Am 8. und 9. Oktober

Erste Mühlheimer Whisky-Messe mit Ecken und Kanten

Mühlheim - Mühlheims erste Whisky-Messe am 8. und 9. Oktober wird wohl keinen Run auf die Stadt auslösen, der die Hotels inspiriert, die Zimmerpreise zu erhöhen, gegen einen Erfolg der Geschichte spricht aber rein gar nichts: Von Stefan Mangold 

Whisky ist etwas für Genießer, betonen Petra und Stephan Buschhaus. Auf der Messe kann sich jeder dem Thema ohne Angst vor Ahnungslosigkeit nähern.

Längst haben auch die Deutschen das hochprozentige Getränk für sich entdeckt. Außerdem sind die Organisatoren in Mühlheim bekannt wie bunte Hunde. Petra und Stephan Buschhaus waren über Jahre die Gesichter des Grande Whisky an der Bahnhofstraße. Das Ehepaar gründete die Mischung aus Lokal und Verkaufsgeschäft und stand acht Jahre hinterm Tresen. Dann stieg den beiden der Erfolg zwar nicht zu Kopf, aber er fraß die Zeit auf. Ursprünglich war das Grande Whisky als Hobby gedacht. Petra arbeitet in der eigenen Praxis als Heilpraktikerin, Stephan für den „Polizeireport“, die Zeitschrift der Gewerkschaft der Polizei. Ihr Internethandel „Whiskylord“ lässt sich wesentlich variabler organisieren als ein Ladenlokal mit festen Öffnungszeiten. Acht Aussteller werden auf der Whisky-Messe Tastings anbieten. Der Eintritt im Gebäude der AWO an der Fährenstraße kostet 6 Euro, die Teilnahme an den Tastings zwischen 10 und 15 Euro. Guter Whisky kann nicht billig sein. Mit Essenzen, die es im Supermarkt zu kaufen gibt, haben die Destillate, um die es auf der Whisky-Messe geht, nur den Namen gemein.

Whisky ist nicht das von Alkoholikern präferierte Getränk. Kenner brauchen ewig für ein Glas. In den Jahren an der Bahnhofstraße habe er nur zwei Betrunkene erlebt, erinnert sich Stephan Buschhaus, „und die waren schon voll, als sie kamen“. Wem es auf nichts als Masse und die Wirkung ankommt, dem ist Spitzenwhisky zu teuer. Stephan Buschhaus spricht von den drei Destillierungen, die ein irischer Single-Malt durchläuft. Den Single-Malt charakterisiert, aus nur einer Brennerei und einem Brennvorgang zu stammen und nur mit aus Gerste gewonnener Stärke hergestellt zu sein. Für sich genommen sagt das über die Qualität noch nichts aus. Was einen Single-Malt, den es im Supermarkt schon für unter 30 Euro zu kaufen gibt, von jenen unterscheidet, für die Liebhaber drei- und vierstellige Beträge hinlegen, liegt in der Beschaffenheit des Fasses begründet, in dem der Whisky bis zu vierzig Jahren lagerte.

Dabei gehen die Brenner in Schottland Wege, die zur dem Landstrich nachgesagten Sparsamkeit passen. Sie kaufen gebrauchte Eichenfässer, in denen Bourbon oder Oloroso Sherry lagerte. In erster Linie jedoch nicht, weil es billiger ist, es geht vor allem um die Geschmacksnote. Das Innere der Fässer wird leicht ausgebrannt. „Dann dringt der Whisky tiefer in die Poren“, erklärt Petra Buschhaus. Die Flüssigkeit mischt sich so leichter mit den Ölen der Eiche. Das angebrannte Holz sorgt außerdem für einen dezent rauchigen Geschmack. Ihr lägen schottische Whiskys, erklärt sie, „die haben Ecken und Kanten“. Der Charakter der irischen sei hingegen weicher.

Kalender: „Scotland - Land of Whisky 2016“

Im Gegensatz zum Wein, den auch Spitzenwinzer im tiefen Norden nicht vernünftig hinbekämen, lässt sich der besondere Whisky überall produzieren, wo Gerste wächst. Auch in Hessen. Die Brennerei Höhler aus Aarbergen im Taunus stellt ihre Single Malt’s während eines Tastings an beiden Messetagen vor. Bei „Whiskyregal“ aus Obertshausen probieren die Besucher nur solche, die mindestens 18 Jahre lagerten. Das Ehepaar Buschhaus präsentiert Whiskys aus dem „Heart of Islay“, eine Insel der schottischen Hebriden. Whisky sei etwas für Genussmenschen, betont Petra Buschhaus, die an einem Abend an zwei Zentilitern ihre Freude haben kann. Gatte Stephan ergänzt: „Das Leben ist zu kurz, um Schlechtes zu trinken.“ Die Termine für die Tastings finden sich auf whiskylord.de.

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