An einem Ort geeint

Obertshausener Jugend trifft sich mit jungen Europäern in Meiningen

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Gemeinsam zeigen die jungen Europäer dem Himmel die Buchstaben „E“, „Y“ und „M“. Sie stehen für die Abkürzung von European Youth Meeting.

Obertshausen - Die Idee wurde in den Alpen geboren: Der Laakirchener Bürgermeister legte zur Jahrtausendwende den Grundstein für das Europäische Jugendtreffen der Partnerstädte. Jetzt begegneten sich in Meiningen 64 Jugendliche aus acht Städten in sieben Ländern. Auch Obertshausener waren dabei. Von Michael Prochnow 

Die Schüler aus der Heimat richten sich passenderweise in einem Gymnasium in der Nähe des Obertshausener Platzes in Meiningen ein. Dort rollen sie ihre Schlafsäcke in den Klassenzimmern in der thüringischen Partnerstadt aus. Auch an anderen Orten in der Stadt kommen junge Europäer für das European Youth Meeting (EYM) unter. Franzosen und Tschechen steigen mit ihrem Gepäck im Jugendzentrum ab. Ein Bus aus Meiningen holt zunächst die Portugiesen am Flughafen Hahn ab, dann die Gruppen in Obertshausen. Die jungen Spanier aus Caravaca de la Cruz hatten einen Zwischenstopp beim spanischen Elternverein in Obertshausen eingelegt, bevor sie nach Meinigen kamen.

„Die Hälfte der Teilnehmer war schon häufiger dabei und pflegt Kontakte zu Gleichaltrigen aus anderen Städten“, erzählen die Sozialpädagogen Kai Hennig und Michael Jentzsch von der Kinder- und Jugendförderung, die die Truppe begleiten. Und keiner kennt das EYM besser als Philipp Gruchot. Der 18-jährige Hausener war fünfmal dabei: in Gemona (Italien), in Obertshausen, Mykolow (Polen), Penafiel (Portugal) und jetzt in Meiningen. Es war wohl sein letztes Mal, bedauert der künftige Bibliothekar. Er macht gerade an einer internationalen Uni seine Ausbildung. „Es war immer viel Kultur dabei, viel Spiel und Spaß“, lobt er das Konzept. „Anfangs bleiben die Gruppen unter sich“, beobachtet Philipp. „Bei den Aktivitäten plaudern die Leute dann schon international, so entstehen Freundschaften.“ Der Hausener hat mittlerweile Freunde aus Meiningen, Polen und Italien. Über das Internet bleiben sie in Kontakt.

„Das Programm in jeder Stadt ist einzigartig“, erzählt er. „Du nimmst mindestens eine positive Erinnerung mit, denkst dran und fängst an zu lächeln.“ Er werde bestimmt noch seinen Kindern erzählen, dass er durch Europas größte begehbare Kluft- und Spalthöhle gewandert ist. Oder damals in Italien: da war Gruchot 13 Jahre alt und durfte trotzdem bis Mitternacht feiern. „Man wird in die Erwachsenenwelt hineingeworfen und trotzdem behütet“, erinnert er sich an viele eindrückliche Erlebnisse.

Er findet es schade, dass es so lange dauert, bis die jungen Europäer sich untereinander austauschen. Der „Profiteilnehmer“ Gruchot schlägt vor, dass von Anfang an auf mehr Mischung geachtet werde. „Sodass man nicht anders kann, als neue Leute kennenzulernen“, erklärt er und rät Interessierten: „Wenn du dich darauf einlässt, kannst du nicht anders, als Spaß zu haben.“ Das Jugendtreffen sei ein „wirklich tolles Erlebnis“. Im tschechischen Klimkovice, wo sich die Jugend der Partnerstädte im nächsten Jahr versammelt, oder in Caravaca, gilt die Teilnahme als Auszeichnung für gute Schulleistungen. Aus Sainte-Geneviève-des-Bois kamen stets Jugendfeuerwehrleute mit, diesmal waren es Judoka. Steffen Rößner, im Meininger Rathaus für die Städtepartnerschaften zuständig, hatte schon etwas Mühe, interessierte Jugendliche zu finden. „Viele reisen heute mit ihren Eltern um die Welt, da scheinen Begegnungen im eigenen Land nicht mehr so attraktiv.“ Ein großer Spaß waren die vier Tage trotzdem. Im Freibad übten sie Zumba und Wassergymnastik und maßen sich in einem Volleyballturnier. Die Stadtrallye endete hinter der Burg, wo alle in den verschieden farbigen T-Shirts die Buchstaben E, Y und M bildeten.

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