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Stadt erneuert Hartplatz im Sportzentrum

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Bei Regen zu nass, bei Hitze zu trocken: der Hartplatz an der Badstraße muss erneuert werden.

Obertshausen - Der Hartplatz im Sportzentrum Badstraße, auf dem vor allem die Spieler von Kickers Obertshausen regelmäßig trainieren, ist ziemlich in die Jahre gekommen. Jetzt wird er von Grund auf saniert. Dafür muss die Stadt 140.000 Euro in die Hand nehmen. Von Rebecca Röhrich 

Wenn es regnet und die Rasenplätze gesperrt sind, haben die Spieler von Kickers Obertshausen ein Problem. Denn dann ist der eigentliche Ausweichplatz, der Tennenplatz im Sportzentrum Badstraße, nicht nutzbar. Denn dort bilden sich dann riesige Pfützen, die ein Training unmöglich machen. „Das Wasser kann nicht mehr abfließen“, erklärt Matthias Läpple, Vorstandsmitglied bei den Kickers. Nun wird der Sportplatz von der Stadt Obertshausen für 145.000 Euro renoviert. Davon steuert das Land Hessen 25.000 Euro bei. Die Kickers, die die Anlage am häufigsten nutzen, müssen sich aufgrund einer Vereinbarung mit der Stadt aus den 70er Jahren nicht an den Kosten beteiligen. Die Investition sei schon seit Jahren vorgesehen, sagt Bürgermeister Roger Winter und er ist froh, dass das Land zumindest einen kleinen Teil der Kosten mitträgt. „Besser als nix!“, sieht der Rathauschef das „Finanzspritzchen“ aus dem Hessischen Innenministerium pragmatisch.

Am Hartplatz, so wird der Tennenplatz von den meisten genannt, wurde bestimmt schon 15 Jahre nichts mehr gemacht, vermutet Benjamin Groh, für die Stadt zuständig für Vereine und Sportanlagen – und hält eine Erneuerung für längst überfällig. Durch die jahrzehntelange Nutzung hätten sich die lehm- und granulathaltigen Schichten so fest zusammengedrückt, dass da nichts mehr versickern könne. Auch Drainage und Abflussrohre seien verstopft und müssten dringend erneuert werden.

Aber ganz ohne Wasser kommt so ein Tennenplatz auch nicht aus. Gerade im Sommer muss das Schichtmaterial immer wieder befeuchtet werden, damit es seine Durchlässigkeit und Elastizität behält. Außerdem sorge die konstante Feuchtigkeit dafür, dass der Belag bei Trockenheit nicht so staubt. Schließlich wollen die Fußballer nicht in einer Staubwolke über den Platz rennen – aus gesundheitlichen, aber auch aus optischen Gründen. Trockenheit und Feuchtigkeit müssen sich also immer die Waage halten.

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Die Komplexität der Anlage macht die Sanierung des Sportgeländes auch so teuer. Allein der Austausch der Rohre und der Entwässerungsanlage kostet, abzüglich Steuer, 38.000 Euro. Der Abriss der bestehenden Anlage samt Fundament netto etwa 20.000 Euro. Die eigentlichen Tennenflächen und das Fußballtor sind da mit etwa 25.700 Euro netto verhältnismäßig günstig. „Wir hätten auch nur die Flächen erneuern können“, sagt Cornelia Holler, Bauamtsleiterin der Stadt.

Doch dann wäre das Risiko groß gewesen, dass in einem Jahr wieder die Rohre verstopft sind und die Vereine wieder vor demselben Problem stehen. Deshalb sei man zu dem Schluss gekommen, die gesamte Anlage von Grund auf zu erneuern. Die Modernisierung beinhaltet auch, dass die hydraulische Beregnungsanlage durch eine elektronische Version ausgetauscht wird. Kostenpunkt: 16.500 Euro. Auch wenn es erst mal nicht so klingt, gehört der Tennenplatz zu den kostengünstigeren und pflegeleichteren Sportplatzvarianten, sagt Groh. Bürgermeister Winter hofft, dass die Sanierung des Tennenplatzes bis November abgeschlossen ist.

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Tennenplatz - Was ist das eigentlich?

Unter einem Tennenplatz versteht man einen Sportplatz, dessen Fläche aus mehreren aufeinander liegenden Schichten besteht. Durch die Beschichtung sollen die Gelenke der Sportler geschont werden, die Stürze weniger schmerzhaft sein. Die Fläche ist wasserdurchlässig und besteht in der Regel aus einer Filterschicht, einer Tragschicht, einer dynamischen Schicht und dem abschließenden Tennenbelag – daher der Name. Dieser besteht meist aus Naturstein. Die genaue Zusammensetzung und Beschaffenheit des Tennenbelags ist normiert. Tennenplätze gelten im Vergleich zu anderen Sportflächen als pflegeleicht obwohl die Schichten regelmäßig eingeebnet und durch eine Walze verdichtet werden. Auch eine Bewässerung ist für den Erhalt notwendig. Die Haltbarkeit beläuft sich auf etwa 20 Jahre.

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