Wohnungsbau für Vögel

Erneuerung des Biotops an der Bundesstraße 448

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Spezialgeräte helfen den Arbeitern dabei, die Bäume möglichst bodenschonend zu fällen. Die Erneuerung des Biotops dient dem Wachstum der Boden-Flora und -Fauna.

Obertshausen - Das Biotop zwischen dem Naturschutzgebiet Gräbenwäldchesfeld und der Bundesstraße 448 wird in diesen Wochen saniert. Das soll neuen Lebensraum für seltene Gräser und Vogelarten schaffen. Von Yvonne Fitzenberger 

Eine Spezialfirma rodet Bäume und entfernt Büsche, die der gewollten Natur im Weg sind. Sanierungsarbeit mal anders: Momentan ist sie am Zufahrtsweg zum Wirtshaus „Kreuzung“ zu beobachten. Die Zufahrt befindet sich zwischen dem Naturschutzgebiet Gräbenwäldchesfeld und der Bundesstraße 448, direkt neben den Streuobstwiesen. Aber nicht etwa der Weg wird erneuert, sondern das Biotop, dass sich neben der asphaltierten Zufahrt befindet. Es wird Platz geschaffen für ein sogenanntes Großseggenried – Lebensraum für seltene Vögel. Der Vorschlag zur Wohnraumerschließung ist von den Obertshausener Naturschutzverbänden gekommen. Die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Offenbach und die Stadt Obertshausen haben sich darauf verständigt, das Biotop zu verbessern. Das Gebiet besteht aus Feuchtbereichen, Halbtrockenrasen und beherbergt gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Bei der Erneuerung liegt das Augenmerk vor allem auf den Seggen-Beständen.

Seggen sind Sauergrasgewächse. Inzwischen stehen Seggenriede unter Naturschutz. Sie sind Heimat für bedrohte Pflanzen- und Vogelarten. Darunter etwa der Seggenrohrsänger und der Wachtelkönig. Auch Enten nutzen Seggenriede als Lebensraum. Durch das Roden der Strauchweiden und des Pappelaufwuchses bekommt das wertvolle und seltene Großseggenried wieder den nötigen Platz, um sich zu entfalten. Eine Landschaftspflegefirma ist im Einsatz, die die Arbeiten mit Spezialgeräten möglichst bodenschonend ausführt. Zudem wird das Projekt von einem Planungsbüro ökologisch begleitet.

Die schrägsten Tiere der Welt

Die Rodungsmaßnahmen liegen gewollt vor dem Ende der gesetzlich definierten Vogelbrutzeit. Grund dafür sind die örtlichen Besonderheiten: Nur bei trockener Witterung kann in dem Feuchtgebiet überhaupt gearbeitet werden. Die hier vorkommenden Amphibien seien noch so mobil, dass sie sich vor der Störung selbst in Sicherheit bringen könnten, heißt es aus dem Rathaus. Und die ökologische Maßnahmenbegleitung stelle sicher, dass auch keine Vogelbruten oder die hier gefundenen seltenen Pflanzenarten beeinträchtigt werden.

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