pflegeplan für das Gebiet vorgesehen, heißt es vonseiten der Behörde. Geld, dass sinnvoller in Artenschutzmaßnahmen investiert wäre, findet Erlemann. Aber der Zaun ist wichtig, er versperrt den Weg zu Schützenswertem. Bereits im Jahr 1983 entdeckten Naturschützer, dass auf dem Gebiet selten Pflanzen wachsen. Unter anderem heimische Orchideen, im Volksmund Knabenkräuter genannt. Im Jahr 2003 habe man 5200 von einer Orchideensorte gezählt. So viele, wie nirgends sonst im Kreis Offenbach, erzählt Erlemann.

Völlig zerstört wurde der Zaun im Frühjahr dieses Jahres.

Auch Vogelarten wie der Neuntöter, Rehe und Wildsäue fänden dort Ruhe. Doch das Idyll wurde immer wieder durch Reiter oder Spaziergänger mit Hunden gestört – auch, nachdem dort 1986 laut oberer Naturschutzbehörde jede Form von schädlicher Veränderung und Handlung verboten ist. Im Jahr 1990 wurde das 5,5 Hektar große Gelände zwischen Stadtwald und Bürgermeister-Mahr-Straße zum Naturschutzgebiet. Das habe nicht jedem gefallen, erinnert sich der Obertshausener Nabu-Vorsitzende. In den ersten Jahren seien hin und wieder Unbelehrbare über den Zaun geklettert. Da hätten auch die extra aufgestellten Schilder nichts genutzt. Mit den Jahren sei die Absperrung jedoch akzeptiert worden.

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Seit seiner Aufstellung wurde der Zaun nicht mehr ausgetauscht. Kleinere Reparaturen übernahm der Nabu auf eigene Kosten. Peter Erlemann ist froh, dass die neue Absperrung nun endlich steht. Das Forstamt habe zunächst anderen Verpflichtungen nachkommen müssen, bevor es sich an die Erneuerung machen konnte. Von der Stadt sei diesmal keine Unterstützung gekommen, so Erlemann. Er hofft, dass der Zaun Flora und Fauna auf dem Gräbenwäldchesfeld nun wieder für mindestens 20 Jahre Ruhe gönnt.

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