Auf Nummer sicher

Opposition will bei Bauplanung des Familienzentrums alle Optionen offenhalten

Obertshausen - Eigentlich sind sich die Fraktionen einig, wie die Planung des neuen Familienzentrums weitergehen soll. Und eigentlich auch nicht. Die Opposition möchte möglichen Missverständnissen vorbeugen. Von Rebecca Röhrich 

Die Idee, ein Familienzentrum neben der Sonnentauschule zu errichten, war aus der Not geboren. Den Sonnentauschülern fehlt eine Mensa, und der Familienverein Tausendfüßler braucht dringend ein zweckmäßiges Gebäude, in dem der Verein der steigenden Betreuungsnachfrage gerecht werden kann. So soll vor allem die U3-Betreuung aufgestockt werden. Wie berichtet, hat ein Frankfurter Planungsbüro ein Baukonzept vorgelegt, das über Mensa, Platz für den Familienverein und U3-Betreuung hinausgeht. So schlagen die Experten zusätzlich Raum für eine Nachmittagsbetreuung der Sonnentauschüler vor. Ebenso enthält das Konzept einen Bereich für Vereine. Die großzügige Planung lässt die Opposition zaudern.

Es war vor allem die Sorge um hohe Kosten, die FDP, Grüne und Bürger für Obertshausen dazu veranlasste, nach dem Umwelt-, Verkehrs- und Bauausschuss einen Änderungsantrag zu formulieren. Der ursprüngliche Auftrag an den Magistrat, in der weiteren Planung mehrere Alternativen unterschiedlicher Größe zu vergleichen, wurde von der Opposition nun konkreter.

Bei der weiteren Planung des Familienzentrums sollen stets zwei Varianten im Auge behalten werden: Eine Variante, in der Mensa, Familienverein sowie U3-Betreuung Platz finden und eine Variante, in der zusätzlich Vereine und Nachmittagsbetreuung untergebracht werden können. Außerdem soll die Option bestehen, die zusätzlichen Module später zu bauen. Mit der konkreteren Formulierung wollte man auf Nummer sicher gehen. „Was nicht im Beschlusstext steht, ist nicht Pflicht“, begründete FDP-Fraktionschefin Elke Kunde den Änderungsantrag. Denn die Liberalen vermuten, dass sich die Kosten für den Bau von 6,4 Millionen Euro ohnehin auf acht Millionen Euro erhöhen könnten. Eine Befürchtung, die sie mit den anderen Fraktionen teilen. Außerdem müssten die Folgekosten ermittelt werden. Die Kosten bereiteten auch Rudolf Schulz, Fraktionschef der Bürger, Sorgen. „Die Wahrheit ist, dass man das finanziell stemmen muss“, sagte er. Er zweifelt an der Kapazität des Haushalts.

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Außerdem waren sich die Bürger nicht sicher, ob ein Modul für die Nachmittagsbetreuung überhaupt nötig sei und, ob überhaupt Interesse bei den Vereinen für eine Mitnutzung vorhanden ist. Laut Konzept der Bauberater würden die Nachmittagsbetreuung und die Option auf Vereinsräume gut 1,3 Millionen Euro der kalkulierten Summe ausmachen. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Christdemokraten, Marina Biehrer, zeigte sich irritiert vom Vorstoß der Opposition. Für sie sei der Änderungsantrag „überflüssig“. Welche Module zuerst gebaut werden, sei zunächst einmal unwichtig.

Katy Walther, Abgeordnete der Grünen, richtete ihre Worte mehr an die Mitglieder des Familienvereins Tausendfüßler, die in größerer Anzahl die Debatte auf den Zuschauerplätzen verfolgten. Der Änderungsantrag diene lediglich der Transparenz, sagte sie. „Das Familienzentrum wollen alle von uns“, so Walther. Und wie zur Bestätigung stimmten die Parlamentariern diesem dann auch zu. „Ich bin glücklich mit der Entscheidung“, schloss Bürgermeister Roger Winter das Thema ab.

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