Der Weg ist das Ziel

Sponsorenlauf lässt Schulkasse klingeln

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223 Schüler sowie Lehrer und Eltern der Joseph-von-Eichendorff-Schule rennen insgesamt 2468 Runden.

Obertshausen - Am Samstagmorgen steht ein Polizeiwagen an der Schulstraße auf dem Eck, um die Waldstraße abzusperren. Schlimmes ist aber nicht passiert. Von Stefan Mangold

Die Präsenz der Ordnungsmacht dient lediglich dazu, den Teilnehmern am Sponsorenlauf der Joseph-von-Eichendorff-Schule eine freie Bahn zu bescheren. Alexandra Hahn, seit vier Jahren Schulleiterin, erklärt den Sinn und Zweck des Sponsorenlaufs. So ansprechend wie sich der Schulhof der Joseph-von-Eichendorff-Schule jetzt präsentiert, sah er nicht immer aus. Vor ein paar Jahren standen dort noch keine Kletter- und Balanciergeräte. Auf dem Asphaltboden ging auch niemand über aufgemalte Straßen und Kreuzungen, auf denen die Lehrerschaft mittlerweile vernünftig Verkehrserziehung geben kann. Zumindest zum Teil trugen die Sponsorenläufe, zu denen es alle vier Jahre kommt, dazu bei, das Erscheinungsbild des Schulhofs deutlich zu verändern. Als Sponsoren von außerhalb der Schule engagieren sich in Obertshausen außerdem die Firmen Picard Lederwaren, Natursteine Dietz und die Heizungsfirma Egerer.

Kurz bevor es losgeht, schaut auch noch Thomas Zeiger vorbei und verspricht im Namen seiner Theatergruppe „Lach mal“ ebenfalls finanzielle Unterstützung. Die Kinder selbst mussten im Vorfeld im eigenen Umfeld Geldgeber rekrutieren, unter Omas, Tanten oder Eltern. Hauptsache, sie sind bereit, für jede der 400 Meter langen Runden, die das Kind packt, einen Betrag von möglichst einem Euro zu spenden.

Nun leben in Obertshausen aber auch Familien, die jeden Cent mehrfach umdrehen müssen. Wenn sich dann der Nachwuchs als Langstreckentalent entpuppt und während der vorgesehenen 90 Minuten Rennzeit 25 Runden schafft, gibt das zwar Anlass zum Stolz, aber die Begabung reißt auch ein Loch in die Haushaltskasse. Deshalb liegt der Mindestspendeneinsatz pro Runde bei 20 Cent. „Das kann jeder verkraften“, begründet die Schulleiterin den Betrag.

Das Geld, das bei der Aktion eingenommen wird, soll in ein neues Spielehäuschen fließen. Das aktuelle wird in den großen Pausen von Schüler aus der dritten Klasse betrieben, die dort Springseile oder Roller rausgeben. Das jetzige Häuschen ist zum einen zu klein, zum anderen ist es für die Kinder nicht einfach, schwere Gerätschaften über die hohe Stufe zu hieven. Bevor es los geht, macht Sportlehrerin Ulrike Hörhold mit den Kindern erst mal Aufwärmübungen zu Boxen-Gewummer. Der Herdentrieb dominiert. Die Kinder aller Klassen rennen in einem Tempo los, als gehe es lediglich über die 100-Meter-Distanz. Die Folgen bleiben nicht aus: Ein Mädchen kann schon während der zweiten Runde nur noch gehen, weil das Seitenstechen schmerzt. Es gibt Erfahrungen, um die kommt niemand herum.

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Es laufen nicht nur Kinder mit, sondern auch Eltern und Lehrer. Vertreter des Schulelternbeirats verkaufen derweil Brötchen mit Würstchen. Der Förderverein kümmert sich um die Getränke. Die 223 Schüler minus derer, die zur Pflichtveranstaltung wegen Krankheit oder anderer Gründe nicht kommen konnten, laufen am Ende 2468 Runden. Das entspricht einem Schnitt von über 4,4 Kilometern. Mit Eltern und Lehrern kämen, wenn jede Runde einen Euro wert ist, knapp 2800 Euro in die Kasse, plus Getränkeverkauf, Firmengeldern und privaten Spenden. Ein solider Grundstock für ein neues Spielehäuschen.

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