Der Jüngste fährt allen davon

Nick Deißler geht auf ferrarirotem Kart stets ans Limit

+
Alles im Griff: Das Obertshausener Kart-Talent Nick Deißler verbuchte in seiner jungen Karriere bereits einige Erfolge. Darauf lässt auch die Vitrine mit den Pokalen im Hintergrund schließen.

Obertshausen - Nick Deißler ist zwölf Jahre alt und pflegt ein Hobby, das auch seine Eltern auf Trab hält. Er fährt Kart-Rennen, ist mit viel Eifer und starkem Team auf den Spuren von Schumacher und Vettel unterwegs. In diesen Tagen kann er gleich zwei Meisterschaften einfahren. Von Michael Prochnow 

Liedolsheim bei Karlsruhe, Urlofen bei Straßburg oder neben der Piste des Flughafens Hahn: Egal, wo Nick Deißler auf die Strecke geht, der Obertshausener steht stets auf der Pole-Position - wenig später auf dem Podest. Häufig fährt er die schnellste Rennrunde, in Wackersdorf bei Regensburg holt er zudem den Tagessieg. Kurz vor Saisonende stehen auf seinem Konto zwei erste Plätze, ein zweiter und ein dritter Rang. Im Wettbewerb um den Rhein-Main-Kart-Cup führt Deißler nach vier von sechs Rennen die Rangliste mit zwölf Punkten Vorsprung an. Beim Baden-Württemberg-Kart-Cup ist er ebenfalls die Nummer eins. Dabei ist der Teenager der Jüngste im Feld, die Konkurrenz in seiner Altersklasse hart. Das Talent auf vier Rädern will sich seine erste Meisterschaft nicht mehr nehmen lassen. „Du musst mit Köpfchen und mutig fahren“, erklärt Nicks Trainer und Vater Guido Deißler. „Er fährt jetzt aggressiver, geht immer ans Limit, um alle Punkte mitzunehmen.“ 2015 war der Sohn noch Vierter, jetzt tritt er mehr aufs Gas.

Deißlers ferrariroter Untersatz ist eine Rotax Junior Max. Das im Januar gesegnete Gefährt weist bereits erste Gebrauchsspuren auf, am Unterboden ist der Lack abgeschliffen, Fahrbahnbegrenzungen schrubben den Rahmen ab. Die Maschine weist im Vergleich zum Vorgängermodell weniger Luftwiderstand und maximale Sicherheit auf, betont Vater Deißler. Dazu trägt der Fahrer Helm und eine Rippenschutzweste, wie vom Deutschen Motorsportbund gefordert.

Die Jugendlichen rasen über bis zu 1400 Meter lange Bahnen, auf denen auch Weltmeisterschaften ausgetragen werden. „Auf solchen Strecken kann man schneller fahren und auch mal aus der Bahn rutschen, ohne sein Kart zu zerlegen“, weiß Nick Deißler. Für jeden Kurs müssen Motor, Chassis-Höhe, Spursturz, der Nachlauf, der das Fahrzeug in den Kurven anhebt, Spurweite hinten und die Härte der Hinterachse eingestellt werden.

Spielberg-Crash: Neuer Zoff zwischen Rosberg und Hamilton

Unter der Woche übt das Talent auf der Anlage von ADAC und MSC Wittgenborn bei Wächtersbach. Ein Teil der Vorbereitung läuft am Playstation-Simulator, wo mit Hanteln das Lenken simuliert wird. Rückenmuskulatur, Nacken und Gleichgewicht stärkt Deißler mit einem Physiotherapeuten. Die Rennen dauern meist nur 17 Runden an, doch Vibration und Anspannung erfordern ein hohes Maß an Kondition. „Wer fürs Kart-Rennen brennt, sollte jung sein, ein fachkundiges, motiviertes Team und verlässliche Sponsoren haben“, lacht Guido Deißler.

28 Wochenenden sind in diesem Jahr für Training und Rennen verplant. Deißlers reisen gerne im Wohnmobil an. Mama Patricia sorgt für die Verpflegung, Papa Guido regelt das Organisatorische, Monteur Erik Muhler sorgt für die Kart-Abstimmung und betreut Nick am Start. Das nächste Rennen bestreitet der Youngster am Sonntag auf seiner Hausstrecke in Wittgenborn. Der letzte Start der Saison erfolgt in Oppenrod bei Gießen. Mehr Infos auf nick-deissler.de.

Kommentare