Besucher haben Schwierigkeiten, eine Lücke zu ergattern

Mysteriöser Parkplatzmangel am Friedhof

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Der Parkplatz vor dem Friedhofsgelände ist gut besucht. Zu gut, glauben Beobachter.

Obertshausen - Auf dem Parkplatz des Friedhofs im Birkengrund stehen täglich viele Autos. Doch die meisten Fahrzeuge gehören nicht den Besuchern des Gottesackers. Im Gegenteil: Die finden immer schwerer einen Parkplatz, wenn sie ihre Verstorbenen besuchen möchten. Von Rebecca Röhrich 

Rund zweimal in der Woche schaut Dieter Mank beim Grab seiner Eltern nach dem Rechten. Sie ruhen auf dem Friedhof im Birkengrund. Bis vor wenigen Wochen war das Parken vor dem Gelände kein Problem. Doch das hat sich geändert. „An manchen Tagen findet man kaum einen Parkplatz“, erzählt der Obertshausener. Die Autos würden zum Teil sogar auf den Grünflächen stehen. Einen erhöhten Besucherandrang auf dem Gottesacker konnte der 66-Jährige indes nicht feststellen. Ob er nun vormittags zwischen 11 und 12 Uhr den Friedhof besucht oder nachmittags zwischen 15 und 16 Uhr. Immer sei der Parkplatz gut gefüllt, der Friedhof aber leer. An manchen Tagen finde er nur noch eine letzte Lücke. Das ärgert den freiberuflichen Autor. „Es ist nichts dagegen zu sagen, wenn auch andere den Parkplatz nutzen, aber die Friedhofsbesucher sollten trotzdem noch die Möglichkeit zum Parken haben“, sagt er. Und er stehe mit dieser Meinung nicht allein. Auch anderen Besuchern sei die Parkplatzsituation schon aufgefallen.

Mank vermutet, dass es sich um Autos von Angestellten der umliegenden Unternehmen handeln könnte. Seine Theorie fügt sich gut in die jüngsten Entwicklungen in der unmittelbaren Umgebung. Seit einigen Wochen hat dort Europas größtes DHL-Paketzentrum seinen Betrieb aufgenommen. Erster Stadtrat Michael Möser sieht da keinen Zusammenhang. „Jeder Unternehmer muss auf seinem Gelände Parkplätze nachweisen“, erklärt er. Das gehöre zu den Bedingungen. Abgesehen davon handele es sich um einen öffentlichen Parkplatz. Eine Information, die Dieter Mank überrascht. „Ich lebe seit 20 Jahren in Obertshausen aber das habe ich nicht gewusst“, sagt er. Er ist überzeugt, dass es auch andere überraschen wird. Nichtsdestotrotz sieht Möser das Problem. Selbstverständlich müssten Friedhofsbesucher dort problemlos parken können. Der Erste Stadtrat vermutet, dass es sich bei den „Fremdparkern“ möglicherweise um Pendler handeln könnte. Schließlich ist die Auffahrt zur A3 nicht weit und es gäbe immer mehr Menschen, die nach Frankfurt Fahrgemeinschaften bilden würden. Dies sei allerdings reine Spekulation.

Verrückte Park-Unfälle 

Für diese Theorie spricht auch, dass Obertshausen, dank seiner zentralen Lage, nicht nur für Unternehmen attraktiv ist, sondern auch für Pendler, die sich auf halber Strecke dort mit anderen treffen können, um dann in einem Auto nach Frankfurt weiter zu fahren. Außerdem handelt es sich bei den Autokennzeichen vornehmlich um Fahrzeuge aus dem Kreis Offenbach und Darmstadt – Ein weiteres Indiz. Michael Möser möchte sich jetzt der Sache annehmen und sich darum kümmern, dass die Ordnungspolizei ein Auge auf die Parksituation wirft. Es soll überprüft werden, welche Autos dort parken. Und vor allem: wie lange die Autos dort abgestellt sind.

Wenn sich der Verdacht erhärtet, dass der Parkplatz als inoffizieller Pendlerparkplatz genutzt wird, könnte laut Möser eine Zeitbegrenzung von zwei Stunden eingeführt werden.

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