Bürgerinitiative „Friedrich-Ebert-Straße“ bekommt Unterstützung

Grüne wollen Tempo-30-Zonen auf Hausens Hauptstraßen

Obertshausen - Lange war es ruhig um eine mögliche Tempo-30-Zone in der Friedrich-Ebert- und Seligenstädter Straße gewesen. Jetzt könnte eine Änderung der Straßenverkehrsordnung wieder neuen Wind in die Angelegenheit bringen. Von Rebecca Röhrich 

Ganz früher, als Hausen noch „hinder der Sonnen“ lag, war die Verkehrssituation noch überschaubar. Zwei Hauptstraßen, ein paar sorgfältig nebeneinander sortierte Häuser und vor allem – keine oder wenige Autos. Das hat sich in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts drastisch verändert. Von 1950 bis 1969 hat sich die Bevölkerung in Hausen verdoppelt und somit auch der Verkehr. Heute prägen Kraftfahrzeuge in allen Formen und Farben das Stadtbild Obertshausens.

Die Bürgerinitiative „Friedrich-Ebert-Straße“ forderte schon 2013 den Autoverkehr, aus Sicherheitsgründen für Radfahrer und Fußgänger zumindest zu verlangsamen. Aus rechtlichen Gründen war zu der Zeit keine Tempo-30-Regelung möglich. Das Argument von Hessen Mobil damals: Die Friedrich-Ebert-Straße sei eine Landstraße, für die innerorts in der Regel Tempo 50 gelte. Außerdem gebe es eine Ampel und keinen unmittelbaren Zugang zu einem Kindergarten und einer Grundschule. Diese Argumente könnten jetzt überflüssig sein. Denn bei der Verkehrsministerkonferenz im April wurde beschlossen, dass auf Streckenbereichen vor sozialen Einrichtungen leichter Tempo 30 angeordnet werden könne. Unter dem Tagesordnungspunkt „Verbesserung des Miteinanders von Mensch und Verkehr“ beschlossen die Verkehrsminister die Sicherheit vor Kindergärten, Schulen, Alten- und Pflegeheimen sowie Krankenhäusern zu erhöhen; die Straßenverkehrsordnung (StVO) soll nun entsprechend geändert werden.

Grund genug für die Grünen, einen neuen Vorstoß in Sachen Tempo-30 zu wagen: Für deren verkehrspolitische Sprecherin, Christel Wenzel-Saggel, liegen die Gründe auf der Hand: An den Hauptstraßen seien der Familienverein Tausendfüßler, das Mehrgenerationenhaus, die Awo und die Lebenshilfe angesiedelt.

Auf der Friedrich-Ebert und Seligenstädter Straße sollen Tempo-30-Abschnitte eingeführt werden. Einen entsprechenden Antrag wollen sie bei der nächsten Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 19. Mai, stellen. Auch berufen sich die Grünen auf den Darmstädter Professor für Verkehrswesen. Jürgen Vollmann hat bereits an zwei Verkehrsentwicklungskonzepten für Obertshausen mitgewirkt und plädiert dafür „in den Bemühungen nicht nachzulassen, sinnvolle Verbesserungen im Straßenverkehr einzufordern“. Dr. Klaus-Uwe Gerhardt, Fraktionschef der Grünen, hofft, dass sich mit der Änderung der StVO wieder Schwung in das Tempo-30-Thema bringen lasse. Er vermutet, überparteilichen Zuspruch für seine Ambitionen zu bekommen.

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