„Wir müssen keine Angst haben“

Pfarrer Norbert Hofmann feiert seinen 60. Geburtstag

+
Norbert Hofmann hat für jeden Obertshausener ein offenes Ohr.

Obertshausen - Pfarrer Norbert Hofmann feiert seinen 60. Geburtstag gestern ausgesprochen südländisch. Gäste sind auch 20 Spanier aus der befreundeten Heiligen Stadt Caravaca de la Cruz mit ihrem Bürgermeister. Der Jubilar möchte diese Verbindung weiter ausbauen - und vor allem Pfarrer in Obertshausen bleiben. Von Michael Prochnow 

„Wir haben so viele Schätze“, schwärmt der Seelsorger von der Vielfalt des kirchlichen Lebens und berichtet von immer mehr Menschen, die sich vom christlichen Glauben angezogen fühlen. „Wir gewinnen jede Woche neue Helfer“, strahlt der Priester. Von Senioren, die den Pfarrbrief austragen möchten, über Familienväter, die bei der Oase mit anpacken, bis zu Frauen, die fürs Pfarrfest Kuchen backen oder hinter einer Theke stehen. „Die Leute suchen Halt und Antworten“, erklärt sich der Pfarrer das Phänomen. Die Kirche sei wichtiger denn je. Er sieht die Zukunft des Glaubens positiv, „wir müssen keine Angst haben“. Woher nimmt der Mann im Kollarhemd diesen Optimismus? Sein Lebensweg verlief sehr geradlinig, sein Berufswunsch stand schon früh fest.

Hofmann wurde in Viernheim geboren. Er ist das älteste von vier Kindern. Ihm folgten eine Schwester und zwei Brüder. Der Vater war Küster, die Mutter half ihm bei der Vor- und Nachbereitung der Gottesdienste. Die Familie betrieb Landwirtschaft und führte nebenher eine Buchhandlung mit Devotionalien, dem Verkauf von kirchlichen Artikeln. Das katholische Elternhaus prägte ihn, daneben genoss er die Nähe zu den Seelsorgern. Pfarrer Hofmann erinnert sich noch gut, dass regelmäßig Kapläne samstags nach der Beichte bei seinen Eltern einkehrten, um bei Gebäck und Kaffee Fußball zu gucken. Diese Begegnungen hätten ihm gezeigt, wie wichtig der persönliche Kontakt ist. Heute unternimmt er etwa 1500 Hausbesuche im Jahr - vier am Tag, beglückwünscht Gläubige zu Taufe und Hochzeit, tröstet Kranke, begleitet Sterbende und ihre Angehörigen.

Sehr wichtig sind ihm auch die Kontakte mit Caravaca. Die Verbindungen bringe den Katholiken in Obertshausen neue Impulse, ist er überzeugt. Und Norbert Hofmann gibt auch zurück, gründete das Hilfswerk St. Johannes vom Kreuz, das Jugendlichen aus Caravaca Praktikums- und Ausbildungsplätze vermittelt.

Kommunion und Konfirmation: Bilder aus der Region

Das Geburtstagskind liebt die Einwohner der Stadt. „Es gibt so viele liebevolle und engagierte Menschen“, lobt er. Aktive, die sich seit 50 Jahren für den christlichen Glauben einsetzten. „Diese Treue und Liebe zur Kirche ist nicht selbstverständlich.“

So sei das zweitgrößte Caravaca-Kreuz der Welt sein Geschenk an seine Gemeinden. Hunderte Christen, Vereinsvertreter und Politiker versammelten sich gestern Abend zu Festgottesdienst, Kreuzweihe und anschließender Geselligkeit auf dem Platz vor der Pilgerkirche.

Kommentare