Neue Industriefläche südlich der A3

Friede, Freude, Gewerbegebiet

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Die auf der Karte blau markierte Fläche soll künftig Industriegebiet sein.

Obertshausen - Die Große Koalition hat für den Plan, ein neues Gewerbegebiet südlich der A3 zu entwickeln, viel Rückenwind im Stadtparlament bekommen. Allein die Grünen waren gegen den Ausbau von Gewerbeflächen in der Stadt. Von Rebecca Röhrich 

Große Einigkeit herrschte unter den Stadtverordneten über die Notwendigkeit eines neuen Gewerbegebietes südlich der A3. „Die Zeit ist Reif“, sagte CDU-Fraktionschef Anthony Giordano. Ein Ausbau der gewerblichen Nutzung unumgänglich, um die Schulden der Stadt sukzessive abbauen zu können.Die Samerwiesen seien, entgegen der Annahme der Grünen, fast belegt. „Auch die vor rund zehn Jahren begonnenen Herbäcker sind nahezu vollständig entwickelt und belegt“, so Giordano. Laut regionalem Flächennutzungsplan stehen als Erweiterungsmöglichkeit nur noch die Gebiete Kreuzloch und Seewiesenwäldchen zur Verfügung. Die Bebauung dieser Flächen würde sicher niemand wollen, sagte er weiter. Außerdem sei die Gewerbesteuer die größte Einnahmequelle, die die Stadt habe. Manuel Friedrich, Fraktionsvorsitzender der SPD, betonte in seiner Rede indes die Bedingung der Sozialdemokraten, dass eine Anbindung des Gewerbegebietes an den Rembrücker Weg ausgeschlossen bleibt.

Für den Antrag erhielt die Große Koalition auch Zuspruch vonseiten der Opposition: FDP-Fraktionsvorsitzende Elke Kunde bezeichnete die Fläche südlich der A3 als „hochattraktiv“. Die Nähe zur Autobahn generiere einen „Schaufenstereffekt“. Auch Rudolf Schulz, Fraktionschef der Bürger für Obertshausen (BfO), befürwortet eine gewerbliche Nutzung der 13 Hektar. Allerdings sollten die Betroffenen Landwirte in die Planung mit einbezogen werden. Allein die Fraktion der Grünen stellte sich mit Wort und Stimme gegen den Antrag von Schwarz-Rot. Wohl aber mit dem Wissen, dass sie mit ihrer Meinung alleine sind.

In seiner Rede gab ihr Fraktionschef Klaus-Uwe Gerhardt zu bedenken, dass der Friedhof Birkengrund sich mit Entwicklung des Gewerbegebietes „mitten im Industriegebiet“ befände und dass die Hoffnung auf eine steigende Gewerbesteuer ein „Irrglaube“ sei. „Heute werden sie die Mehrheit im Parlament finden, morgen das Vertrauen der Bürger verlieren“, schloss er seine Rede mit drastischen Worten. Schließlich stimmten die Abgeordneten mit großer Mehrheit (32-Ja-Stimmen, 4 Nein-Stimmen) dafür, den Magistrat mit der Entwicklung des neuen Gewerbegebietes zu beauftragen.

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Auf die Aussage der Grünen, Mehreinnahmen für den städtischen Haushalt seien kein Argument für ein neues Gewerbegebiet, schließlich sei der Haushalt „zuletzt mit einem kleinen Plus abgeschlossen worden“ (wir berichteten), ging die CDU nach der Stadtverordnetenversammlung schriftlich ein.

Bei dem Plus handele es sich um 350.000 im Ergebnishaushalt, äußert sich CDU-Fraktionschef Anthony Giordano. Demgegenüber stünde ein Minus von 1,4 Millionen im Finanzhaushalt sowie Investitionsausgaben in Höhe von 7,4 Millionen Euro. Die Stadt müsse in diesem Jahr unterm Strich eine Neuverschuldung von rund 8,8 Millionen Euro aufnehmen „das erwähnt der stellvertretende Vorsitzende des Haupt-, Wirtschafts- und Finanzausschusses in seiner Mitteilung nicht“, stellt der Fraktionsvorsitzende Giordano in einer Mitteilung fest.

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