Mehr Ruhe als gewollt

Pfarrfest in Hausen: Brückenbau mit Bänken

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Das Hausener Pfarrfest vereinte viele Aspekte - geistig, musikalisch, kulinarisch. Und natürlich durften die Lose nicht fehlen.

Obertshausen -   Hausens Pfarrfest ist eine der größten und traditionsreichsten Veranstaltungen in der Kleinstadt. Diesmal übten sich die Christen im „Brücken Bauen“. Das Thema fand vor allem in den Gottesdiensten Niederschlag. Ein kühlender dagegen fiel über das gesamte Fest-Wochenende nicht, statt dessen hielt sengende Sonne manchen Besucher fern.

Das Fest begann sehr persönlich. Am Freitag leitete Pfarrer Christoph Schneider einen Gottesdienst im Pfarrgarten, den Diakon Andreas Quandt und Adelheid Schmitt nach einer Ballade gestalteten: „Dieser Weg wird kein leichter sein“, spielte die Pfarrei-Band Spontan. Die Mitfeiernden aller Generationen waren eingeladen, einen Satz auf Kärtchen zu vervollständigen: „Ich geh’ ein Stück mit Dir ...“, begann er und war an den Nachbarn gerichtet, mit dem man so ins Gespräch kam.

Hintergrund war die Entsendung eines Gemeindemitglieds, das sich tags darauf auf den Weg gen Santiago de Compostela, der Pilgerstadt im Nordwesten Spaniens, gemacht hat. In den Fürbitten gedachten die Feiernden aller Pfarrfest-Helfer, die verstorben sind. Dazu zählt der langjährige Organisator und Leiter des großen Treffens rund ums Pfarrer-Schwahn-Haus, Detlef Geringhoff.

Trotz der vielen fleißigen Hände fehlte die Übersicht des erfahrenen, ehrenamtlichen Mitarbeiters hinter den Kulissen sehr, sagte eine Aktive. Weil viele Kräfte stets am gleichen Platz eingesetzt sind, waren die Handgriffe bekannt, funktionierten die Abläufe. Neu war das Absinto Okestra. Seit einigen Jahren gewinnt der Termin im Schatten der St. Josefskirche neue Freunde, weil die Gastgeber stets mit einer anderen musikalischen Richtung Akzente setzen.

Die Rhythmen von wilden Hochzeiten auf dem Balkan, von Straßenmusikern zwischen Russland und Südafrika empfanden manche als gewöhnungsbedürftig, die meisten Zuhörer aber äußerten großen Respekt vor dem temperamentvollen Spiel der Solisten. Flamenco, Klezmer, Blues und Tango erfüllten den Pfarrgarten. Mit Rücksicht auf eine einzelne Nachbarin mussten die Musiker lange vor Mitternacht einpacken, die Besucher auf dem voll besetzten Gelände nach Hause geschickt werden.

Immerhin, in St. Pius gelang das „Brücken Bauen“. Gemeindereferentin Theresia Bahr hatte aus Tüchern einen „Fluss“ vom Altar bis ins Mittelschiff gezogen. Doch so würde das Wasser trennen, also baute man sich Brücken aus Kindergarten-Bänkchen. Kinder haben gleich bewiesen, dass die Verbindungen halten. Mit dem Evangelium wurden die Katholiken an Jesu Aufforderung erinnert, „wenn ihr feiert, ladet Arme und Kranke ein“.

Daran erinnerten die „Brücken“ im Gotteshaus, an Projekte in der Gemeinde, mit denen die Christen auch auf Fremde zugehen. Wie die Hilfe für ein Kinderkrankenhaus im indischen Bolpur und die Flüchtlingshilfe, aber auch die Hauskommunion. Pfarrer Schneider zelebrierte die Messe mit seinem Vorgänger, Geistlichem Rat Hans-Jürgen König, und Diakon Quandt, der Kirchenchor sang.

Zum Frühschoppen spielte im Garten das TGS-Blasorchester auf, die KJH erinnerte an 60 Jahre Zeltlager und bewirtschaftete ihr „Äppler-Zelt“ mit der kultigen Fachwerk-Kulisse, die Bücherei bot kiloweise Literatur an, der Eine-Welt-Laden fair Gehandeltes und die Hausener Minis Spiele für den Nachwuchs. (M.)

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