Michael Möser ist Ehemann, Familienvater, Bühnenstar und Erster Stadtrat

Umgeben von guten Menschen

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Michael Möser hat den Rückhalt seiner Familie, zu der auch Dr. Christine Möser und Sohn Leonhard zählen.

Obertshausen - Sein Traumjob war’s nicht. Aber die Bedingungen stimmten einfach. Michael Möser befand sich sozusagen auf dem Weg an die Rathaus-Spitze, ohne es zu wissen. Seine ersten Eindrücke als Erster Stadtrat. Von Michael Prochnow

Die ersten Stufen auf der Karriereleiter nahm er in der Waldschule und im Kreuzburg-Gymnasium in Großkrotzenburg. Dort hat sich Michael Möser in der Schülervertretung stark engagiert, an der ersten Schülerordnung mitgearbeitet. „Das war schon Lust auf Verantwortung“, sagt er. Später war er Gruppen- und Pfarrjugendleiter, Jugendvertreter im Pfarrgemeinderat - praktisch, weil er nur einen Steinwurf vom Pfarrheim entfernt wohnte. Nach der Bundeswehr-Zeit hat er Volkswirtschaft in Mainz studiert, später Pädagogik mit Schwerpunkt Soziale Arbeit in Frankfurt - „ein langgehegter Wunsch, weil ich nicht in einer Bank landen wollte“. Aber in den 90er Jahren auch ein Wagnis, weil kaum Sozialpädagogen eingestellt wurden. Möser hatte Glück, 1996 begann er neben dem Studium halbtags als Erzieher in der Kita Rodaustraße zu arbeiten. 2001 wechselte er als Jugendpfleger ins Jugendzentrum.

Bei den Kommunalwahlen wurde er von einem hinteren Platz in die Fraktion kumuliert, verzichtete aber auf das Mandat wegen seiner Stelle bei der Kommune. 2004 übernahm Michael Möser den Fachdienst Kindertagesstätten, ‘12 wurde er Fachbereichsleiter Soziales. Und seit dem 1. August ist er Nachfolger von Hubert Gerhards. „Ich war immer politisch interessiert, konnte mir durchaus eine Karriere als Politiker vorstellen“, erklärt der neue Amtsinhaber. Diese Einstellung prägte wohl Vater Reinhold mit, der Vorsitzender der Jungen Union war. Der Sohn trat 1994 der CDU bei und saß Anfang der 2000er im Vorstand.

2004 heiratete er seine Freunding, die Biologin Dr. Christine Möser. Sie ist im Institut für klinische Pharmakologie an der Uniklinik in Frankfurt tätig, arbeitet in der Schmerz- und Krebsforschung. Zur Familie gehören Sohn Leonhard (6), der jetzt in die Waldschule geht, und Tochter Theresa. Sie verstarb nach der Geburt, zwei Tage vor der Wahl des Papas. „Sie bleibt ein wichtiger Teil unseres Lebens“, betonen die Eltern. Das Trio wohnte zwischenzeitlich in Rodgau-Weiskirchen, baut gerade ein Haus in Hausen um. Mösers reisen gerne, fuhren durch Andalusien, lieben Südafrika, sind in der Heimat mit dem Campingbus unterwegs. Der Ehemann ist Gründungsmitglied im Theaterclub Lachmal und beim Karnevalsverein „Die Elf Babbscher“, wo er als stellvertretender Vorsitzender Aufgaben um Technik und Genehmigungen wahrnimmt. Da muss er künftig aber etwas kürzer treten, kündigt er an.

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Dass es mit ihm abends später wird, kannte seine Frau schon. Den Entschluss, für den Posten zu kandidieren, haben sie ausführlich besprochen - und entschieden, „den Weg gemeinsam zu gehen“. Möser ist für die Dezernate Bauen und Planen, Ordnung und Verkehr sowie für die Stadtwerke zuständig. Soziales teilt er sich mit dem Rathauschef, bis ein Nachfolger als Fachbereichsleiter gefunden ist. Dank seines Wirtschaftsstudiums fällt es ihm „sehr leicht, den städtischen Haushalt und die doppelte Buchführung der Doppik zu verstehen“. Auch Statistik und öffentliches Recht sind ihm nicht fremd.

„Ich wurde ins kalte Wasser geworfen, weil der Bürgermeister in Urlaub ging“, lächelt Möser mit seiner versöhnlichen Art, „alle Verantwortung lag auf meinen Schultern“. Als Fachbereichsleiter fielen Entscheidungen im Team, jetzt müsse er sie alleine treffen. „Das ist sehr spannend, man muss sich immer wieder hinterfragen und neigt darum nicht zu Schnellschüssen.“ Am Herzen liege ihm das Familienzentrum an der Sonnentauschule. Der 46-Jährige weiß auch: „Ich kann nicht alles wissen, ich brauche Leute, denen ich vertrauen kann, die mit gutem Rat und Kompetenz zur Seite stehen.“ Und da sei es „wichtig, dass die Verwaltung mit guten Leuten besetzt ist“.

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