„Ihr lasst keinen alleine“

VdK bezieht seine neuen Räume im Haus Georg

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Mit dem Segen Gottes kann in den neuen Räumen des VdK nichts schief gehen.

Obertshausen - Er nannte sich Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands, als er 1950 in Düsseldorf auf Bundesebene gegründet wurde. Von Michael Prochnow

Heute nennt er sich Sozialverband VdK, weil sich die Aufgaben der ehrenamtlichen Helfer verändert haben. Weniger geworden sind sie nicht, in Oberts-hausen begrüßte die Ortsgruppe gerade ihr 700. Mitglied. Und freut sich über neue Räume. Der VdK ist eine der wenigen Vereinigungen, die permanent wachsen. Vorsitzender Werner Friedrich begrüßte im einstigen Malteser-Café an der Alexanderstraße Anita Rolle, Mitglied Nummer 700 in Obertshausen. Bis er zusammen mit der Kreisvorsitzenden Ursula Ullrich Urkunde und Blumenstrauß überreicht hatte, stimmte die Zahl schon nicht mehr: Mehrere Gäste, die an der Vorstellung der neuen Heimat des Sozialverbands teilnahmen, unterschrieben gleich ein Antragsformular, darunter der Erste Stadtrat Michael Möser.

„Ihr lasst keinen alleine“, lobte er die qualifizierten Helfer. Ist die Erwerbsminderungsrente abgelehnt, wird eine Reha-Maßnahme verweigert oder ein neues Medikament nicht verschrieben – der Verband schaltet sich ein. Oft gewähren die zuständigen Stellen erst nach einem Widerspruch durch den VdK eine höhere Pflegestufe. Der Sozialverband deckt Fehlentscheidungen auf und kämpft für das Recht der Betroffenen. Und er berät in Sachen Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung.

Ab September nimmt sich die Kreisvorsitzende an jedem dritten Montag und an jedem dritten Mittwoch im Monat persönlicher Probleme an. „Ein langer Kampf nimmt ein gutes Ende“, kommentierte Ursula Ullrich den Einzug in die ebenerdigen Büros im Haus Georg. Sie stammt selbst aus der Obertshausener Gruppe, einer von 25 mit insgesamt 11.000 Mitgliedern im Kreis Offenbach. „Der Bedarf ist immens“, bemerkt sie und führt die Entwicklung auf den „Paragraphen-Dschungel und trickreiche Behörden“ zurück.

Erster Eindruck zählt - Das richtige Pflegeheim finden

Möser lobte, dass Bürger Verantwortung für die Belange von Mitmenschen übernehmen. „Das ist ein ganz großes Plus und ich bin sehr froh, dass so viele Leute ehrenamtlich soziale Aufgaben erfüllen.“ Der VdK habe einen „festen Platz im Sozialgefüge der Stadt“, neben den dominierenden wirtschaftlichen Fragen sei der Blick auf Menschen wichtig, die auf Hilfe angewiesen sind. „Seit Werner Friedrich Vorsitzender ist, wissen wir Parlamentarier, wie prekär die Situation ist“, sagte Stadtverordneten-Vorsteherin Julia Koerlin und spielte auf die schwierige Suche nach einer geeigneten Adresse an.

Die SPD-Fraktion stellte dem VdK bisher ihren Fraktionsraum im Bürgerhaus für Beratungsgespräche zur Verfügung. Neben dem Reich des Vorsitzenden Friedrich und der Mitgliederbetreuerin Christel Amerschläger teilt sich der Verband zusätzlich auch an der Alexanderstraße einen Konferenzsaal mit den Sozialdemokraten. Ob das ehemalige Café wieder aktiviert werden und dort ein Häkelnachmittag eingeführt werden kann, hängt noch von Verhandlungen mit der Vermieterin, der Firma Rudolph, ab.

Die „beste Versicherung“ verlieh Pfarrer Norbert Hofmann, er segnete die neuen Räume, empfahl sie so dem Schutz Gottes und schenkte der Ortsgruppe zum Einstand ein Wandkreuz.

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